100% Translated
100% Upvoted
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
2 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
2 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 1 year ago
2 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 1 year ago
Einunddreißigstes Kapitel.
Der Tag gestern war klar, ruhig und kalt. Wie ich es mir vor-genommen hatte, ritt ich nach Wuthering Heights. MeineHaushälterin bat mich, ein Briefchen an ihre junge Herrinmitzunehmen, und ich schlug ihr diese Gefälligkeit nicht ab,denn die gute Frau war sich keiner Unschicklichkeit bei ihremWunsch bewußt. Das äußere Tor stand offen, aber das Gatter-tor war festgemacht, wie bei meinem letzten Besuch; ichklopfte und rief Earnshaw von den Gemüsebeeten herüber; erlöste die Kette, und ich ging hinein. Der Mensch ist der hüb-scheste Bauernbursche, den man sich nur wünschen mag. Ichbetrachtete ihn dieses Mal besonders aufmerksam; anschei-nend gibt er sich nicht die geringste Mühe, seine Vorzüge insrechte Licht zu setzen.
Ich fragte ihn, ob Mr. Heathcliff zu Hause sei. Er antwortete,nein; aber zum Mittagessen werde er zurück sein. Es war elfUhr, und als ich erklärte, hineingehen und auf ihn warten zuwollen, legte er sofort sein Werkzeug beiseite und begleitetemich, aber wie ein Wachhund, nicht um den Wirt zu vertre-ten.
Wir kamen zusammen ins Zimmer. Catherine war da undmachte sich nützlich, indem sie etwas Gemüse für die bevor-stehende Mahlzeit putzte. Sie sah verdrossener und wenigerlebhaft aus als bei meinem ersten Besuch. Sie hob kaum die
Augen, um nach mir zu sehen, und setzte ihre Arbeit fort, mitderselben Nichtachtung aller üblichen Höflichkeitsformenwie damals: sie erwiderte weder mein “Guten Morgen” nochmeine Verbeugung durch das geringste Zeichen.
“Sie scheint nicht so liebenswürdig zu sein”, dachte ich, “wieMrs. Dean mich glauben machen möchte. So viel ist wahr: sieist eine Schönheit, aber kein Engel,”
Earnshaw sagte mürrisch, sie möge ihre Sachen in die Küchebringen. »Bring sie selber hin«, sagte sie und stieß sie von sich,sobald sie damit fertig war. Dann zog sie sich auf einen Stuhlam Fenster zurück und fing an, aus den Rübenabfällen in ih-rem Schoß Figuren von Vögeln und Tieren zu schnitzeln. Ichnäherte mich ihr, als wenn ich einen Blick in den Garten wer-fen wollte, und ließ – wie ich glaubte, von Hareton unbemerkt– Mrs. Deans Briefchen in ihren Schoß gleiten, aber sie fragtelaut: »Was ist das?« und stieß es fort.
»Ein Brief von Ihrer alten Bekannten, der Haushälterin vonrushcross Grange«, antwortete ich, ärgerlich über ihre Art,meine freundliche Absicht bloßzustellen, und in der Befürch-tung, der Brief könne für eine Botschaft von mir gehaltenwerden. Nach meiner Erklärung hätte sie das Papier gern auf-gehoben, aber Hareton kam ihr zuvor; er erwischte es undsteckte es in seine Westentasche mit der Bemerkung, Mr.Heathcliff solle es erst sehen. Darauf wendete Catherineschweigend ihr Gesicht von uns ab, zog ganz verstohlen ihrTaschentuch hervor und führte es an ihre Augen; und nach-dem ihr Vetter eine Weile seine sanfteren Gefühle niederge-kämpft hatte, zog er den Brief heraus und warf ihn so ungnädigwie möglich neben sie auf den Fußboden. Catherine ergriff ihnund las ihn begierig durch, dann richtete sie einige Fragen anmich über ihre Freunde unter den Menschen und Tieren in ih-rem alten Heim, und während sie nach den Hügeln hinüber-blickte, sagte sie halb zu sich selbst: »Wie gern ich Minny daunten ritte! Wie gern ich dort umherklettern würde! Oh, ichbin müde, ich habe es satt, Hareton!« Und sie lehnte ihrenhübschen Kopf an den Fensterrahmen, halb gähnend, halbseufzend, und fiel in eine Art geistesabwesender Traurigkeit,ohne sich darum zu kümmern oder sich überhaupt bewußt zusein, daß wir sie beobachteten.
»Mrs. Heathcliff«, sagte ich, nachdem ich eine Zeitlangstumm dagesessen hatte, »wissen Sie nicht, daß ich ein guterBekannter von Ihnen bin? So gut, daß es mir merkwürdig vor-kommt, daß Sie nicht zu mir kommen und mit mir sprechenwollen. Meine Haushälterin wird niemals müde, von Ihnen zusprechen und Sie zu loben. Sie wird sehr enttäuscht sein, wennich mit keinem anderen Bescheid zurückkehre, als daß Sie ih-ren Brief erhalten und nichts gesagt haben.«
Sie schien sich über meine Worte zu wundern und fragte: »HatEllen Sie gern?«
»Ja, sehr gern«, erwiderte ich ohne Zögern.
»Sagen Sie ihr«, fuhr sie fort, »daß ich ihren Brief beantwor-ten würde, aber ich habe kein Schreibmaterial, nicht einmalein Buch, aus dem ich ein Blatt herausreißen könnte.«
»Keine Bücher!« rief ich aus. »Wie bringen Sie es fertig,ohne sie hier zu leben, wenn ich mir die Frage erlauben darf?Obwohl ich eine große Bibliothek zur Verfügung habe,finde ich das Leben in rushcross Grange oft sehr eintönig;wenn man mir meine Bücher wegnähme, wäre ich verzwei-felt.«
»Ich habe immer gelesen, solange ich Bücher hatte«, sagteCatherine; »Mr. Heathcliff liest niemals, deshalb hat er es sichin den Kopf gesetzt, meine Bücher zu vernichten. Ich habe seitWochen nicht ein einziges zu Gesicht bekommen. Nur einmalhabe ich Josephs Vorrat an theologischen Werken durchstö-bert, zu seinem großen Ärger, und ein anderes Mal geriet ichüber einen verborgenen Stapel in deinem Zimmer, Hareton:etwas Latein und Griechisch und einige Erzählungen und Ge-dichte, alles alte Freunde. Diese brachte ich her, und du hastsie weggenommen, wie eine Elster silberne Löffel fortträgt,aus Lust am Stehlen. Dir nützen sie nichts; aber vielleicht hastdu sie in der bösen Absicht versteckt, daß niemand anderesFreude daran haben soll, weil du sie nicht haben kannst. Viel-leicht hat Mr. Heathcliff mich meiner Schätze auf deinen Rathin beraubt? Aber die meisten von ihnen sind in mein Gehirngeschrieben und in mein Herz eingeprägt, und die kannst dumir nicht rauben.«
Earnshaw wurde dunkelrot, als seine Kusine diese Enthüllun-gen über seine private literarische Sammlung machte, und
stammelte eine entrüstete Zurückweisung ihrer Anschuldi-gungen.
»Mr. Hareton möchte seine Kenntnisse erweitern«, kam ichihm zu Hilfe. »Er ist nicht neidisch, sondern wißbegierig. Inein paar Jahren wird er ein gelehrter Mann sein.«
»Und er will, daß ich unterdessen zu einem Dummkopf herab-sinke«, antwortete Catherine. »Jawohl, ich höre ihn buchsta-bieren und laut vor sich hin lesen, und schöne Fehler macht er!Ich wünschte, du wiederholtest “Chevy Chase”, so wie du esgestern aufgesagt hast; das war zu spaßig. Ich habe dir zuge-hört und habe gemerkt, wie du im Wörterbuch nach denschweren Wörtern gesucht und dann darüber geflucht hast,daß du ihre Erklärungen nicht lesen konntest.«
Der junge Mann fand es augenscheinlich zu schlimm, daß ererst wegen seiner Unwissenheit ausgelacht wurde und daßman sich dann darüber lustig machte, wie er sie aus eigenerKraft zu überwinden suchte. Ich hatte den gleichen Eindruck,und in Erinnerung an Mrs. Deans Geschichtchen von seinemersten Versuch, die geistige Dunkelheit aufzuhellen, in der eraufgewachsen war, bemerkte ich: »Aber Mrs. Heathcliff, wirhaben alle einmal angefangen und sind alle auf der Schwellegestolpert; hätten unsere Lehrer uns verspottet, statt uns zuhelfen, dann würden wir heute noch stolpern und wanken.«
»Oh«, antwortete sie, »ich will seinem Wissen keine Grenzensetzen; aber er hat kein Recht, sich meinen Besitz anzueignenund ihn mir durch seine schrecklichen Fehler und seine falscheAussprache lächerlich zu machen. Diese Bücher, sowohl dieProsa wie die Gedichte, waren mir durch andere Erinnerun-gen geheiligt, und ich kann es nicht ertragen, daß sie durchseinen Mund herabgesetzt und entweiht werden. Überdieshat er sich, wie aus vorsätzlicher Bosheit, gerade meine Lieb-lingsstücke ausgesucht, die ich am allerliebsten wieder-hole.«
Haretons Brust hob und senkte sich einen Augenblick stumm;er kämpfte mit einer heftigen Empfindung der Demütigungund des Zornes, die schwer zu unterdrücken war. Ich standauf, und aus dem ritterlichen Gefühl, ihn aus seiner Verlegen-heit zu befreien, stellte ich mich in den Torweg, von wo ich dieAußenwelt überblicken konnte. Er folgte meinem Beispiel
und verließ das Zimmer, erschien aber bald wieder mit einemhalben Dutzend Bücher in den Händen, die er Catherine inden Schoß warf. Dabei rief er: »Nimm sie! Ich will nie wiederetwas von ihnen hören, darin lesen oder wieder an sie den-ken.«
»Jetzt will ich sie auch nicht mehr«, antwortete sie. »Ich würdesie in Beziehung zu dir bringen und sie nicht mehr ausstehenkönnen!«
Sie öffnete eines, das offenbar viel gebraucht worden war, undlas eine Weile in der gedehnten Art eines Anfängers darausvor; dann lachte sie und warf es beiseite, »Hören Sie zu«, fuhrsie herausfordernd fort und fing an, eine Strophe aus einer al-ten Ballade in derselben Weise zu sprechen.
Aber seine Eigenliebe konnte diese Quälerei nicht länger er-tragen: ich hörte – und war durchaus nicht entrüstet darüber –einen handgreiflichen Verweis, der ihrem frechen Mundwerkgegeben wurde. Die kleine Katze hatte ihr möglichstes getan,um die empfindlichen, wenn auch schlichten Gefühle ihresVetters zu verletzen, und eine körperliche Züchtigung war fürihn die einzige Möglichkeit gewesen, die Rechnung zu beglei-chen und es seiner Widersacherin heimzuzahlen. Dann raeer die Bücher zusammen und warf sie ins Feuer. Auf seinemGesicht stand die Qual geschrieben, einer Laune dieses Opferbringen zu müssen. Ich glaube, während die Bücher da von derGlut verzehrt wurden, stieg die Freude vor ihm auf, die sie ihmbisher gewährt, und der Triumph und das immer wachsendeVergnügen, das sie ihm bereitet hatten; und ich glaubte auchden Grund zu seinen geheimen Studien zu erraten. Er war mitder täglichen Arbeit und seinen primitiven Belustigungen zu-frieden gewesen, bis Catherine seinen Weg kreuzte. Schamüber ihre Verachtung und Hoffnung auf ihr Lob war der ersteAntrieb zu höherem Streben gewesen; und statt ihn vor ihrerMißachtung zu bewahren und ihm ihre Zuneigung zu gewin-nen, hatten seine Bemühungen das genaue Gegenteil be-wirkt.
»Ja, das ist alles, was so ein Rohling wie du Gutes aus ihnenziehen kann!« rief Catherine und sog an ihrer verletzten Lip-pe, während sie mit zornigen Augen dem zerstörenden Werkder Flammen zusah.
»Du solltest jetzt lieber deinen Mund halten«, antwortete ergrimmig.
Und da ihn seine Erregung am Weitersprechen hinderte, nä-herte er sich hastig der Tür, wo ich ihm Platz zum Durchgehenmachte. Aber bevor er die Schwelle überschritten hatte, legteihm Mr. Heathcliff, der den Fußweg heraufgekommen war,die Hand auf die Schulter und fragte: »Was ist denn los, meinJunge?«
»Nix, nix«, sagte er und flüchtete mit seinem Ärger und sei-nem Kummer in die Einsamkeit.
Heathcliff blickte ihm nach und seufzte.
»Seltsam, daß ich mir selber entgegenarbeite«, murmelte er,ohne zu ahnen, daß ich hinter ihm stand. »Aber wenn ich inseinem Gesicht nach seines Vaters Zügen suche, dann ent-decke ich täglich mehr ihre. Warum, zum Teufel, ähnelt er ihrso? Ich kann es kaum ertragen!«
Heathcliff sah vor sich nieder und ging in Gedanken hinein.Sein Gesicht zeigte einen ruhelosen, gequälten Ausdruck, denich noch nie zuvor beobachtet hatte, und er war auch hagerergeworden. Seine Schwiegertochter flüchtete in die Küche, so-bald sie ihn durch das Fenster bemerkt hatte, so daß ich mitihm allein blieb.
»Ich freue mich, Sie wieder einmal unterwegs zu sehen, Mr.Lockwood«, sagte er auf meinen Gruß, »zum Teil aus selbst-süchtigen Gründen; ich glaube, ich könnte Ihren Verlustin dieser Einöde nur schwer verwinden. Ich habe mich mehrals einmal gefragt, was Sie überhaupt hierhergebrachthat.«
»Ich fürchte, nur eine müßige Laune, Mr. Heathcliff«, warmeine Antwort, »oder vielmehr eine müßige Laune wird michvon hier vertreiben. Ich werde mich nächste Woche nachLondon aufmachen, und ich möchte Ihnen schon heute sagen,daß ich rushcross Grange nicht länger behalten werde alsdas Jahr, für dessen Dauer ich es gepachtet habe. Ich glaube,ich werde nicht mehr dort wohnen.«
»Oh, wirklich, sind Sie es müde, von der Welt draußen ver-bannt zu sein?« sagte er. »Wenn Sie aber hierhergekommensind, weil Sie nicht mehr für eine Wohnung bezahlen wollen,die Sie nicht mehr innehaben werden, dann war Ihr Weg ver-
geblich: ich gebe niemals Ansprüche auf, auf die ich ein Rechthabe.«
»Ich bin nicht hergekommen, um mich von Verpflichtungenzu drücken«, rief ich einigermaßen ärgerlich. »Wenn Sie wol-len, können wir die Sache sofort in Ordnung bringen.« Damitzog ich meine Brieftasche hervor.
»Nein, nein«, sagte er kühl, »Sie lassen genug zurück, um IhreSchulden zu decken, falls Sie nicht zurückkehren sollten; ichhabe keine solche Eile. – Nehmen Sie Platz und essen Sie mituns zu Mittag. Einen Gast, von dem man weiß, daß er seinenBesuch nicht wiederholen wird, heißt man gewöhnlich gernwillkommen. Catherine, decke den Tisch! Wo bist dudenn?«
Catherine erschien wieder und trug ein Brett mit Messern undGabeln.
»Du kannst bei Joseph essen«, murmelte Heathcliff zu ihr hin,»und in der Küche bleiben, bis er weg ist.«
Sie kam seinen Anweisungen sofort nach; sie fühlte sich wohlkaum versucht, seine Befehle nicht zu befolgen. Da sie unterTölpeln und Menschenfeinden lebt, weiß sie wahrscheinlichMenschen einer anderen Lebensart gar nicht zu würdigen,wenn sie ihnen begegnet.
Mit dem grimmigen und düsteren Mr. Heathcliff auf der einenund dem völlig stummen Hareton auf der anderen Seite nahmich eine ziemlich unerfreuliche Mahlzeit ein und verabschie-dete mich bald. Ich wäre gern zur hinteren Tür hinausgegan-gen, um einen letzten Blick auf Catherine zu erhaschen undden alten Joseph zu ärgern; aber Hareton erhielt den Auftrag,mein Pferd zu bringen, und mein Gastgeber begleitete michselbst zum Tor, so konnte ich meinen Wunsch nicht in die Tatumsetzen.
“Wie traurig vergehen die Tage in dem Hause dort!” überlegteich, während ich die Straße hinunterritt. “Hätte es Mrs. LintonHeathcliff nicht wie das Wahrwerden eines Märchens ausTausendundeiner Nacht vorkommen müssen, wenn sie undich eine Zuneigung füreinander gefaßt hätten, wie ihre guteKinderfrau es ersehnte, und wenn wir zusammen in die erre-gende Atmosphäre der Stadt geflüchtet wären?”