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Der Fürst Lichnowsky nahm ihn denn auch sofort in Beschlag, um ihm zu erklären, wie Papa Haydn das mit der Nichtveröffentlichung gemeint habe; aber der Meister, noch immer mißtrauisch und ärgerlich, obschon auch wieder übermütig und angriffslustig, rief mit starker Stimme:
»Papa Haydn meint, ich solle das dritte Trio nicht veröffentlichen; infolgedessen werde ich es veröffentlichen!«
Nun brach erst der donnernde Applaus los, dessen Ausbleiben vorhin den Künstler doch einigermaßen verstimmt hatte; aber der gutmütige alte Haydn selbst lachte
und applaudierte am lautesten mit und bekräftigte seinen Beifall mit den Worten: »Recht so; das sind wir schon gewöhnt – mein lieber Großmogul!«
Nun hatte Haydn wieder die Lacher auf seiner Seite; der Spitzname »Großmogul«, womit der Alte die selbstbewußte Art des einstigen Schülers geißelte, der ihm ein unlösbares Rätsel, ein ewiger Aufruhr war, blieb sitzen; der Junge war eben schon zu sehr Meister gewesen, als er nach Wien kam und bei ihm Stunden nehmen wollte, und der Lehrer war auch schon zu alt, als daß der Schüler noch etwas hätte von ihm lernen können: sie zankten sich und liebten einander, aber ihr Widerspruch war der Zeiten Widerspruch; der Alte war Vergangenheit, Barock, Klassizismus – der Junge war Zukunft, Romantik.
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