en-de  Barbara Bush, a First Lady Without Apologies Medium
Barbara Bush, eine First Lady ohne Entschuldigungen.

Von Jon Meacham, The New York Times, 17. April 2018.

Sie wusste, wer sie war und sie sah keine Veranlassung, sich dafür zu entschuldigen. Im Frühling 1990 lud die Verwaltung des Wellesley College - wie es sich so traf, die Alma Mater von Hillary Rodham Clinton - Barbara Bush ein, zu diesem Zeitpunkt First Lady der Vereinigten Staaten, um bei einer Abschlussfeier zu sprechen und einen Ehrentitel zu erhalten. Studentinnen an der Frauenuniversität protestierten und unterzeichneten eine Petition, dass Mrs. Busch " durch die Leistungen ihres Ehemanns Anerkennung erworben hätte" und fügten hinzu, dass Wellesley uns lehrte," dass wir aufgrund eigener Leistungen ausgezeichnet werden, nicht aufgrund derer eines Ehemanns." Und so wurde ein Generationenkampf angeschlossen. Und ihr Ehemann, George H. W. Bush schrieb in sein privates Tagesbuch, das er während der Zeit im Weißen Haus führte, Mrs. Bush wurde attackiert "weil sie es nicht selbst geschafft hat - sie ist wo sie ist, weil sie die Frau ihres Ehemannes ist." Mr. Bush fügte hinzu:" Was ist falsch daran, dass sie eine gute Mutter ist, eine gute Ehefrau, eine großartige ehrenamtliche Helferin, sich mit großem Einsatz der Alphabetisierung und anderen guten Dingen widmet? Nichts, aber wenn man diesen elitären Kindern zuhört, dann gibt es etwas." Für die jungen Frauen des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts schien Mrs. Bush, die das Smith College abbrach, um zu heiraten, wie ein Rückfall in eine weniger aufgeklärte Zeit.

Mrs. Bush, die am Donnerstag im Alter von 92 Jahren starb, wich niemals zurück, erschien am Wellesley und nutzte ihre Antrittsrede, um die Komplexität von Lebensentscheidungen zu untersuchen. Es gab keinen eindeutigen Weg, erzählte sie den Absolventen, man folgte seinem Herzen und gab sein Bestes. "Vielleicht sollten wir uns schneller anpassen, vielleicht auch langsamer", sagte sie. "Aber welche Ära auch gerade herrscht, welche Zeit es ist, eine Sache wird sich nie ändern: Väter und Mütter, falls Sie Kinder haben - sie müssen an erster Stelle kommen. Sie müssen Ihren Kindern vorlesen, Ihre Kinder in den Arm nehmen und Sie müssen Ihre Kinder lieben. Ihr Erfolg als Familie, unser Erfolg als Gesellschaft hängt nicht davon ab, was im Weißen Haus geschieht, sondern davon, was in Ihrem Haus geschieht." Der lauteste Applaus brauste auf, als sie anmerkte, dass es vielleicht jemanden im Publikum gäbe, der eines Tages so wie sie als Ehepartner des Präsidenten dem Weißen Haus vorstehen würde. "Und ich wünsche ihm alles Gute", sagte Mrs. Bush.

Es war typisch Barbara Pierce Bush: politisch geschickt, ausgeglichen - und gut für ihren Ehemann, wie sie sich gleichzeitig realistisch und ziemlich konservativ präsentierte, was das Wesentliche von Bushs eigener politischer Persönlichkeit war.

Barbara Bush war die erste First Lady der Greatest Generation (Größte Generation) - eine Frau, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufwuchs, einen Weltkrieg ertrug, sich ein Leben in Texas aufbaute, ihre Tochter durch Leukämie verlor und erst den politischen Aufstieg ihres Mannes vorantrieb und dann den ihres Sohnes. Als Ehefrau eines Präsidenten und Mutter eines anderen erhält sie eine herausragende Bedeutung, die sonst nur noch einer einzigen anderen Amerikanerin in der Geschichte der Republik zusteht, Abigail Adams.

Es ist weder sentimal noch übertrieben anzumerken, dass Barbara Bush die letzte First Lady war, die einer Hauptstadt vorstand, die beide Parteien ungefähr gleich vertrat. Sie und ihr Ehemann waren Meister darin, was Franklin D. Roosevelt einst als "die Wissenschaft menschlicher Beziehungen" bezeichnete. Teilweise begründet durch die generationsbedingte und kulturelle Einstellung, die die Wellesley-Protestanten veranlasst hatte, sich zu äußern. Geboren 1925 in New York City, aufgewachsen in Rye, New York und lange Zeit geformt durch den Kodex der WASP (White Anglo-Saxon Protestants - Weiße angelsächsische Protestanten) ihrer Schwiegermutter Dorothy Walker Bush, war Mrs. Bush automatisch menschenfreundlich. Die älteren Mitglieder der Bush-Familie waren geleitet von einem Geist der Seelenverwandtschaft und der Höflichkeit, ein großer Unterschied zu der parteiischen Bösartigkeit unserer Zeit. In ihrem Weißen Haus - ebenso in Camp David und in Walker's Point, dem Familiensitz an der Küste von Maine - wurden Demokraten und Republikaner mit der gleichen Regelmäßigkeit und der gleichen Höflichkeit willkommen geheißen.

Sie hatte immer gewusst, worauf sie sich einließ, denn George W. Bush sah das Leben als beides an, ein großes Abenteuer und eine lange Wiedersehensfeier. Nach seinem Abschluss in Yale 1948 fuhr Mr. Bush nach Odessa, Texas, und ließ Barbara und George W., der 1946 geboren worden war, nachkommen, als er erst einmal die Hälfte eines Zweifamilienhauses mietete, das sie mit Prostituierten, einem Mutter-Tochter-Team, teilten. Es war der erste von 27 Umzügen, die die Bush-Familie auf ihrer Amerika-Odyssee durchführen würden.

Als sie an ihre Eltern schrieb, um sich für die Zusendung von 25 Dollar für den Kindergarten von George W. zu bedanken, erzählte sie:"G.W.B. hat ein bisschen etwas vom Teufel in sich. Heute morgen, während ich zeitig dabei war, einen Brief zu schreiben, stach er mit einem Dosenöffner in mein Bein. Sehr schmerzhaft und alles, was ich tun konnte, war mich zurückzuhalten, ihm ein oder zwei Schläge zu geben." Sie würden sich für Jahrzehnte liebevoll gegenseitig frotzeln. George W. Bush sagte oft, er hätte die Augen seines Vater und das Mundwerk seiner Mutter geerbt.

Und ihre Zunge konnte scharf sein. Nachdem sie 1984 Geraldine Ferraro, die als Kandidatin für das Amt der Vize-Präsidentin unter Walter Mondale gegen ihren Ehemann Wahlkampf führte, unklug mit einem Wort, das sich auf "rich" reimt, beschrieb, stellte sie fest, dass ihre Familie sie "poet laureate" (lorbeergekrönte Dichterin) nannte. Sie war unermüdlich als Fürsprecherin für die Alphabetisierung tätig und 1989, als AIDS noch durch Geheimnisse und Missverständnisse verschleiert war, besuchte Mrs. Bush ein Heim für H.I.V.-infizierte Kinder in Washington und umarmte die Kinder dort, genauso wie einen infizierten erwachsenen Mann. Es sandte eine kraftvolle Botschaft - eine von Mitgefühl, von Liebe, von Akzeptanz. Ihre Popularität als First Lady war so groß, dass 1992 einige Wähler Anstecker mit einer letzten Bitte an die Wähler aus der Generation, die den 2. Weltkrieg erlebt hatten, präsentierten:"Wählt wieder Barbaras Ehemann." Jon Meacham ist der Autor von "Destiny and Power: The Odyssey of George Herbert Walker Bush". ('Schicksal und Macht: Die Odyssee con George Herbert Walker Bush') https://www.nytimes.com/2018/04/17/opinion/barbara-bush-a-first-lady-without-apologies.html?action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=opinion-c-col-left-region&region=opinion-c-col-left-region&WT.nav=opinion-c-col-left-region
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She knew who she was, and she saw no need to apologize for it.
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“Maybe we should adjust faster, maybe we should adjust slower,” she said.
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You must read to your children, hug your children, and you must love your children.
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“And I wish him well,” Mrs. Bush said.
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It was the first of 27 moves the Bushes would make on their American odyssey.
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has a wee bit of the Devil in him.
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This a.m. while I was writing a letter early he stuck a can opener into my leg.
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And her tongue could be sharp.
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It sent a powerful message — one of compassion, of love, of acceptance.
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Barbara Bush, a First Lady Without Apologies.

By Jon Meacham, The New York Times, April 17, 2018.

She knew who she was, and she saw no need to apologize for it. In the spring of 1990, the administration of Wellesley College — the alma mater, as it happened, of Hillary Rodham Clinton — invited Barbara Bush, then the first lady of the United States, to speak at commencement and receive an honorary degree. Students at the women’s college protested, declaring in a petition that Mrs. Bush had “gained recognition through the achievements of her husband,” and adding that Wellesley “teaches us that we will be rewarded on the basis of our own merit, not on that of a spouse.”

And so, a generational battle was joined. As her husband, George H. W. Bush, put it in his private White House diary, Mrs. Bush was being attacked “because she hasn’t made it on her own — she’s where she is because she’s her husband’s wife.” Mr. Bush added: “What’s wrong with the fact that she’s a good mother, a good wife, great volunteer, great leader for literacy and other fine causes? Nothing, but to listen to these elitist kids there is.” To the young women of the last decade of the 20th century, Mrs. Bush, who had dropped out of Smith College to marry, seemed a throwback to a less enlightened time.

Mrs. Bush, who died on Tuesday at age 92, never flinched, appearing at Wellesley and using her commencement address to explore the complexities of life’s choices. There was no single path, she told the graduates; one followed one’s heart and did the best one could. “Maybe we should adjust faster, maybe we should adjust slower,” she said. “But whatever the era, whatever the times, one thing will never change: Fathers and mothers, if you have children — they must come first. You must read to your children, hug your children, and you must love your children. Your success as a family, our success as a society, depends not on what happens in the White House, but on what happens inside your house.”

The loudest applause came when she remarked that perhaps there was someone in the audience who would, like her, one day preside over the White House as the president’s spouse. “And I wish him well,” Mrs. Bush said.

It was classic Barbara Pierce Bush: politically skillful, balanced — and good for her husband, for she presented herself as at once reasonable and reasonably conservative, which was the essence of Mr. Bush’s own political persona.

Barbara Bush was the first lady of the Greatest Generation — a woman who came of age at midcentury, endured a world war, built a life in Texas, raised her family, lost a daughter to leukemia, and promoted first her husband’s rise in politics, and then that of her sons. As the wife of one president and the mother of another, she holds a distinction that belongs to only one other American in the history of the Republic, Abigail Adams.

It’s neither sentimental nor hyperbolic to note that Barbara Bush was the last first lady to preside over an even remotely bipartisan capital. She and her husband were masters of what Franklin D. Roosevelt once referred to as “the science of human relationships.”

Part of the reason grew out of the generational and cultural disposition that had prompted the Wellesley protesters to speak out. Born in New York City in 1925, raised in Rye, N.Y., and long shaped by the WASP code of her mother-in-law Dorothy Walker Bush, Mrs. Bush was reflexively hospitable. The elder Bushes governed in a spirit of congeniality and of civility, a far cry from the partisan ferocity of our own time. In her White House — and at Camp David and at Walker’s Point, the family’s compound on the coast of Maine — Democrats and Republicans were welcomed with equal frequency and equal grace.

She had always known what she was getting into (dans quoi elle s’engageait), for George H. W. Bush saw life as both a great adventure and as a long reunion mixer. After graduating from Yale in 1948, Mr. Bush drove himself to Odessa, Tex., sending for Barbara and George W., who had been born in 1946, once he’d rented half a duplex they were to share with a mother-daughter team of prostitutes. It was the first of 27 moves the Bushes would make on their American odyssey.

Writing her parents from Odessa to thank them for sending $25 to pay for nursery school for George W., Mrs. Bush reported that “G.W.B. has a wee bit of the Devil in him. This a.m. while I was writing a letter early he stuck a can opener into my leg. Very painful and it was all I could do to keep from giving him a jab or two.” They would lovingly tease each other for decades; George W. Bush often said he had inherited his father’s eyes and his mother’s mouth.

And her tongue could be sharp. In 1984, after she unwisely described (après avoir mal décrit) Geraldine Ferraro, who campaigned against her husband as Walter Mondale’s vice-presidential running mate, as a word that rhymed with “rich,” she acknowledged that her family was now referring to her as the “poet laureate.”

She was tireless in her advocacy for literacy, and in 1989, at a time when AIDS was still shrouded in mystery and misunderstanding, Mrs. Bush visited a home for H.I.V.-infected infants in Washington, and hugged the children there, as well as an infected adult man. It sent a powerful message — one of compassion, of love, of acceptance. Her popularity as first lady was such that, in 1992, some voters sported buttons with a final plea for the World War II generation: “Re-Elect Barbara’s Husband.”

Jon Meacham is the author of “Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush.”

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