en-de  Rede von Außenminister Sigmar Gabriel bei der 11. Jahreskonferenz des Institute for National Security Studies (INSS) in Tel Aviv 31.01.2018 - Rede Medium
Excellenzen, Botschafter, meine Damen und Herren.

Danke für diese Einladung. Ich bin sehr glücklich hier zu sein.

Es ist ein Privileg, auf einer Konferenz über strategische Sicherheit hier in Tel Aviv zu sprechen. Die strategische Diskussionskultur, die Sie hier in Israel entwickelt haben, bewundere ich sehr. Natürlich weiß ich, dass das eine Sache der Notwendigkeit für Ihr Land ist. Das ist sie immer gewesen- angesichts der Lage Ihres Landes und der Nahostpolitik, sogar eine Sache von Leben und Tod.

Dieses Verständnis wird von der israelischen Öffentlichkeit geteilt und schlägt sich in der öffentlichen Diskussion nieder. Sie ist eindeutig ein Teil der 70-jährigen Erfolgsgeschichte seit der Gründung des Staates Israel. Und erlauben Sie mir zu sagen, dass wir in Deutschland in dieser Hinsicht viel zu lernen haben!

Und wir lernen besser schnell. Warum ist das so? Auch wenn viele meiner Landsleute es noch ignorieren, für mich als deutschen Außenminister gibt es keinen Zweifel: Die Welt ist ein sehr viel weniger angenehmer Ort geworden - auch für uns Deutsche.

Hand aufs Herz, wir haben in der Vergangenheit ein relativ gutes Geschäft gehabt. Wir konnten auf eine starke transatlantische Bindung vertrauen. Die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und die Verpflichtung in der NATO bleiben auch heute für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik fundamental.

Aber wir müssen die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass die Prioritäten der USA sich verändern. Diese Entwicklung begann vor Trump: die USA wenden sich Asien zu und schauen mehr nach innen. Sie sind weniger bereit, die Verantwortung für die internationale freiheitliche Ordnung zu übernehmen - und die Kosten. Wir bedauern dies - aber das ändert nichts an der Tatsache: Wir müssen reagieren und uns anpassen.

Zur gleichen Zeit werden andere Großmächte selbstbewusster: besonders Russland und China. Überall auf der Welt füllt China die Leere aus, die andere Akteure hinterlassen haben. Auch in Ihrer Region, dem Nahen Osten, sehen wir, wie von einer Macht aufgegebene Bereiche schnell von einer anderen ausgefüllt werden. Russland ist zu einer der Schlüsselfiguren in Syrien geworden.

Der syrische Krieg ist eindeutig eine Tragödie in einer eigenen Liga. Aber im Allgemeinen ist Instabilität in einigen Teilen der Welt zu einem beinahe dauerhaften Zustand geworden. Die Konsequenzen sind ernst und stellen eine substantielle Herausforderung dar - auch für uns Europäer.

Wir müssen uns mit humanitären Krisen befassen, dem Druck von Flüchtlingen und Migration und der erhöhten Bedrohung durch Terroristen - etwas von dem wir Europäer in der Vergangenheit relativ verschont geblieben sind.

Zu guter Letzt, wir sehen, wie viele unserer liberalen Werte, die wir, Deutsche und Israelis, teilen -"abendländische" Werte- angegriffen werden.

Es ist traurig aber wahr: diese Werte - Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit - sind nicht länger der unangefochtene, weltweite Standard. Sie brauchen unseren Schutz. Und sie zu schützen heißt auch, dass wir selber diese Werten erfüllen müssen. Das bringt mich auf Europa.

Europa ist herausgefordert und muss dieser Herausforderung gerecht werden. Ich habe dafür plädiert, dass die EU mit einer Definition ihrer gemeinsamen Interessen beginnen soll, als Ausgangspunkt für einen eher strategischen Ansatz für Weltpolitik.

Zusammen mit Frankreich, zusammen mit Emmanuel Macron müssen wir daran arbeiten, Europa dafür fit zu machen, dass es seinen Zweck in dieser neuen und herausfordernden Welt erfüllt: wir müssen uns um unsere Bürger kümmern und ihnen in einer globalisierten Welt Schutz bieten, aber Europa muss auch seine Macht auf internationaler Ebene bewahren, um seine ursprüngliche Aufgabe, Frieden und Wohlstand zu sichern, zu erfüllen.

"Es ist paradox, dass es in diesem Moment, in dem wir "Europa" mehr denn je brauchen, nicht in guter Verfassung ist." Ich spreche nicht nur von der Teilung zwischen Nord und Süd, die hauptsächlich wirtschaftlicher Natur ist. Kompromisse werden gefunden werden müssen.

Ich mache mir viel mehr Sorgen über die Uneinigkeit zwischen den Westeuropäern und einigen Osteuropäern.

Sie geben mir aus zwei Gründen Anlass zur Sorge: Sie gefährden den Zusammenhalt der Europäischen Union. Und zweitens, verstoßen viele dieser Einstellungen und jüngsten Initiativen inhaltlich gegen Normen und Überzeugungen, die im Mittelpunkt des europäischen Projekts stehen.

Es geht also nicht nur um Geopolitik, sondern auch um "Weltanschauung". Die Auseinandersetzung mit diesen internen Spaltungen innerhalb der EU ist für jede neue Regierung in Berlin von zentraler Bedeutung. Und lassen Sie mich versichern: Wir werden Wege finden, diese Probleme zu lösen. Und wir werden unsere Werte schützen.

Meine Damen und Herren, ich habe viel über die Herausforderungen gesprochen, mit denen wir in Europa konfrontiert sind, und ich könnte mehr dazu sagen. Es ist jedoch offenkundig, dass Ihr Land mit großen Sicherheitsherausforderungen konfrontiert ist.

Ich habe Syrien erwähnt. Wir erkennen, dass diese andauernde Instabilität eine ernste Gefahr für Israel darstellt.

Wir teilen Ihre Besorgnis über die Hisbollah und andere extremistische Kräfte, von denen viele vom Iran unterstützt werden.

Der Iran hat immens von den Kriegen und dem Chaos im Nahen Osten profitiert. Dies ist ein Grund zur Besorgnis.

Gleichzeitig ist dies auch der Grund aus dem wir weiterhin so von dem Wert des JCPoA (Gemeinsamer umfassender Aktionsplan) überzeugt sind, zu verhindern, dass der Iran die Atombombe bekommt. Ja, es behandelt nur einen Aspekt der Besorgnis. Aber dieses Problem - die Gefahr, die von nuklearen Möglichkeiten ausgeht - ist ein fundamentales in Bezug auf die Sicherheit Israels und der ganzen Region.

Abgesehen davon müssen wir über Wege nachdenken, um die andern Angelegenheiten bezüglich der Aktivitäten des Iran in der Region anzugehen, und über die Rolle, die Europa hier spielen kann.

Ferner müssen wir den Irak nach dem Sieg über den Da'esh stabilisieren - zum Beispiel, indem wir mit Minenräumung helfen und dem Aufbau effektiver Verwaltungsstruktuen.

Deutschland unterstützt auch den Libanon und Jordanien, die viele Flüchtlinge willkommen geheißen haben, aber unter dieser Belastung leiden. Ich denke, dass sowohl Deutschland als auch Israel ein starkes Interesse an der Stabilität dieser Länder haben.

Darüber hinaus stelle ich eine interessante Entwicklung einer allmählichen Neuordnung der Macht in dieser Region fest. Sie entwickelt sich unterhalb der Oberflächenschicht akuter Krisen und Kriege: Was meine ich damit? Nun, von außen scheint es, als ob Israel und einige der großen sunnitischen arabischen Staaten zusammenkommen, vereint in ihrer Sorge um den Iran.

Ich glaube, dass eine solche Entwicklung ein große Verheißung und neue Risiken mit sich bringt. Ich spreche auch von Risiko, weil ich davon überzeugt bin, dass Beziehungen fragil bleiben werden, wenn sie nur auf einem gemeinsamen Feind aufbauen.

Dies gilt in der Tat auch für die Vereinigten Staaten. Ich sprach von der Leere, die an vielen Stellen durch diesen augenscheinlichen amerikanischen Rückzug entstanden ist.

Nun könnten Sie argumentieren, dass das Gegenteil richtig ist, angesichts Ihrer Situation. In Hinblick auf die Palästinenser und die Iran-Frage stellen sich die Amerikaner eindeutiger als je zuvor auf Ihre Seite. Aber ist das wirklich ausschließlich eine gute Sache?

Wenn ich an die wahrscheinlichen Konsequenzen denke, finde ich dies zweideutiger: In entscheidenden Fragen war amerikanische Diplomatie durch das Beibehalten einer Vermittlerposition lange erfolgreich - auch im Nahen Osten, trotz aller Nähe zu Ihrem Land. Große Errungenschaften, wie der Frieden mit Ägypten, wäre sonst nicht denkbar gewesen. Können die Amerikaner noch eine solche Rolle spielen, wenn sie so offen Partei ergreifen? Werden andere in ihre Fußstapfen treten?

Und heimatnäher haben Sie die unbeantwortete Frage, wie Israelis und Palästinenser in der Zukunft zusammen leben werden. Aus meiner Perspektive, stellt dieses Problem sowohl Israels Sicherheit als auch seine Werte in Frage.

Manche mögen sagen, dies wäre nicht die drängendste Herausforderung, weil sie glauben, dass der sogenannte Status Quo bewältigt werden kann oder sogar aufrechterhalten.

Aber als Freund Israels und als der Außenminister eines Landes mit einer speziellen Verpflichtung für die Sicherheit Ihres Landes, bin ich ernsthaft über Israels mittel- bis langfristige Optionen besorgt. Wir sollen auf dieser Konferenz über Strategie reden. Also, was genau ist Israels Strategie in diesem Konflikt?

Einige Mitglieder des israelischen Kabinetts sind ausdrücklich gegen die Zwei-Staaten-Lösung. Aber die Zwei-Staaten-Lösung war immer Grundlage unserer Bemühungen für den israelisch-palästinensischen Frieden und für die große Menge an Finanzmitteln, die Deutschland und Europa bereitstellen, um die Situation vor Ort zu unterstützen.

Und da wir hier unter Freunden reden, lassen Sie mich hinzufügen: Diese - bestenfalls gemischten - Signale bleiben nicht unbemerkt in Europa, wo die Frustration über Israels Handlungen deutlich zunimmt. Auch in Deutschland - und offen gesagt auch in meiner eigenen Partei - fühlen sich junge Leute zunehmend weniger geneigt zu akzeptieren, was sie für eine unfaire Behandlung der Palästinenser halten. Und es ist zunehmend schwierig für Leute wie mich, ihnen die Gründe zu erklären, warum unsere Unterstützung für Israel fortbestehen muss.

Als Freund und enger Verbündeter müssen wir wissen, ob Israel eine Verhandlungslösung für diesen Konflikt nicht weiter unterstützt.

Selbstverständlich kann ich die Frustration verstehen, die im Zentrum der Kritik liegt: Es ist schwer an zwei Staaten zu glauben, die Seite an Seite in Frieden, Sicherheit und gegenseitiger Anerkennung leben, wenn Gewalt und Aufrufe Hass säen und wenn das Bauen von Siedlungen buchstäblich den Raum für Verhandlungen verringert.

Palästinensische und israelische Führer sind - 25 Jahre nach Oslo - immer noch nicht in der Lage, einander zu sagen: "Ihr gehört hierher." Und glauben Sie mir: Ich erhebe dieses Bedauern auch mit den Palästinensern. Ich habe es getan, kurz bevor ich hierher kam, als ich mich mit Mahmud Abbas in Ramallah traf.

Und doch müssen wir nicht nur über unsere Frustrationen sprechen. Wir müssen auch nach vorn blicken.

Also frage ich die, die gegen einen Palästinensischen Staat sind: Wie möchten Sie, dass Israels Zukunft aussieht?

Sind Sie bereit, den Preis für immerwährende Besatzung und Konflikte zu bezahlen - einen Preis, der weiter wachsen wird, wenn es auf der palästinensischen Seite keine Hoffnung auf Selbstbestimmung gibt?

Sind Sie Willens die Folgen einer voll ausgewachsenen Annexion zu tragen - eine Ein-Staaten-Wirklichkeit ungleicher Rechte?

Oder sind sie bereit, einen einzigen demokratischen Staat zwischen dem Meer und dem Fluss zu akzeptieren?

Ich gebe zu, dass mich diese Fragen und besonders das bisherige Fehlen überzeugender Antworten beunruhigen. Solange ich keine gehört habe, glaube ich, das der Weg zu Sicherheit und Frieden nur in einer Zwei-Staaten-Lösung gefunden werden kann.

Und jetzt die gute Nachricht: Deutschland freut sich auf den Tag, an dem es in der Lage sein wird, seine Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen.

Aber lassen Sie mich hinzufügen: In zwei Staaten mit Jerusalem als ihrer Hauptstadt. Hier gibt es keine Abkürzung. Beide Parteien haben legitime Ansprüche bezüglich Jerusalems und eine Lösung kann nur in Verhandlungen gefunden werden.

Wir glauben, dass dieser Schritt zur Unterstützung der Umsetzung einer ausgehandelten Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage der Grenzen von 1967 erfolgen muss. Bis dahin werden wir dem Völkerrecht bezüglich des Status der besetzten Gebiete folgen.

Gleichwohl werden wir immer dann unsere Stimme erheben, wenn jemand versucht zu leugnen, was nicht geleugnet werden kann: Die wesentliche und historische Verbindung von Jerusalem mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel.

Meine Damen und Herren, ich habe die Ehre heute als Hauptredner eingeladen zu sein: Ein deutscher Außenminister bei einer Konferenz über israelische Sicherheit! Für mich beinhaltet dies, was wir erreicht haben, wofür wir dankbar sind und was wir pflegen wollen.

Letztes Wochenende - am Sonnabend, dem 27. Januar - erinnerten wir uns an die Befreiung von Auschwitz: auch in Berlin, wo ich - der Sohn eines Nationalsozialisten - mit dem Son eines Holocaust-Überlebenden in einem Gremium saß. Heute bin ich hier bei Ihnen in Israel. Für diese Tatsache allein bin ich unglaublich dankbar.

Es kann keinen Zweifel geben: In Anerkennung unserer historischen Verantwortung wird dies immer eine besondere und kostbare Bindung für mein Land sein.

Mein Land hat auch eine besondere Verantwortung im Kampf gegen den Anti-Semitismus. Es ist sehr traurig aber nicht zu leugnen: Wir haben diesen Kampf in Deutschland noch nicht gewonnen. Aber wir sind entschlossen, ihn zu gewinnen. Seien Sie versichert: Meine Regierung wird Anti-Semitismus in jeglicher Art und Weise nicht tolerieren. Niemals wieder.

Ich war beschämt durch eine Rede, die ihr Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, am Montag hielt, als wir eine Ausstellung über Diplomaten eröffneten, die als Gerechte unter den Völkern anerkannt sind. Wir können die Geschichte nicht verändern, sagte er, aber die Geschichte kann uns verändern. Er sprach über die Verwandlung der historischen Last in eine einzigartige Bindung.

Wenn ich das als Deutscher sage, kann es falsch klingen. Aber lassen Sie mich Ihnen versichern: Wir wollen die Geschichte nicht hinter uns lassen und wir werden uns immer unserer historischen Verantwortung stellen. Es erfüllt mich immer noch mit Freude, dass die Beziehung zwischen unseren beiden Ländern über Jahrzehnte erblüht ist.

Diese Beziehung ist lebendig: Sie bringt Unternehmer, Wissenschaftler und Künstler zusammen. Zum ersten Mal haben israelische und deutsche Kampfflugzeuge zusammen in dem Luftraum über der Negev-Wüste trainiert. Wir haben auch wieder eine jüdische Gemeinde in Deutschland und sie wächst.

Kurz gesagt, es ist ein Geschenk, dass Deutsche und Israelis nicht nur in die Vergangenheit schauen sondern auch in die Zukunft. Und dass sie es gemeinsam machen.

Vielen Dank.
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Excellencies, Ambassadors, Ladies and Gentlemen.
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Thank you for this invitation.
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I am very happy to be here.
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It is a privilege to speak at a conference on strategic security here in Tel Aviv.
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I have great admiration for the culture of strategic discussion you have developed here in Israel.
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Of course, I know that this is a matter of necessity for your country.
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This understanding is shared by the Israeli public and reflected in public discourse.
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It is clearly part of the success story of the 70 years since the foundation of the State of Israel.
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And let me tell you: I believe that we in Germany have much to learn in this regard!
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And we better learn fast.
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Why is this so?
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Let’s be honest, we have had a relatively good deal in the past.
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We were able to rely on the strong transatlantic relationship.
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But we have to acknowledge the fact that the priorities of the USA are shifting.
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This development started before Trump: the US is turning towards Asia and looking more inwards.
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We regret this - but this doesn’t change the fact: We have to react and adjust.
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At the same time other major powers are becoming more assertive: Russia and China especially.
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All around the globe China is filling the void left by other actors.
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Russia has become one of the key players in Syria.
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The Syrian war is clearly a tragedy in a league of its own.
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But in general, instability has become almost a permanent feature in some parts of the world.
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The consequences are serious and pose a substantial challenge - also for us Europeans.
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They need our protection.
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And protecting them also means that we have to live up to these values ourselves.
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This brings me to Europe.
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Europe is challenged and must live up this challenge.
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It is ironic that at this moment when we need “Europe” more than ever, it is not in good shape.
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Compromises will have to be found.
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I worry much more about the disagreements between Western Europeans and some Eastern Europeans.
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They worry me for two reasons: they threaten the cohesion of the European Union.
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So this is not only about geopolitics but also about “Weltanschauung”.
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Addressing these internal divisions within the EU is key for any new government in Berlin.
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And let me assure you: we will find ways to solve these issues.
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And we will protect our values.
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It’s obvious, however, that your country faces tough security challenges.
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I have mentioned Syria.
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We see how this continuing instability poses a serious risk for Israel.
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We share your concern about Hezbollah and other extremist forces, many supported by Iran.
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Iran has profited immensely from the wars and chaos in the Middle East.
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This is a reason to worry.
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Yes, it addresses only one issue of concern.
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I think that both Germany and Israel share a strong interest in the stability of these countries.
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It is evolving below the surface layer of acute crises and wars: what do I mean?
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I think that such a development brings with it a great promise and new risks.
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In fact this also applies to the United States.
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I spoke of the void left in many places by this apparent American retreat.
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Now you might argue that the opposite is true with respect to your situation.
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But is this really only a good thing?
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Great achievements like the peace with Egypt would not have been thinkable otherwise.
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Can the Americans still play such a role if they take sides so openly?
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Will others try to step into their shoes?
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From my perspective, this question challenges both Israel’s security and its values.
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We are supposed to talk about strategy at this conference.
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So what exactly is Israel´s strategy in this conflict?
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Some members of Israel´s cabinet are explicitly against the two-state solution.
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I have done so just before coming here, when I met with Mahmud Abbas in Ramallah.
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And yet we must not talk only about our frustrations.
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We must also look to the future.
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So I ask those who oppose a Palestinian state: how do you want Israel’s future to look like?
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Or are you ready to accept a single democratic state between the sea and the river?
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But let me add: in two states with Jerusalem as their capital.
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There is no shortcut here.
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Until then we will follow international law regarding the status of the occupied territories.
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Today I am here with you in Israel.
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For this fact alone I am incredibly thankful.
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My country also has also a special responsibility in fighting against anti-Semitism.
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It is very sad but there is no denying: we have not yet won this fight in Germany.
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But we are determined to win it.
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Please be assured: my government will not tolerate anti-Semitism - of any form.
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Never again.
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We cannot change history, he said, but history can change us.
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He spoke about transforming the burden of history into a unique bond.
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If I say this as a German, it can sound wrong.
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This relationship is vibrant: it brings together entrepreneurs, scientists and artists.
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We also have a Jewish community in Germany again and it is growing.
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In short, it is a gift that Germans and Israelis look not only to the past but also to the future.
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And that they do so together.
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Thank you.‎
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Scharing7 • 7699  commented on  unit 120  10 months, 1 week ago
lollo1a • 9505  commented on  unit 60  10 months, 1 week ago
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Scharing7 • 7699  commented on  unit 35  10 months, 1 week ago
Scharing7 • 7699  commented on  unit 26  10 months, 1 week ago
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Excellencies,
Ambassadors,
Ladies and Gentlemen.

Thank you for this invitation. I am very happy to be here.

It is a privilege to speak at a conference on strategic security here in Tel Aviv. I have great admiration for the culture of strategic discussion you have developed here in Israel. Of course, I know that this is a matter of necessity for your country. That it has always been - even a matter of life and death in light of your country’s position and the politics of the Middle East.

This understanding is shared by the Israeli public and reflected in public discourse. It is clearly part of the success story of the 70 years since the foundation of the State of Israel. And let me tell you: I believe that we in Germany have much to learn in this regard!

And we better learn fast. Why is this so? Even if many of my countrymen and -women still ignore this, for me as German Foreign Minister there is no doubt: the world has become a much less comfortable place - also for us Germans.

Let’s be honest, we have had a relatively good deal in the past. We were able to rely on the strong transatlantic relationship. Cooperation with the United States and the commitment to NATO remain fundamental for German foreign and security policy also today.

But we have to acknowledge the fact that the priorities of the USA are shifting. This development started before Trump: the US is turning towards Asia and looking more inwards. It is less willing to shoulder the responsibility - and the costs - of the international liberal order. We regret this - but this doesn’t change the fact: We have to react and adjust.

At the same time other major powers are becoming more assertive: Russia and China especially. All around the globe China is filling the void left by other actors. Also in your region, the Middle East, we see how space that is vacated by one power is quickly filled by another. Russia has become one of the key players in Syria.

The Syrian war is clearly a tragedy in a league of its own. But in general, instability has become almost a permanent feature in some parts of the world. The consequences are serious and pose a substantial challenge - also for us Europeans.

We have to deal with humanitarian crises, the pressures of refugees and migration and an increasing threat posed by terrorists - something we Europeans had been relatively spared from in the past.

Finally, we see how many of the liberal values we, Germans and Israelis, share - “Western” values – are under attack.

It is sad but true: these values - democracy, human rights, rule of law – are no longer the uncontested global norm. They need our protection. And protecting them also means that we have to live up to these values ourselves. This brings me to Europe.

Europe is challenged and must live up this challenge. I have been pleading for the EU to begin with a definition of its common interests as a starting point for developing a more strategic approach to world affairs.

Together with France, together with Emmanuel Macron, we need to work to make Europe fit for purpose in this new and challenging world: we need to look after our citizens and offer them protection in a globalized world, but Europe also needs to project power on to the international stage to be able to deliver on its original task of ensuring peace and prosperity.

It is ironic that at this moment when we need “Europe” more than ever, it is not in good shape. I am not only talking about the division between North and South, which is mainly economic in nature. Compromises will have to be found.

I worry much more about the disagreements between Western Europeans and some Eastern Europeans.

They worry me for two reasons: they threaten the cohesion of the European Union. And, second, in terms of substance, many of these attitudes and recent initiatives violate norms and convictions at the heart of the European project.

So this is not only about geopolitics but also about “Weltanschauung”. Addressing these internal divisions within the EU is key for any new government in Berlin. And let me assure you: we will find ways to solve these issues. And we will protect our values.

Ladies and gentlemen,

I spoke much about the challenges we face in Europe and I could say more about this. It’s obvious, however, that your country faces tough security challenges.

I have mentioned Syria. We see how this continuing instability poses a serious risk for Israel.

We share your concern about Hezbollah and other extremist forces, many supported by Iran.

Iran has profited immensely from the wars and chaos in the Middle East. This is a reason to worry.

At the same time this is also why we continue to be so convinced of the value of the JCPoA in preventing Iran from getting the nuclear bomb. Yes, it addresses only one issue of concern. But this issue – the danger emanating from nuclear capability - is a fundamental one with regard to the security of Israel and the whole region.

Having said this, we need to think about ways to address the other concerns about Iran’s activities in the region and about the role Europe can play here.

Moreover, we need to stabilize Iraq after the defeat of Da’esh – for example, by helping with demining and the establishment of effective governance structures.

Germany also supports Lebanon and Jordan, who have welcomed many refugees but are struggling under this strain. I think that both Germany and Israel share a strong interest in the stability of these countries.

On top of this, I observe an interesting process of a gradual reconfiguration of power going on in this region. It is evolving below the surface layer of acute crises and wars: what do I mean? Well, from the outside it looks like Israel and some of the big Sunni Arab states are coming together, united in their worries about Iran.

I think that such a development brings with it a great promise and new risks. I speak also of risk because I am convinced that relationships based only on a shared enemy will remain fragile.

In fact this also applies to the United States. I spoke of the void left in many places by this apparent American retreat.

Now you might argue that the opposite is true with respect to your situation. With regard to the Palestinians and the Iran question the Americans are taking your side more clearly than ever before. But is this really only a good thing?

When I think of the likely consequences, I think this is more ambivalent: American diplomacy has long succeeded in maintaining the position of an arbiter in crucial questions –also in the Middle East, despite all closeness to your country. Great achievements like the peace with Egypt would not have been thinkable otherwise. Can the Americans still play such a role if they take sides so openly? Will others try to step into their shoes?

And even closer to home, you have the unanswered question of how Israelis and Palestinians will live together in the future. From my perspective, this question challenges both Israel’s security and its values.

Some may say this is not the most pressing challenge because they believe the so-called status quo can be managed or even sustained.

But as a friend of Israel and as the foreign minister of a country with a special commitment to your country’s security, I am sincerely worried about Israel’s mid- to long-term options. We are supposed to talk about strategy at this conference. So what exactly is Israel´s strategy in this conflict?

Some members of Israel´s cabinet are explicitly against the two-state solution. But the two-state solution has always been the foundation of our engagement for Israeli-Palestinian peace and for the large amount of funding that Germany and Europe make available in support of the situation on the ground.

And as we are talking among friends, let me add: these - at best mixed - signals do not go unnoticed in Europe, where there is clearly growing frustration with Israel´s actions. Also in Germany, and frankly inside my own party, young people feel increasingly less inclined to accept what they deem an unfair treatment of the Palestinians. And it is increasingly difficult for people like me to explain to them the reasons why our support for Israel must persist.

As a friend and close ally, we need to know if Israel is not supporting a negotiated solution to this conflict anymore.

Of course, I can understand the frustration that lies at the core of the criticism: it is hard to believe in two states living side by side in peace, security and mutual recognition when violence and incitement sow hatred and when the building of settlements - quite literally- reduces space for negotiations.

25 years after Oslo, Palestinian and Israeli leaders are still unable to say to each other: “You belong here.”

And believe me: I raise this regret also with the Palestinians. I have done so just before coming here, when I met with Mahmud Abbas in Ramallah.

And yet we must not talk only about our frustrations. We must also look to the future.

So I ask those who oppose a Palestinian state: how do you want Israel’s future to look like?

Are you prepared to pay the price of perpetual occupation and conflict – a price that will continue to grow if there is no hope for self-determination on the Palestinian side?

Are you willing to bear the consequences of fully fledged annexation – a one-state reality of unequal rights?

Or are you ready to accept a single democratic state between the sea and the river?

I admit that I am worried by these questions and especially by the lack of convincing answers so far. Until I have heard any, I believe that the path to security and peace can only be found in two states.

And now the good news: Germany is looking forward to the day when it will be able to move its Embassy in Israel to Jerusalem.

But let me add: in two states with Jerusalem as their capital. There is no shortcut here. Both parties have legitimate aspirations with regard to Jerusalem, and a solution can only be found in negotiations.

We believe this move must come in support of the implementation of a negotiated two-state solution based on the 67 line. Until then we will follow international law regarding the status of the occupied territories.

At the same time, we will always speak out when anyone tries to deny what is undeniable: the essential and historic connection of Jerusalem to the Jewish people and the State of Israel.

Ladies and Gentlemen,

I am honored to be invited as keynote speaker today: a German foreign minister at a conference on Israeli security! For me this encapsulates what we have achieved, what we are grateful for, and what we want to treasure.

Last weekend – on Saturday, January 27th - we remembered the liberation of Auschwitz: also in Berlin, where I – the son of a National Socialist - sat on a panel with the son of Holocaust survivors. Today I am here with you in Israel. For this fact alone I am incredibly thankful.

There can be no doubt: in recognition of our historic responsibility this will always be a special and precious bond for my country.

My country also has also a special responsibility in fighting against anti-Semitism. It is very sad but there is no denying: we have not yet won this fight in Germany. But we are determined to win it. Please be assured: my government will not tolerate anti-Semitism - of any form. Never again.

I was humbled by a speech your Ambassador to Berlin, Jeremy Issacharoff gave on Monday when we inaugurated an exhibition about diplomats recognized as Righteous among Nations. We cannot change history, he said, but history can change us. He spoke about transforming the burden of history into a unique bond.

If I say this as a German, it can sound wrong. But let me assure you: we do not want to leave history behind and we will always face our historic responsibility. Still, it fills me with joy that the relationship between our two countries has flourished over the decades.

This relationship is vibrant: it brings together entrepreneurs, scientists and artists. For the first time, Israeli and German fighter jets have trained together in the air above the Negev. We also have a Jewish community in Germany again and it is growing.

In short, it is a gift that Germans and Israelis look not only to the past but also to the future. And that they do so together.

Thank you.‎