Data_Protection_Life_as_Raw_Material_1
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Datenschutz: Leben als Rohstoff_1.

Im Internet hinterlassen wir zwangsläufig viele Daten.

Unternehmen möchten diese Daten möglichst frei nutzen, aber Verbraucherschützer fordern Selbstbestimmungsrechte für die Nutzer.

"Können Sie mir ihre Postleitzahl geben?" Diese Frage wird in Deutschland manchmal gestellt, wenn man in Schuhgeschäften oder Modegeschäften bezahlt.

Die Absicht dahinter ist klar - die Internehmen möchten wissen, aus welcher Städten oder Stadtteilen ihre Kunden kommen. Dies ermöglicht ihnen, Rückschlüsse auf verschiedener Konsumentengruppen zu ziehen.

Daten sind, um eine häufig genutzte Metapher zu zitieren, das Öl des 21. Jahrhunderts.

Sie sind der Rohstoff, der ganze Industriebereiche antreibt.

Dies gilt vor allem für Geschäftsmodelle im Internet.

Jedes Mal, wenn sie etwas online anklicken, hinterlassen Sie Spuren - und die Auswertung dieser Spuren hilft Website-Betreibern, ihre Nutzer noch besser kennenzulernen und sie noch zielgerichteter anzusprechen.

Tracking und targeting (etwa "verfolgen und als Zielgruppe ansprechen") lauten die dazugehörigen Fachbegriffe.

Konsum- und Surfverhalten werden ermittelt und sie können verwendet werden, um relativ differenzierte Profile zu erstellen.

Viele Konsumenten in Deutschland lehnen solche Praktiken allerdings ab; sie möchten weder online noch offline ausgespäht werden.

Die Tatsache, dass sehr viele Deutsche dem intransparenten Datensammeln skeptisch gegenüber stehen, hat historische Gründe.

Sowohl in der nationalsozialistischen Diktatur, als auch in der DDR, war die Überwachung der Menschen ein Instrument, das von diesen repressiven Systemen verwendet wurde.

Deshalb hat es, seit das Internet ein erfolgreicher Teil unseres Lebens geworden ist, eine rege öffentliche Debatte über den Datenschutz gegeben.

Viele Deutsche legen großen Wert auf die "informationelle Selbstbestimmung" ihrer persönlichen Daten, ein Begriff, der durch ein Gerichtsurteil Anfang der 1980er Jahre geprägt wurde.

Eine ländervergleichende Studie, die der Harvard Business Review 2015 durchführte, zeigte, dass deutsche Nutzer äußerst besorgt über ihre digitale Privatsphäre sind - sehr viel besorgter als Nutzer in China, Indien, Großbritannien und den USA.

Dennoch wissen die wenigsten Deutschen etwas über die technischen Einzelheiten des Trackings und Targetings.

Viele Benutzer sind "verwirrt und hätten gerne in der digitalen Welt mehr Orientierung und Transparenz", wie die digitale Vereinigung, Bitkom, vor einiger Zeit all das zusammenfasste und forderte, dass Datenschutzgesetze vereinfacht werden, " so, dass die Benutzer über die Verarbeitung ihrer Daten in einer mehr kompakten und verständlichen Weise informiert werden können ." Die EU- Datenschutzreform.

Genau das ist es, was in den vergangenen Jahren vor sich ging.

Von 2012 bis 2016 arbeitete die Europäische Union an einer standardisierten Datenschutzverordnung.

Das junge deutsche MdEP, Jan Philipp Albrecht von Bündnis 90/Die Grünen, war der durch das Europa-Parlament eingesetzte Berichterstatter, was heißt, dass er bei der Ausarbeitung des Gesetzes eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat.

Vor allem hat er versucht, den Einfluss der Firmenlobbyisten zu begrenzen.

"Datenschutz ist der Schlüssel, um den Menschen wieder in den Fokus zu rücken und ihn davor zu bewahren, ein Spielball, Objekt oder sogar ein Opfer des technologischen Fortschritts zu werden.

Im Gegensatz zu dem, was der Begriff "Datenschutz" nahelegt, geht es dabei eigentlich nicht darum Daten zu schützen, sondern um den Schutz der Menschen", wie er in einer im Jahr 2017 veröffentlichten Broschüre über Datenschutzreform schreibt.

Eine der wichtigsten Erneuerungen der EU-Regulierung ist, dass die Europäische Union den Gebrauch der "friss oder stirb"-Methode nicht länger erlauben wird, die den Benutzer zur Einwilligung zu einer umfassenden Verarbeitung seiner Daten zwingt und er ansonsten von bestimmten Websites oder Diensten ausgeschlossen wird.

Das sogenannte Kopplungsverbot untersagt nun diese bislang bestehende Praxis.

Außerdem haben Nutzer nun das Recht auf Auskunft.

Die Unternehmen mûssen, wenn es verlangt wird, klar angeben, welche Daten sie speichern und analysieren und für welchen Zweck.

Außerdem besteht das Gebot der Datensparsamkeit - Onlinedienste müssen datenschutzgemäße Standardeinstellungen anbieten und sollten so konzipiert sein, dass sie so wenig wie möglich personenbezogene Daten verlangen.

Standards unter Druck.

Vom Frühling 2018 an, soll die EU-Verordnung in allen Mitgliedstaaten in Kraft treten.

Sie muss jedoch zuerst in nationales Recht übertragen werden.

Das Bundesinnenministerium legte 2016 einen Gesetzesentwurf vor, der im Februar 2017 vom Kabinett angenommen wurde.

Diese Vorlage wurde jedoch von deutschen Datenschützern scharf kritisiert.

Während Deutschland bisher eine weltweit führende Rolle beim Schutz der Verbraucher eingenommen hat, werden nun sogar die neuen Standards der EU-Verordnung unterlaufen.

Laut diesem Gesetzesentwurf müssen die Unternehmen nicht auf die Wünsche der Nutzer eingehen, falls dies einen zu hohen Aufwand für sie bedeutet.

Florian Glatzner, Referent im Bundesverband der Verbraucherzentralen (Federation of German Consumer Organisations) findet das unglaublich: "Wie sonst können Verbraucher ihre Rechte wahrnehmen?" "Zu viel Aufwand" sollte keinesfalls eine Entschuldigung oder eine Ausrede sein.

Darüber hinaus sah die EU-Verordnung gar nicht vor, dass die Bundesregierung solche Ausnahmen einführen dürfte.

"Die Unternehmen müssen ihre Systeme den Rechten der Nutzer anpassen, nicht umgekehrt!" Der Bitkom, der die Interessen der IT-Industrie vertritt, sieht dies anders.

Das Recht zur Löschung könnte zum Beispiel dazu führen, dass "die Struktur der Datenbank beeinträchtigt oder als Ganzes nutzlos wird, besonders bei komplexen Datenbanken," wie es in der Erklärung heißt.

Die Frage, was mit den digitalen Daten von Nutzern in Deutschland geschehen soll, ist noch offen.

Der Gesetzesentwurf soll in den kommenden Wochen ausgiebig im Bundesrat und im Bundestag diskutiert werden.
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Data Protection: Life as Raw Material_1.
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On the Internet, we inevitably leave a lot of data.
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This enables them to draw conclusions about the various consumer groups.
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Data are, to quote a much-used metaphor, the oil of the 21st century.
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They are the raw material that fuels entire industrial sectors.
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This applies particularly to business models on the Internet.
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Tracking and targeting are the corresponding technical terms.
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Exactly that is what has been going on over the past few years.
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From 2012 to 2016, the European Union worked on a standardised data protection regulation.
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Above all, he has tried to limit the influence of company lobbyists.
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The so-called coupling prohibition now bans this practice that has been going on for so long.
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In addition, users now have the right of access to information.
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Standards under pressure.
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From spring 2018, the EU regulation is to be enforced in all member states.
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However, it must first be transposed into national law.
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This draft, however, has been criticised sharply by German data protectionists.
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The issue of what is going to be done with the digital data of users in Germany is still open.
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Data Protection: Life as Raw Material_1.

On the Internet, we inevitably leave a lot of data.

Companies want to use this data as freely as possible, but consumers protection demands self-determination rights for users.

“Can you give me your postal code?” This is sometimes asked in Germany when paying in shoe shops or fashion shops.

The intention behind it is clear – companies want to know from which cities or districts their customers come. This enables them to draw conclusions about the various consumer groups.

Data are, to quote a much-used metaphor, the oil of the 21st century.

They are the raw material that fuels entire industrial sectors.

This applies particularly to business models on the Internet.

Every time you click something online, you leave your tracks behind – and the evaluation of these tracks helps web site operators to get to know their users even better and to address them more purposefully.

Tracking and targeting are the corresponding technical terms.

Consumption and surfing patterns are established and they can be used to create relatively differentiated profiles.

However, many consumers in Germany reject such practices; they do not want to be spied on either online or offline.

The fact that a large number of Germans are sceptical about this non-transparent collecting of data has historical reasons.

Both in the Nazi dictatorship, as well as in the GDR, the monitoring of people was an instrument used by the repressive regime.

That is why, ever since the Internet triumphantly moved into our lives, there has been a lively public debate about data protection.

A lot of Germans attach great importance to the “informational self-determination” of their personal data, a term coined by a court verdict in the early 1980s.

A country-comparison study carried out by the Harvard Business Review from 2015 showed that German users were extremely concerned about their digital privacy – much more worried than users in China, India, the UK and the US.

Nevertheless, exceedingly few Germans know anything about the technical details of tracking and targeting.

Many users are “confused and would like more orientation and transparency in the digital world,” as the digital association, Bitkom, summed it all up some time ago and demanded that data protection laws be simplified, “so that users can be informed about the processing of their data in a more compact and understandable way.”

The EU data protection reform.

Exactly that is what has been going on over the past few years.

From 2012 to 2016, the European Union worked on a standardised data protection regulation.

The young German MEP, Jan Philipp Albrecht, of the Bündnis 90 / Die Grünen party was the rapporteur appointed by the European Parliament, which means that he has played a decisive role in drawing up the law.

Above all, he has tried to limit the influence of company lobbyists.

“Data protection is the key to putting the focus back on the human being and to preventing them from becoming a plaything, object or even a victim of technological progress.

Contrary to what the term “data protection” suggests, it is not really about the protection of data, but about the protection of people,” as he wrote in a brochure on data protection reform published in 2017.

One of the most important innovations in the EU regulation is that the European Union will no longer allow the use of the “sink or swim” method, which forces the user to consent to a comprehensive processing of his data, otherwise he will be excluded from certain websites or services.

The so-called coupling prohibition now bans this practice that has been going on for so long.

In addition, users now have the right of access to information.

Companies must, when requested, clearly state what data they store and analyse and for what purpose.

There is also the need for data economy – on-line services must offer default privacy settings and should be designed in such a way that they require as little personal data as possible.

Standards under pressure.

From spring 2018, the EU regulation is to be enforced in all member states.

However, it must first be transposed into national law.

The German Federal Ministry of the Interior submitted a draft bill in 2016, which was adopted by the Cabinet in February 2017.

This draft, however, has been criticised sharply by German data protectionists.

While Germany, on a global level, has so far played a leading role in the protection of consumers, now even the new standards of the EU regulation are being undermined.

According to the draft bill, the companies do not have to respond to the users' requests, if it involves too much effort on their part.

Florian Glatzner, consultant at the Verbraucherzentrale Bundesverband (Federation of German Consumer Organisations) finds this unbelievable: “How else can consumers exercise their rights?”

“Too much effort” should in no way be either an apology or an excuse.

Furthermore, the EU regulation did not provide for the possibility of the Federal Government intervening with such exceptions.

“Companies must adapt their systems to the rights of users, not vice versa!”

Bitkom, which represents the interests of the IT industry, sees this differently.

The right to deletion could, for example, lead to “the structure of the database being compromised or becoming useless as a whole, particularly in complex databases,” as the statement read.

The issue of what is going to be done with the digital data of users in Germany is still open.

The draft bill is to be discussed extensively in the coming weeks in the Bundesrat (Federal Council) and the Bundestag (German Parliament).