en-de  Anne of Green Gables /Chapter VIII Medium
KAPITEL VIII:


Annes Erziehung hat begonnen.


Aus Gründen, die ihr am besten bekannt sind, sagte Marilla Anne bis zum nächsten Nachmittag nicht, dass sie auf Green Gables bleiben sollte. Während des Vormittages beschäftigte sie das Kind mit verschiedenen Aufgaben und beobachtete sie mit scharfem Auge, während sie sie erledigte. Bis Mittag war sie zu dem Schluss gekommen, dass Anne schlau und folgsam war, arbeitswillig und schnell im Lernen; ihre ernsthafteste Unzulänglichkeit schien eine Neigung zu sein, inmitten einer Aufgabe in Tagträume zu verfallen und dabei alles darüber zu vergessen, bis zu der Zeit, wenn sie durch eine Rüge oder Katastrophe scharf auf den Boden der Tatsachen zurückgerufen wurde.

Als Anne mit dem Abwasch des Essgeschirrs fertig war, stand sie plötzlich Marilla mit der Haltung und dem Ausdruck von jemandem gegenüber, der verzweifelt entschlossen ist, das Schlimmste zu lernen. Ihr schmaler, kleiner Körper zitterte von Kopf bis Fuß, ihr Gesicht errötete und ihre Augen weiteten sich bis sie fast schwarz waren. Sie verschränkte fest ihre Hände und sagte mit flehender Stimme: "Oh bitte, Miss Cuthbert, wollen Sie mir nicht sagen, ob Sie mich wegschicken werden oder nicht? Den ganzen Morgen habe ich versucht, geduldig zu sein, aber ich fühle wirklich, dass ich es nicht länger ertragen kann, es nicht zu wissen. Es ist ein schreckliches Gefühl. Bitte, sagen Sie es mir."

Du hast das Tuch nicht in sauberem, kochendem Wasser ausgespült, wie ich es dir sagte", sagte Marilla unnachgiebig. "Nun, geh und mach das, bevor du noch weitere Fragen stellst, Anne."

Anne ging und kümmerte sich um das Geschirrtuch. Dann kehrte sie zu Marilla zurück und schaute sie mit flehenden Augen an.

"Also," sagte Marilla, die keine Ausrede mehr finden konnte, um ihre Erklärung länger hinauszuschieben, "Ich denke, ich könnte es dir auch sagen. Matthew und ich haben uns entschieden dich bei uns zu behalten - dass heißt, wenn du bereit bist, ein artiges Mädchen zu sein und uns Dankbarkeit zu zeigen. Aber, Kind, was ist denn bloß?

"Ich weine", sagte Anne in einem Ton der Fassungslosigkeit. "Ich weiß auch nicht warum. "Ich bin so froh, wie man sein kann. Ach, froh ist gar nicht das richtige Wort. Ich war froh über den Weißen Weg und die Kirschblüten - aber dieses! Oh, es ist viel mehr als nur froh. Ich bin so glücklich. Ich werde versuchen artig zu sein. Es wird nicht leicht sein, nehme ich an, denn Mrs Thomas sagte mir oft, dass ich furchtbar unartig sei. Aber, ich werde mein allerbestes tun. Aber, können Sie mir sagen warum ich weine?"

"Wahrscheinlich, weil du so aufgeregt und aufgewühlt bist", sagte Marilla kritisch. "Setz' dich auf diesen Stuhl und versuche dich zu beruhigen. Ich fürchte, du lachst und weinst viel zu leicht. Doch, du darfst hier bleiben und wir werden versuchen für dich das Richtige zu tun. Du musst zur Schule gehen; aber es dauert nur noch zwei Wochen bis zu den Schulferien, also lohnt es sich nicht anzufangen bevor die Schule in September wieder beginnt.

"Wie soll ich Sie nennen?" fragte Anne. "Soll ich immer Miss Cuthbert sagen? Darf ich Sie Tante Marilla nennen?"

"Nein; du wirst mich einfach Marilla nennen. Ich bin gar nicht gewohnt Miss Cuthbert genannt zu werden und es würde mich nervös machen."

"Es klingt furchtbar unhöflich Sie einfach Marilla zu nennen", protestierte Anne.

"Ich denke, es wird nichts Unhöfliches dabei sein, wenn du darauf achtest, respektvoll zu sprechen. Jeder in Avonlea, jung und alt, nennt mich Marilla, abgesehen vom Pastor. Er sagt, Miss Cuthbert - wenn er daran denkt."

"Ich würde dich so gerne Tante Marilla nennen," sagte Anne sehnsüchtig. "Ich habe noch nie eine Tante, oder überhaupt eine Verwandte - nicht mal eine Großmutter, gehabt. Dann hätte ich das Gefühl, dass ich wirklich zu Ihnen gehöre. Bitte, darf ich Sie nicht Tante Marilla nennen?"

"Nein. Ich bin nicht deine Tante, und ich finde es nicht richtig Menschen mit etwas zu titulieren, das nicht zu ihnen gehört."

"Aber wir könnten so tun als wären Sie meine Tante."

"Das könnte ich nicht," sagte Marilla grimmig.

Stellen Sie sich nie Sachen anders vor, als sie in Wirklichkeit sind?" fragte Anne staunend.

"Nein."

"Oh!" Anne atmete tief ein. "Oh, Miss - Marilla, wie viel Sie verpassen!"

"Ich finde es nicht richtig, sich Dinge anders vorzustellen, als sie in Wirklichkeit sind", verkündete Marilla. "Wenn Gott uns in bestimmte Umstände stellt, will Er nicht, dass wir sie uns wegdenken. Und das erinnert mich. Geh ins Wohnzimmer, Anne - sei dir sicher, dass deine Schuhe sauber sind und lass keine Fliegen herein und bring mir die bebilderte Karte, die auf dem Kaminsims ist. Das Vaterunser steht auf der Karte und du wirst heute Nachmittag deine Freizeit damit verbringen, es zu lernen, um es auswendig zu können. Es wird kein solches Beten mehr geben, wie ich es gestern Abend gehört habe."

"Ich vermute, ich war ziemlich peinlich", sagte Anne entschuldigend, "andererseits, wissen Sie, ich hatte überhaupt keine Übung darin. Man kann wirklich nicht von einer Person erwarten, dass sie beim ersten Versuch sehr schön betet, oder? Ich habe mir, nachdem ich ins Bett gegangen bin, ein wunderbares Gebet ausgedacht, genau wie ich es Ihnen versprochen habe.... Es war fast so lang wie das eines Pfarrers und so poetisch. Aber würdest du es glauben? Ich konnte mich an kein Wort erinnern, als ich heute Morgen aufwachte. Und ich fürchte, ich werde niemals imstande sein, mir noch ein so Gutes auszudenken. Irgendwie sind die Sachen nie so gut, wenn man sie sich zum zweitenmal ausdenkt. Haben Sie das schon mal bemerkt?

"Hier ist etwas, das du dir merken musst, Anne. Wenn ich dir befehle, etwas zu tun, dann will ich, dass du mir sofort gehorchst, und nicht einfach stocksteif da stehst und darüber redest. Geh einfach und tu, was ich dir befohlen habe."

Anne ging sofort in das Wohnzimmer auf der anderen Seite der Halle, sie kam aber nicht zurück; nachdem Marilla zehn Minuten gewartet hatte, legte sie ihr Strickzeug hin und marschierte mit grimmigem Gesicht hinter ihr her. Sie fand Anne reglos vor einem Bild, das an der Wand zwischen den beiden Fenstern hing, mit den Händen hinter sich verschränkt, das Gesicht erhoben, und die Augen voller Träume. Das weiße und grüne Licht sickerte draußen durch Apfelbäume und Weinreben, fiel mit fast überirdischem Strahlen auf die versunkene kleine Gestalt.

"Anne, an was denkst du nur wieder. fragte Marilla schroff.

Anne landete erschrocken wieder auf dem Boden der Wirklichkeit.

"Das" sagte sie und deutete auf das Bild - eine sehr anschauliche Lithografie mit dem Titel " Christus segnet kleine Kinder". "Und ich stellte mir nur vor, ich sei eins von ihnen- dass ich das kleine Mädchen im blauen Kleid wäre, entfernt ganz allein in der Ecke, als ob es zu niemandem gehören würde, wie ich. Sie sieht einsam und traurig aus, finden Sie nicht auch? Ich vermute, sie hatte weder Vater noch Mutter. Aber es wollte auch gesegnet werden, deshalb hat es sich schüchtern einfach an den Rand der Menge geschlichen und hoffte, dass keiner es bemerken würde - außer Ihm. Ich bin mir sicher, dass ich weiß, wie es sich fühlte. Sein Herz muss gepocht haben und seine Hände müssen kalt geworden sein, wie meine es geworden sind, als ich Sie fragte, ob ich bleiben dürfte. Es hatte Angst, dass Er es nicht bemerken würde. Aber wahrscheinlich hat Er, denken Sie nicht? Ich habe versucht, mir das alles vorzustellen - sein immer ein bisschen näherkommen bis es ziemlich nah bei Ihm war; und dann würde er zu ihm gucken und seine Hand auf sein Haar legen und oh, so eine freudige Erregung würde über es hinweggehen! Aber ich wünschte, der Künstler hätte Ihn nicht so sorgenvoll-schauend gemalt. Alle Seine Bilder sind wie dieses, falls Sie es bemerkt haben... Aber ich glaube nicht, dass Er wirklich so traurig ausgesehen hat, sonst hätten sich die Kinder vor Ihm gefürchtet"...

" Anne", sagte Marilla und wunderte sich, warum sie dieses Gespräch nicht schon längst unterbrochen hatte, "du solltest nicht auf diese Weise reden. Es ist respektlos - absolut respektlos."

Annes Augen staunten.

"Warum, ich fühlte mich so ehrfürchtig wie möglich. Es war keine Absicht, respektlos zu sein."

"Gut, ich vermute mal nicht - aber es hört sich nicht richtig an, so vertraut über solche Dinge zu sprechen. Und eine andere Sache, Anne, wenn ich dich etwas holen schicke, musst du es sofort bringen und nicht in Tagträume und Vorstellungen vor Bildern verfallen. Denk daran. Nimm diese Karte und komm direkt in die Küche. Nun setz' dich in die Ecke und lerne dieses Gebet auswendig."

Anne stellte die Karte gegen einen Krug von Apfelblüten, die sie hereingebracht hatte, um den Esstisch zu schmücken, - Marilla hatte diese Dekoration misstrauisch gemustert, aber nichts gesagt - stützte ihr Kinn auf ihre Hände und begann sie für mehrere stille Minuten aufmerksam zu studieren

"Ich mag es",verkündete sie schließlich. "Es ist wunderschön. Ich habe es früher schon mal gehört - ich hörte den Superintendenten der Sonntagsschule des Heimes es einmal sprechen... Aber damals mochte ich es nicht. Er hatte so eine gebrochene Stimme und er betete es so traurig. Ich war mir wirklich sicher, dass er Beten als eine lästige Aufgabe empfand. Dies ist keine Dichtung, aber es lässt mich genau auf dieselbe Art fühlen, wie es Dichtung tut. Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Das ist genau wie eine Reihe von Noten. Oh, ich bin so froh, dass Sie daran gedacht haben, mich dazu zu bringen, das hier zu lernen, Miss - Marilla."

"Nun, lerne es und halte deinen Mund", sagte Marilla kurz angebunden.

Anne neigte die Vase mit Apfelblüten nah genug, um einer rosageränderten Knospe einen zarten Kuss zu schenken und dann lernte sie fleißig für einen Augenblick weiter.

"Marilla", wollte sie gleich wissen, "glaubst du, dass ich jemals eine Busenfreundin in Avonlea haben werde?"

"Oh-was für eine Art Freundin?"

"Eine Busenfreundin - eine vertraute Freundin, wissen Sie - ein wirklich Seelenverwandte, der ich mein Innerstes anvertrauen kann. Ich habe mein ganzes Leben lang davon geträumt, ihr zu begegnen. Ich habe niemals wirklich angenommen, dass ich es würde, aber so viele meiner schönsten Träume sind auf einmal wahr geworden, dass dieser es vielleicht auch wird. Denkst du, es ist möglich?"

"Diana Barry wohnt drüben bei Orchard Slope und hat etwa dein Alter. Sie ist ein sehr nettes, kleines Mädchen, und vielleicht wird sie eine Spielkameradin für dich sein, wenn sie nach Hause kommt. Sie besucht gerade ihre Tante bei Carmody. Du musst trotzdem umsichtig sein, wie du dich verhältst. Mrs. Barry ist eine sehr anspruchsvolle Frau. Sie wird Diana nicht mit einem Mädchen spielen lassen, das nicht nett und artig ist."

Anne schaute durch die Apfelblüten zu Marilla, ihre Augen strahlend vor Interesse.

Wie ist Diana so?... Ihre Haare sind nicht rot, nicht wahr? Oh, ich hoffe nicht. Es ist schlimm genug selbst rote Haare zu haben, aber ich könnte es bestimmt nicht bei einer Freundin ertragen."

"Diana ist ein sehr hübsches, kleines Mädchen. Sie hat schwarze Augen und Haare und rosige Wangen. Und sie ist brav und intelligent, was besser ist als hübsch zu sein."

Marilla liebte die moralischen Grundsätze so wie die Herzogin im Wunderland und war felsenfest davon überzeugt, dass an jede Bemerkung, die man gegenüber einem Kind äußert, das großgezogen wird, einen solchen festmachen sollte.

Aber Anne wischte die Moral als unwesentlich beiseite und griff nur die herrlichen Möglichkeiten zuvor auf.

"Oh, ich bin so froh, dass sie hübsch ist. Neben dem eigenen Schönsein - und das ist in meinem Fall unmöglich - wäre es das Beste, eine schöne Busenfreundin zu haben. Als ich bei Mrs. Thomas lebte, hatte sie einen Bücherschrank mit Glastüren in ihrem Wohnzimmer. Es waren keine Bücher darin; Mrs. Thomas bewahrte ihr bestes Porzellan und ihr Eingemachtes dort auf - wenn sie etwas Eingemachtes zum Aufbewahren hatte. Eine der Türen war zerbrochen. Mr. Thomas zerschlug sie eines Nachts, als er leicht betrunken war. Aber die andere war ganz und ich stellte mir immer vor, dass mein Spiegelbild darin ein weiteres kleines Mädchen sei, das darin lebte. Ich nannte sie Katie Maurice, und wir waren sehr vertraut. Ich sprach immer stundenweise mit ihr, besonders am Sonntag, und ich erzählte ihr alles. Katie war die Geborgenheit und der Trost in meinem Leben. Wir taten so, als ob der Bücherschrank verzaubert wäre und wenn ich den Zauberspruch wüsste, könnte ich die Tür öffnen und richtig in den Raum gehen, wo Katie Maurice lebte, anstatt in die Regale mit Eingemachtem und Porzellan von Mrs. Thomas. Und dann hätte Katie Maurice mich an die Hand genommen und mich zu einem wundervollen Ort hinaus geführt, voller Blumen und Sonnenschein und Feen und wir hätten dort glücklich bis an unser Lebensende gelebt. Als ich gehen musste, um bei Mrs. Hammond zu leben, brach es mir fast das Herz, Katie Maurice zu verlassen. Sie fand es auch schrecklich, ich weiß, dass sie so fühlte, weil sie weinte, als sie mir einen Abschiedskuss durch die Bücherschranktür gab. Bei Mrs. Hammond gab es keinen Bücherschrank. Aber ein bisschen weiter am Fluß entlang, nicht weit vom Haus, war ein langes, grünes Tal und dort lebte das schönste Echo. Es hat jedes Wort, das man aussprach, zurückgesprochen, sogar wenn man nicht besonders laut gesprochen hat. Also stellte ich mir vor, es wäre ein kleines Mädchen names Violetta und wir wären gute Freunde und ich liebte sie fast so sehr, wie ich Katie Maurice liebte - nicht ganz so, aber fast, wissen Sie. In der Nacht, bevor ich ins Waisenhaus ging, sagte ich Violetta auf Wiedersehen, und, ach, ihr auf Wiedersehen kam in solch traurigen Tönen zu mir zurück. Ich hatte mich so sehr mit ihr verbunden gefühlt, dass ich es nicht übers Herz gebracht hätte, mir eine Busenfreundin im Waisenhaus vorzustellen, auch wenn es dort noch Raum für Phantasie gegeben hätte."

"Ich denke, es ist auch gut, dass es da keine gab", sagte Marilla trocken. "Ich befürworte solches Treiben nicht. Du scheinst deinen eigenen Fantasien halb zu glauben. Es wird gut für dich sein, eine richtige lebendige Freundin zu haben, damit du dir solchen Unsinn aus dem Kopf schlägst. Aber lasse Mrs. Barry nicht hören, dass du über deine Katie Maurice und deine Violetta sprichst, oder sie wird denken, du erzählst Geschichten.

"Oh, das werde ich nicht. Ich konnte nicht mit jedem über sie reden - die Erinnerungen an sie sind mir dafür zu heilig. Aber ich dachte, ich hätte gern, dass Sie von ihnen wissen. Oh, schauen Sie, hier ist eine dicke Biene, die gerade aus einer Apfelblüte taumelt. Denken Sie nur, was für ein wundervoller Platz zum Leben - in einer Apfelblüte! Die Lust darin zu schlafen, wenn der Wind sie schaukelt. Ich glaube, wenn ich kein Menschenmädchen wäre, würde ich gerne eine Biene sein und inmitten von Blumen leben."

" Gestern wolltest du eine Seemöwe sein", rümpfte Marilla die Nase. "Ich glaube, du bist sehr wankelmütig. Ich habe dir gesagt, dass du dieses Gebet lernen und nicht reden sollst. Aber es scheint für dich unmöglich zu sein, mit dem Sprechen aufzuhören, wenn du jemanden hast, der dir zuhört. So geh'hinauf in dein Zimmer und lerne es."

"Oh, ich kann es schon ziemlich gut - alles, außer der letzten Zeile."

"Nun, egal, tu, was ich dir sage. Geh in dein Zimmer und lerne es gut zu Ende und bleib dort, bis ich dich nach unten rufe, um mir zu helfen, Tee zu machen."

"Kann ich die Apfelblüten zur Gesellschaft mitnehmen?" bat Anne.

"Nein; du möchtest nicht, dass dein Zimmer durch Blumen unordentlich wird.. Du hättest sie an ihrem ersten Platz am Baum lassen sollen."

" Ich fühlte das auch so ein bisschen, " sagte Anne. "Ich hatte das Gefühl, ich sollte ihr schönes Leben nicht durch Pflücken verkürzen - Ich würde nicht gepflückt werden wollen, wenn ich eine Apfelblüte wäre. Allerdings war die Verlockung unwiderstehlich. Was macht man, wenn man auf eine unwiderstehliche Verlockung stößt?"

"Anne, hast du nicht gehört, wie ich dir gesagt habe, du sollst in dein Zimmer gehen?"

Anne seufzte, zog sich in den Ostgiebel zurück und setzte sich auf einen Stuhl am Fenster.

"Dabei kann ich dieses Gebet schon. Ich habe den letzten Satz gelernt, als ich nach oben kam. Nun werde ich mir Dinge in diesem Raum vorstellen, damit sie immer in meiner Vorstellung bleiben. Der Boden ist bedeckt mit einem weißen Samtteppich, mit rosa Rosen überall darauf, und da sind rosa Seidenvorhänge an den Fenstern. Die Wände sind behängt mit goldenen und silbernen Brokat-Wandteppichen. Die Möbel sind aus Mahagoniholz. Ich sah es überhaupt noch nicht, doch Mahagoniholz klingt so luxuriös. Dies ist eine Couch, angehäuft mit herrlichen seidenen Kissen, rosa und blau und purpurrot und golden und ich lehne mich anmutig darauf zurück. Ich kann mein Spiegelbild in diesem wunderbaren großen Spiegel sehen, der an der Wand hängt. Ich bin groß und majestätisch, in ein Abendkleid mit Spitzenschleppe gekleidet, mit einem Perlenkreuz auf meiner Brust und Perlenketten in meinem Haar. Mein Haar ist von tiefster Schwärze und meine Haut ist von makelloser, elfenbeinfarbiger Blässe. Mein Name ist Lady Cordelia Fitzgerald. Nein, ist er nicht... ich kann das nicht wie echt erscheinen lassen."

Sie tanzte auf den kleinen Spiegel zu und blickte hinein. Ihr spitzzulaufendes, sommersprossiges Gesicht und ihre ernsten, grauen Augen spiegelten sich wider.

"Du bist nur Anne von Green Gables", sagte sie ernsthaft, "und ich sehe dich so, wie du gerade jetzt aussiehst, jedes Mal wenn ich versuche, mir vorzustellen, dass ich Lady Cordelia wäre. Aber es ist doch millionenfach angenehmer, Anne von Green Gables zu sein, als Anne von nirgendwo speziell, oder?"

Sie beugte sich nach vorne, küsste zärtlich ihr Spiegelbild und begab sich zum offenen Fenster.

"Liebe Schneekönigin, guten Tag. Und guten Tag, liebe Birken unten im Talkessel. Und guten Tag, liebes graues Haus da oben auf dem Hügel. Ich bin gespannt, ob Diana meine Busenfreundin werden wird. Ich hoffe, sie wird es, und ich werde sie sehr lieben. Aber ich darf Katie Maurice und Violetta niemals vollständig vergessen. Sie würden sich so gekränkt fühlen, wenn ich es täte, und ich würde es hassen, die Gefühle von irgendjemandem zu verletzen, sogar die eines Bücherschrankmädchens oder eines kleinen Echo-Mädchens. Ich muss achtgeben, dass ich mich an sie erinnere und dass ich ihnen jeden Tag einen Kuss schicke."

Anne blies ein paar Luftküsse von ihren Fingerspitzen an den Kirschblüten vorbei und dann trieb sie, das Kinn in den Händen, genüsslich hinaus auf ein Meer der Phantasie.
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CHAPTER VIII.
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ANNE'S BRINGING-UP IS BEGUN.
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I've tried to be patient all the morning, but I really feel that I cannot bear not knowing any longer.
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It's a dreadful feeling.
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Please tell me."
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"You haven't scalded the dish-cloth in clean hot water as I told you to do," said Marilla immovably.
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"Just go and do it before you ask any more questions, Anne."
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Anne went and attended to the dish-cloth.
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Then she returned to Marilla and fastened imploring eyes on the latter's face.
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Why, child, whatever is the matter?"
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"I'm crying," said Anne in a tone of bewilderment.
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"I can't think why.
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I'm glad as glad can be.
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Oh, glad doesn't seem the right word at all.
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I was glad about the White Way and the cherry blossoms—but this!
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Oh, it's something more than glad.
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I'm so happy.
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I'll try to be so good.
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It will be up-hill work, I expect, for Mrs. Thomas often told me I was desperately wicked.
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However, I'll do my very best.
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But can you tell me why I'm crying?"
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"I suppose it's because you're all excited and worked up," said Marilla disapprovingly.
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"Sit down on that chair and try to calm yourself.
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I'm afraid you both cry and laugh far too easily.
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Yes, you can stay here and we will try to do right by you.
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"What am I to call you?"
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asked Anne.
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"Shall I always say Miss Cuthbert?
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Can I call you Aunt Marilla?"
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"No; you'll call me just plain Marilla.
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I'm not used to being called Miss Cuthbert and it would make me nervous."
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"It sounds awfully disrespectful to say just Marilla," protested Anne.
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"I guess there'll be nothing disrespectful in it if you're careful to speak respectfully.
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Everybody, young and old, in Avonlea calls me Marilla except the minister.
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He says Miss Cuthbert—when he thinks of it."
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"I'd love to call you Aunt Marilla," said Anne wistfully.
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"I've never had an aunt or any relation at all—not even a grandmother.
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It would make me feel as if I really belonged to you.
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Can't I call you Aunt Marilla?"
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"No.
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I'm not your aunt and I don't believe in calling people names that don't belong to them."
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"But we could imagine you were my aunt."
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"I couldn't," said Marilla grimly.
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"Do you never imagine things different from what they really are?"
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asked Anne wide-eyed.
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"No."
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"Oh!"
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Anne drew a long breath.
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"Oh, Miss—Marilla, how much you miss!"
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"I don't believe in imagining things different from what they really are," retorted Marilla.
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"When the Lord puts us in certain circumstances He doesn't mean for us to imagine them away.
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And that reminds me.
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There's to be no more of such praying as I heard last night."
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You couldn't really expect a person to pray very well the first time she tried, could you?
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I thought out a splendid prayer after I went to bed, just as I promised you I would.
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It was nearly as long as a minister's and so poetical.
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But would you believe it?
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I couldn't remember one word when I woke up this morning.
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And I'm afraid I'll never be able to think out another one as good.
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Somehow, things never are so good when they're thought out a second time.
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Have you ever noticed that?"
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"Here is something for you to notice, Anne.
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Just you go and do as I bid you."
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"Anne, whatever are you thinking of?"
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demanded Marilla sharply.
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Anne came back to earth with a start.
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She looks lonely and sad, don't you think?
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I guess she hadn't any father or mother of her own.
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I'm sure I know just how she felt.
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She was afraid He mightn't notice her.
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But it's likely He did, don't you think?
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But I wish the artist hadn't painted Him so sorrowful-looking.
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All His pictures are like that, if you've noticed.
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But I don't believe He could really have looked so sad or the children would have been afraid of Him."
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It's irreverent—positively irreverent."
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Anne's eyes marvelled.
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"Why, I felt just as reverent as could be.
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I'm sure I didn't mean to be irreverent."
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"Well, I don't suppose you did—but it doesn't sound right to talk so familiarly about such things.
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Remember that.
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Take that card and come right to the kitchen.
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Now, sit down in the corner and learn that prayer off by heart."
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"I like this," she announced at length.
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unit 106
"It's beautiful.
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unit 107
I've heard it before—I heard the superintendent of the asylum Sunday-school say it over once.
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unit 108
But I didn't like it then.
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unit 109
He had such a cracked voice and he prayed it so mournfully.
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unit 110
I really felt sure he thought praying was a disagreeable duty.
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unit 111
This isn't poetry, but it makes me feel just the same way poetry does.
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unit 112
'Our Father who art in heaven, hallowed be Thy name.'
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unit 113
That is just like a line of music.
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unit 114
Oh, I'm so glad you thought of making me learn this, Miss—Marilla."
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unit 115
"Well, learn it and hold your tongue," said Marilla shortly.
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unit 117
"Marilla," she demanded presently, "do you think that I shall ever have a bosom friend in Avonlea?"
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unit 118
"A—a what kind of a friend?"
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unit 120
I've dreamed of meeting her all my life.
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unit 122
Do you think it's possible?"
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unit 123
"Diana Barry lives over at Orchard Slope and she's about your age.
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unit 124
She's a very nice little girl, and perhaps she will be a playmate for you when she comes home.
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unit 125
She's visiting her aunt over at Carmody just now.
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unit 126
You'll have to be careful how you behave yourself, though.
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unit 127
Mrs. Barry is a very particular woman.
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unit 128
She won't let Diana play with any little girl who isn't nice and good."
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unit 129
Anne looked at Marilla through the apple blossoms, her eyes aglow with interest.
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unit 130
"What is Diana like?
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unit 131
Her hair isn't red, is it?
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unit 132
Oh, I hope not.
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It's bad enough to have red hair myself, but I positively couldn't endure it in a bosom friend."
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"Diana is a very pretty little girl.
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She has black eyes and hair and rosy cheeks.
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And she is good and smart, which is better than being pretty."
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unit 138
unit 139
"Oh, I'm so glad she's pretty.
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unit 141
When I lived with Mrs. Thomas she had a bookcase in her sitting-room with glass doors.
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unit 143
One of the doors was broken.
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unit 144
Mr. Thomas smashed it one night when he was slightly intoxicated.
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unit 146
I called her Katie Maurice, and we were very intimate.
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unit 147
I used to talk to her by the hour, especially on Sunday, and tell her everything.
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unit 148
Katie was the comfort and consolation of my life.
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unit 151
When I went to live with Mrs. Hammond it just broke my heart to leave Katie Maurice.
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unit 153
There was no bookcase at Mrs. Hammond's.
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unit 155
It echoed back every word you said, even if you didn't talk a bit loud.
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unit 159
"I think it's just as well there wasn't," said Marilla drily.
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unit 160
"I don't approve of such goings-on.
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unit 161
You seem to half believe your own imaginations.
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unit 162
It will be well for you to have a real live friend to put such nonsense out of your head.
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"Oh, I won't.
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unit 165
I couldn't talk of them to everybody—their memories are too sacred for that.
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unit 166
But I thought I'd like to have you know about them.
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Oh, look, here's a big bee just tumbled out of an apple blossom.
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Just think what a lovely place to live—in an apple blossom!
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Fancy going to sleep in it when the wind was rocking it.
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If I wasn't a human girl I think I'd like to be a bee and live among the flowers."
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"Yesterday you wanted to be a sea-gull," sniffed Marilla.
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"I think you are very fickle-minded.
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I told you to learn that prayer and not talk.
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But it seems impossible for you to stop talking if you've got anybody that will listen to you.
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So go up to your room and learn it."
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"Oh, I know it pretty nearly all now—all but just the last line."
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"Well, never mind, do as I tell you.
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Go to your room and finish learning it well, and stay there until I call you down to help me get tea."
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Can I take the apple blossoms with me for company?"
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pleaded Anne.
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"No; you don't want your room cluttered up with flowers.
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You should have left them on the tree in the first place."
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"I did feel a little that way, too," said Anne.
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unit 185
But the temptation was irresistible.
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unit 186
What do you do when you meet with an irresistible temptation?"
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unit 187
"Anne, did you hear me tell you to go to your room?"
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unit 188
Anne sighed, retreated to the east gable, and sat down in a chair by the window.
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"There—I know this prayer.
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unit 190
I learned that last sentence coming up-stairs.
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Now I'm going to imagine things into this room so that they'll always stay imagined.
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unit 193
The walls are hung with gold and silver brocade tapestry.
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unit 194
The furniture is mahogany.
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unit 195
I never saw any mahogany, but it does sound so luxurious.
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unit 197
I can see my reflection in that splendid big mirror hanging on the wall.
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unit 199
My hair is of midnight darkness and my skin is a clear ivory pallor.
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unit 200
My name is the Lady Cordelia Fitzgerald.
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unit 201
No, it isn't—I can't make that seem real."
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unit 202
She danced up to the little looking-glass and peered into it.
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unit 203
Her pointed freckled face and solemn gray eyes peered back at her.
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unit 205
unit 206
She bent forward, kissed her reflection affectionately, and betook herself to the open window.
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unit 207
"Dear Snow Queen, good afternoon.
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And good afternoon, dear birches down in the hollow.
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And good afternoon, dear gray house up on the hill.
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I wonder if Diana is to be my bosom friend.
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I hope she will, and I shall love her very much.
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But I must never quite forget Katie Maurice and Violetta.
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I must be careful to remember them and send them a kiss every day."
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gaelle044 • 0  commented  11 months, 4 weeks ago

Anne of Green Gables (1908)

Written for all ages, it has been considered a children's novel since the mid-twentieth century. It recounts the adventures of Anne Shirley, an 11-year-old orphan girl who is mistakenly sent to Matthew and Marilla Cuthbert, a middle-aged brother and sister who had intended to adopt a boy to help them on their farm in Prince Edward Island. The novel recounts how Anne makes her way with the Cuthberts, in school, and within the town. Since publication, Anne of Green Gables has sold more than 50 million copies and has been translated into 20 languages. It has been adapted as film, made-for-television movies, and animated and live-action television series. — Excerpted from Anne of Green Gables (1908) on Wikipedia, the free encyclopedia.
https://en.wikisource.org/wiki/Anne_of_Green_Gables_(1908)

by gaelle044 11 months, 4 weeks ago

CHAPTER VIII.

ANNE'S BRINGING-UP IS BEGUN.

For reasons best known to herself, Marilla did not tell Anne that she was to stay at Green Gables until the next afternoon. During the forenoon she kept the child busy with various tasks and watched over her with a keen eye while she did them. By noon she had concluded that Anne was smart and obedient, willing to work and quick to learn; her most serious shortcoming seemed to be a tendency to fall into day-dreams in the middle of a task and forget all about it until such time as she was sharply recalled to earth by a reprimand or a catastrophe.

When Anne had finished washing the dinner dishes she suddenly confronted Marilla with the air and expression of one desperately determined to learn the worst. Her thin little body trembled from head to foot; her face flushed and her eyes dilated until they were almost black; she clasped her hands tightly and said in an imploring voice:

"Oh, please, Miss Cuthbert, won't you tell me if you are going to send me away or not? I've tried to be patient all the morning, but I really feel that I cannot bear not knowing any longer. It's a dreadful feeling. Please tell me."

"You haven't scalded the dish-cloth in clean hot water as I told you to do," said Marilla immovably. "Just go and do it before you ask any more questions, Anne."

Anne went and attended to the dish-cloth. Then she returned to Marilla and fastened imploring eyes on the latter's face.

"Well," said Marilla, unable to find any excuse for deferring her explanation longer, "I suppose I might as well tell you. Matthew and I have decided to keep you—that is, if you will try to be a good little girl and show yourself grateful. Why, child, whatever is the matter?"

"I'm crying," said Anne in a tone of bewilderment. "I can't think why. I'm glad as glad can be. Oh, glad doesn't seem the right word at all. I was glad about the White Way and the cherry blossoms—but this! Oh, it's something more than glad. I'm so happy. I'll try to be so good. It will be up-hill work, I expect, for Mrs. Thomas often told me I was desperately wicked. However, I'll do my very best. But can you tell me why I'm crying?"

"I suppose it's because you're all excited and worked up," said Marilla disapprovingly. "Sit down on that chair and try to calm yourself. I'm afraid you both cry and laugh far too easily. Yes, you can stay here and we will try to do right by you. You must go to school; but it's only a fortnight till vacation so it isn't worth while for you to start before it opens again in September."

"What am I to call you?" asked Anne. "Shall I always say Miss Cuthbert? Can I call you Aunt Marilla?"

"No; you'll call me just plain Marilla. I'm not used to being called Miss Cuthbert and it would make me nervous."

"It sounds awfully disrespectful to say just Marilla," protested Anne.

"I guess there'll be nothing disrespectful in it if you're careful to speak respectfully. Everybody, young and old, in Avonlea calls me Marilla except the minister. He says Miss Cuthbert—when he thinks of it."

"I'd love to call you Aunt Marilla," said Anne wistfully. "I've never had an aunt or any relation at all—not even a grandmother. It would make me feel as if I really belonged to you. Can't I call you Aunt Marilla?"

"No. I'm not your aunt and I don't believe in calling people names that don't belong to them."

"But we could imagine you were my aunt."

"I couldn't," said Marilla grimly.

"Do you never imagine things different from what they really are?" asked Anne wide-eyed.

"No."

"Oh!" Anne drew a long breath. "Oh, Miss—Marilla, how much you miss!"

"I don't believe in imagining things different from what they really are," retorted Marilla. "When the Lord puts us in certain circumstances He doesn't mean for us to imagine them away. And that reminds me. Go into the sitting-room, Anne—be sure your feet are clean and don't let any flies in—and bring me out the illustrated card that's on the mantelpiece. The Lord's Prayer is on it and you'll devote your spare time this afternoon to learning it off by heart. There's to be no more of such praying as I heard last night."

"I suppose I was very awkward," said Anne apologetically, "but then, you see, I'd never had any practice. You couldn't really expect a person to pray very well the first time she tried, could you? I thought out a splendid prayer after I went to bed, just as I promised you I would. It was nearly as long as a minister's and so poetical. But would you believe it? I couldn't remember one word when I woke up this morning. And I'm afraid I'll never be able to think out another one as good. Somehow, things never are so good when they're thought out a second time. Have you ever noticed that?"

"Here is something for you to notice, Anne. When I tell you to do a thing I want you to obey me at once and not stand stock-still and discourse about it. Just you go and do as I bid you."

Anne promptly departed for the sitting-room across the hall; she failed to return; after waiting ten minutes Marilla laid down her knitting and marched after her with a grim expression. She found Anne standing motionless before a picture hanging on the wall between the two windows, with her hands clasped behind her, her face uplifted, and her eyes astar with dreams. The white and green light strained through apple-trees and clustering vines outside fell over the rapt little figure with a half-unearthly radiance.

"Anne, whatever are you thinking of?" demanded Marilla sharply.

Anne came back to earth with a start.

"That," she said, pointing to the picture—a rather vivid chromo entitled, "Christ Blessing Little Children"—"and I was just imagining I was one of them—that I was the little girl in the blue dress, standing off by herself in the corner as if she didn't belong to anybody, like me. She looks lonely and sad, don't you think? I guess she hadn't any father or mother of her own. But she wanted to be blessed, too, so she just crept shyly up on the outside of the crowd, hoping nobody would notice her—except Him. I'm sure I know just how she felt. Her heart must have beat and her hands must have got cold, like mine did when I asked you if I could stay. She was afraid He mightn't notice her. But it's likely He did, don't you think? I've been trying to imagine it all out—her edging a little nearer all the time until she was quite close to Him; and then He would look at her and put His hand on her hair and oh, such a thrill of joy as would run over her! But I wish the artist hadn't painted Him so sorrowful-looking. All His pictures are like that, if you've noticed. But I don't believe He could really have looked so sad or the children would have been afraid of Him."

"Anne," said Marilla, wondering why she had not broken into this speech long before, "you shouldn't talk that way. It's irreverent—positively irreverent."

Anne's eyes marvelled.

"Why, I felt just as reverent as could be. I'm sure I didn't mean to be irreverent."

"Well, I don't suppose you did—but it doesn't sound right to talk so familiarly about such things. And another thing, Anne, when I send you after something you're to bring it at once and not fall into mooning and imagining before pictures. Remember that. Take that card and come right to the kitchen. Now, sit down in the corner and learn that prayer off by heart."

Anne set the card up against the jugful of apple blossoms she had brought in to decorate the dinner-table—Marilla had eyed that decoration askance, but had said nothing—propped her chin on her hands, and fell to studying it intently for several silent minutes.

"I like this," she announced at length. "It's beautiful. I've heard it before—I heard the superintendent of the asylum Sunday-school say it over once. But I didn't like it then. He had such a cracked voice and he prayed it so mournfully. I really felt sure he thought praying was a disagreeable duty. This isn't poetry, but it makes me feel just the same way poetry does. 'Our Father who art in heaven, hallowed be Thy name.' That is just like a line of music. Oh, I'm so glad you thought of making me learn this, Miss—Marilla."

"Well, learn it and hold your tongue," said Marilla shortly.

Anne tipped the vase of apple blossoms near enough to bestow a soft kiss on a pink-cupped bud, and then studied diligently for some moments longer.

"Marilla," she demanded presently, "do you think that I shall ever have a bosom friend in Avonlea?"

"A—a what kind of a friend?"

"A bosom friend—an intimate friend, you know—a really kindred spirit to whom I can confide my inmost soul. I've dreamed of meeting her all my life. I never really supposed I would, but so many of my loveliest dreams have come true all at once that perhaps this one will, too. Do you think it's possible?"

"Diana Barry lives over at Orchard Slope and she's about your age. She's a very nice little girl, and perhaps she will be a playmate for you when she comes home. She's visiting her aunt over at Carmody just now. You'll have to be careful how you behave yourself, though. Mrs. Barry is a very particular woman. She won't let Diana play with any little girl who isn't nice and good."

Anne looked at Marilla through the apple blossoms, her eyes aglow with interest.

"What is Diana like? Her hair isn't red, is it? Oh, I hope not. It's bad enough to have red hair myself, but I positively couldn't endure it in a bosom friend."

"Diana is a very pretty little girl. She has black eyes and hair and rosy cheeks. And she is good and smart, which is better than being pretty."

Marilla was as fond of morals as the Duchess in Wonderland, and was firmly convinced that one should be tacked on to every remark made to a child who was being brought up.

But Anne waved the moral inconsequently aside and seized only on the delightful possibilities before it.

"Oh, I'm so glad she's pretty. Next to being beautiful oneself—and that's impossible in my case—it would be best to have a beautiful bosom friend. When I lived with Mrs. Thomas she had a bookcase in her sitting-room with glass doors. There weren't any books in it; Mrs. Thomas kept her best china and her preserves there—when she had any preserves to keep. One of the doors was broken. Mr. Thomas smashed it one night when he was slightly intoxicated. But the other was whole and I used to pretend that my reflection in it was another little girl who lived in it. I called her Katie Maurice, and we were very intimate. I used to talk to her by the hour, especially on Sunday, and tell her everything. Katie was the comfort and consolation of my life. We used to pretend that the bookcase was enchanted and that if I only knew the spell I could open the door and step right into the room where Katie Maurice lived, instead of into Mrs. Thomas' shelves of preserves and china. And then Katie Maurice would have taken me by the hand and led me out into a wonderful place, all flowers and sunshine and fairies, and we would have lived there happy for ever after. When I went to live with Mrs. Hammond it just broke my heart to leave Katie Maurice. She felt it dreadfully, too, I know she did, for she was crying when she kissed me good-bye through the bookcase door. There was no bookcase at Mrs. Hammond's. But just up the river a little way from the house there was a long green little valley, and the loveliest echo lived there. It echoed back every word you said, even if you didn't talk a bit loud. So I imagined that it was a little girl called Violetta and we were great friends and I loved her almost as well as I loved Katie Maurice—not quite, but almost, you know. The night before I went to the asylum I said good-bye to Violetta, and oh, her good-bye came back to me in such sad, sad tones. I had become so attached to her that I hadn't the heart to imagine a bosom friend at the asylum, even if there had been any scope for imagination there."

"I think it's just as well there wasn't," said Marilla drily. "I don't approve of such goings-on. You seem to half believe your own imaginations. It will be well for you to have a real live friend to put such nonsense out of your head. But don't let Mrs. Barry hear you talking about your Katie Maurices and your Violettas or she'll think you tell stories."

"Oh, I won't. I couldn't talk of them to everybody—their memories are too sacred for that. But I thought I'd like to have you know about them. Oh, look, here's a big bee just tumbled out of an apple blossom. Just think what a lovely place to live—in an apple blossom! Fancy going to sleep in it when the wind was rocking it. If I wasn't a human girl I think I'd like to be a bee and live among the flowers."

"Yesterday you wanted to be a sea-gull," sniffed Marilla. "I think you are very fickle-minded. I told you to learn that prayer and not talk. But it seems impossible for you to stop talking if you've got anybody that will listen to you. So go up to your room and learn it."

"Oh, I know it pretty nearly all now—all but just the last line."

"Well, never mind, do as I tell you. Go to your room and finish learning it well, and stay there until I call you down to help me get tea."

Can I take the apple blossoms with me for company?" pleaded Anne.

"No; you don't want your room cluttered up with flowers. You should have left them on the tree in the first place."

"I did feel a little that way, too," said Anne. "I kind of felt I shouldn't shorten their lovely lives by picking them—I wouldn't want to be picked if I were an apple blossom. But the temptation was irresistible. What do you do when you meet with an irresistible temptation?"

"Anne, did you hear me tell you to go to your room?"

Anne sighed, retreated to the east gable, and sat down in a chair by the window.

"There—I know this prayer. I learned that last sentence coming up-stairs. Now I'm going to imagine things into this room so that they'll always stay imagined. The floor is covered with a white velvet carpet with pink roses all over it and there are pink silk curtains at the windows. The walls are hung with gold and silver brocade tapestry. The furniture is mahogany. I never saw any mahogany, but it does sound so luxurious. This is a couch all heaped with gorgeous silken cushions, pink and blue and crimson and gold, and I am reclining gracefully on it. I can see my reflection in that splendid big mirror hanging on the wall. I am tall and regal, clad in a gown of trailing white lace, with a pearl cross on my breast and pearls in my hair. My hair is of midnight darkness and my skin is a clear ivory pallor. My name is the Lady Cordelia Fitzgerald. No, it isn't—I can't make that seem real."

She danced up to the little looking-glass and peered into it. Her pointed freckled face and solemn gray eyes peered back at her.

"You're only Anne of Green Gables," she said earnestly, "and I see you, just as you are looking now, whenever I try to imagine I'm the Lady Cordelia. But it's a million times nicer to be Anne of Green Gables than Anne of nowhere in particular, isn't it?"

She bent forward, kissed her reflection affectionately, and betook herself to the open window.

"Dear Snow Queen, good afternoon. And good afternoon, dear birches down in the hollow. And good afternoon, dear gray house up on the hill. I wonder if Diana is to be my bosom friend. I hope she will, and I shall love her very much. But I must never quite forget Katie Maurice and Violetta. They would feel so hurt if I did and I'd hate to hurt anybody's feelings, even a little bookcase girl's or a little echo girl's. I must be careful to remember them and send them a kiss every day."

Anne blew a couple of airy kisses from her fingertips past the cherry blossoms and then, with her chin in her hands, drifted luxuriously out on a sea of daydreams.