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Wo geht es zum Nordpol?

Der magnetische Nordpol bewegt sich mit wachsender Geschwindigkeit ostwärts. Ist der Tag des jüngsten Gerichts nahe?

Von The Editorial Board, The New York Times, 7. Februar 2019
Es war schwer, die Schlagzeilen zu sehen, dass der magnetische Nordpol Richtung Russland eilt, und dabei keine Anwandlung von Furcht verspürt. Annektiert Wladimir Putin den Nordpol? Droht durch den Klimawechsel mehr globales Chaos? Sind bösartige kosmische Strahlen gerade dabei, durch den magnetischen Schutzschild der Erde zu dringen?

Die Geschichten zu den Schlagzeilen erwiesen sich als weniger alarmierend. Das plötzliche (in kosmischen Zeiträumen) Schlingern des magnetischen Nordpols stellte sich als ein Phänomen heraus, für das Menschen keine Verantwortung tragen und für das zuständige Institutionen und Beobachter (nun, wenn die US-Regierung nicht "shut down" war) effektive Lösungen hatten.

Der magnetische Pol ist der Punkt, der in einem Kompass als Norden angezeigt wird; er unterscheidet sich vom geographischen Nordpol, der dort liegt, wo alle Längengrade an der Spitze der Welt zusammentreffen (und wo der Weihnachtsmann seine Werkstatt betreibt). Und im Augenblick liegt er vier Grad südlich vom geographischen Nordpol.

Die magnetischen Pole der Erde, so scheint es, waren immer in Bewegung und haben sogar mehrmals ihre Plätze getauscht während der Äonen. Der Grund dafür ist das flüssige Eisen im Inneren des Planeten, das herumschwappt und das Magnetfeld dabei verschiebt. Und da Kompasse auf den magnetischen Nordpol zeigen, wo immer er sich auch gerade befindet, arbeiten die Vereinigten Staaten und Großbritannien zusammen, um alle fünf Jahre ein aktualisiertes Weltmagnetmodell zu erstellen, um sicherzustellen, dass jeder auf die gleiche Karte schaut.

Die nächste Aktualisierung war so in Planung für 2020. Aber Anfang 2018 fanden Wissenschaftler heraus, dass der magnetische Nordpol an Geschwindigkeit aufgenommen hat und in einem lebhaften Tempo von mehr als 35 Meilen pro Jahr ostwärts steuert. Sie entschieden, einem neuen Modell Platz zu machen, dass, kurz nachdem der teilweise Shutdown der Regierung endete, zur Verfügung gestellt wurde.

Jetzt ist es draußen, was eine gute Nachricht für Flugzeuge ist, die über den Nordpol fliegen, für Flughäfen, die ihre Rollbahnen in Bezug auf den magnetischen Nordpol bestimmen, für GPS-Anbieter und für jeden anderen, der präzise Richtungsangaben benötigt. Für die meisten anderen macht es keinen großen Unterschied. Südlich der Nordspitze Schottlands, zum Beispiel, beträgt die Abweichung nur einen kleinen Bruchteil eines Grades

Das hat einige Online-Boulevardzeitungen nicht davon abgehalten, daraus ein Weltuntergangsszenario zu machen. Das, was ihre Weltuntergangsszenarien befeuert, ist die Möglichkeit, dass die Pole dabei sind, sich auf eine weitere Polumkehr vorzubereiten, die dazu führen würde, dass der Kompass zum Süden statt dem Norden zeigt. Die Laune der Natur ist normal - im Verlauf der letzten 20 Millionen Jahre ist sie durchschnittlich alle 200.000 bis 300.000 Jahre aufgetreten. Die letzte war vor etwa 780.000 Jahren, somit ist eine weitere vielleicht fällig.

Das könnte zu einer zwischenzeitlichen Schwächung des Magnetsfeldes führen, das die Erde vor kosmischer Strahlung schützt. Und das ist es, wo die Weltuntergangsszenarien ins Spiel kommen. Ein Artikel im "Undark Magazine" verkündete, "Es ist Zeit aufzuwachen, den Gefahren ins Auge zusehen und mit den Vorbereitungen zu beginnen", und rief eine Welt in Erinnerung, in der ein zerstörender Strom von heimtückischer kosmischer Strahlung eine verheerende Wirkung auf das Leben und die Stromnetze haben würde.

Das Gespenst einer Erde ohne ein Magnetfeld trat schon früher auf, besonders während der Apokalypse der Maya, in der das Ende der Welt für 2012 vorhergesagt wurde. Damals gab die NASA eine Antwort heraus, die die Wissenschaft hinter der Polumkehrung erklärte und schloss dass, "es keine geologischen Aufzeichnungen gibt, die nahe legen, dass irgendeine der mit einer Polumkehrung verbundenen Weltuntergangsszenarien für 2012 ernst genommen werden sollte." Wie sich herausstellt, wandert der geographische Nordpol, die Position der Drehachse des Planeten, ostwärts, aber nicht so auffällig wie sein magnetischer Cousin, aber aus den falschen Gründen. Die Nord- und Südpole wandern immer etwas, aber die Verschiebungen haben zugenommen, und Wissenschafter haben die Theorie aufgestellt, dass die Neuverteilung von Massen auf der Erde, wegen des Abschmelzens von Gletschern und Eisschilden, einer der Hauptgründe ist.

Wir haben die Erde zum wackeln gebracht und es wird schlimmer. Verschiedene, kürzlich veröffentlichte Studien warnen, dass das Eis an beiden Polen der Erde viel schneller schmilzt, und die Ozeane sich viel schneller erwärmen, als man zuvor geglaubt hat, was darauf hindeutet, dass die wissenschaftlichen Einschätzungen der Erwärmung des Planeten zu konservativ gewesen sind. Das sind die Schlagzeilen, die wirklich Anlass zur Sorge geben sollten.

https://www.nytimes.com/2019/02/07/opinion/north-pole-gps.html?action=click&module=Opinion&pgtype=Homepage
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Which Way to the North Pole?
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The north magnetic pole is moving eastward at an accelerating pace.
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Is doomsday nigh?
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By The Editorial Board, The New York Times, February 7, 2019.
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Vladimir Putin annexing the North Pole?
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Climate change threatening more global chaos?
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Malevolent cosmic rays about to burst through Earth’s magnetic shield?
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The stories under the headlines proved less alarming.
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For now, it is situated four degrees south of the geographic North Pole.
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The next update was due in 2020.
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For most everyone else there’s little difference.
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That has not prevented online tabloids from having an apocalyptic field day.
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The last one was about 780,000 years ago, so another may be overdue.
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And that’s where the doomsday scenarios pile in.
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We have caused the Earth to wobble, and it’s getting worse.
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Those are the headlines that should be causing real concern.
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Which Way to the North Pole?

The north magnetic pole is moving eastward at an accelerating pace. Is doomsday nigh?

By The Editorial Board, The New York Times, February 7, 2019.
It was hard to see the headlines proclaiming that the north magnetic pole is speeding toward Russia and not feel a pang of anxiety. Vladimir Putin annexing the North Pole? Climate change threatening more global chaos? Malevolent cosmic rays about to burst through Earth’s magnetic shield?

The stories under the headlines proved less alarming. The sudden (in cosmic terms) lurch of the north magnetic pole turned out to be a phenomenon for which humans bore no responsibility and for which responsible institutions and monitors (well, when the United States government was not shut down) had effective solutions.

The magnetic pole is the spot a compass points to as north; it is distinct from the geographic North Pole, which is where all the lines of longitude meet at the top of the world (and where Santa Claus maintains his workshop). For now, it is situated four degrees south of the geographic North Pole.

The Earth’s magnetic poles, it seems, have always been on the move, and have even swapped places several times over the eons. The reason is that the molten iron deep inside our planet sloshes around, shifting the magnetic field with it. And since compasses point to the north magnetic pole wherever it happens to be at any given time, the United States and Britain collaborate in issuing an updated World Magnetic Model every five years to make sure everyone’s on the same map.

The next update was due in 2020. But in early 2018, scientists found that the north magnetic pole had picked up speed and was heading eastward at a lively clip, about 35 miles a year. They decided to move up a new model, which became available soon after the partial government shutdown ended.

It’s out now, which is good news for planes flying over the North Pole, for airports that name runways in relation to the magnetic north, for GPS providers and for anyone else in need of precise directions. For most everyone else there’s little difference. South, say, of the northern tip of Scotland, the correction amounts to only a small fraction of a degree.

That has not prevented online tabloids from having an apocalyptic field day. The part that feeds their doomsday scenarios is the possibility that the poles are preparing for another polarity reversal, which would cause a compass to point south instead of north. The quirk is normal — over the past 20 million years, it has occurred, on average, every 200,000 to 300,000 years. The last one was about 780,000 years ago, so another may be overdue.

That could lead to a temporary weakening of the magnetic field that protects Earth from cosmic radiation. And that’s where the doomsday scenarios pile in. An article in Undark Magazine declared, “It’s time to wake up to the dangers and start preparing,” evoking a world in which a devastating stream of malevolent cosmic radiation would wreak havoc on lives and power grids.

The specter of an Earth left without a magnetic shield has come up before, notably during the Mayan apocalypse that predicted the world would end in 2012. Back then, NASA posted a response that explained the science of pole reversals and concluded that “there is nothing in the millions of years of geologic record to suggest that any of the 2012 doomsday scenarios connected to a pole reversal should be taken seriously.”

As it turns out, the geographic North Pole, the location of the planet’s spin axis, is also shifting east, not as strikingly as its magnetic cousin, but for the wrong reasons. The North and South Poles always wander a bit, but the movements have increased, and scientists theorize that the redistribution of mass on Earth as glaciers and ice sheets melt is one of the major reasons.

We have caused the Earth to wobble, and it’s getting worse. Several recently published studies warn that ice at both ends of the Earth is melting far faster, and oceans are warming far faster, than previously thought, suggesting that scientific estimates of a warming planet have been too conservative. Those are the headlines that should be causing real concern.

https://www.nytimes.com/2019/02/07/opinion/north-pole-gps.html?action=click&module=Opinion&pgtype=Homepage