en-de  The Other Reformation: How Martin Luther Changed Our Beer, Too Medium
Die andere Reformation: Wie Martin Luther auch unser Bier veränderte.

Nina Martyris, NPR, The Salt, Food History & Culture, October 31, 2017. http://www.npr.org/sections/thesalt/2017/10/31/561117731/the-other-reformation-how-martin-luther-changed-our-beer-too.

Heute vor 500 Jahren setzte ein obskurer sächsischer Mönch eine Protestbewegung gegen die katholische Kirche in Gang, die Europa verändern würde. Martin Luthers protestantische Reformation veränderte nicht nur die Art, wie Europäer lebten, kämpften, den Gottesdienst abhielten, arbeiteten und Kunst schufen, sondern auch wie sie aßen und tranken. Denn unter den Dingen, die es beeinflusste, war ein Getränk, das in der ganzen Welt und besonders in Luthers Geburtsland beliebt war: Bier.

Die Veränderung der Bierproduktion wurde durch die blassgrüne konische Blüte einer wilden fruchtbaren Pflanze bewirkt - den Hopfen.

Jede angesagte handwerkliche Brauerei von heute, die hopfige Biere anbietet, ist Luther und seinen Nachfolgern für die Förderung der Verwendung von Hopfen als ein Akt der Rebellion gegen die katholische Kirche zu Dank verpflichtet. Aber warum haben Protestanten beschlossen, sich diese hübsche Blume zu eigen zu machen, und was hatte es mit religiöser Rebellion zu tun?

Hierin schäumt ein bitterer Humpen der Geschichte.

Im 16. Jahrhundert hatte die katholische Kirche die Bierproduktion im Würgegriff, da sie das Monopol auf Grut hielt - die Mischung aus Kräutern und Pflanzen (süßer Gagel, Beifuß, Schafgarbe, Gundermann, Heidekraut, Rosmarin, Wacholderbeeren, Ingwer, Zimt), benutzt zum Würzen und Konservieren von Bier. Die Hopfen wurden jedoch nicht besteuert. Als unerwünschtes Unkraut betrachtet, wuchs er reichlich und kräftig - seine invasive Natur wurde von ihrem melodischen lateinischen Namen Humulus lupulus (den der musikliebende Luther geliebt hätte) eingefangen, was "kletternder Wolf" bedeutet.

"Die Kirche mochte Hopfen nicht", sagt William Bostwick, Bierkritiker für das Wall Street Journal und Autor von "The Brewer's Tale: A History of the World According to Beer" (etwa: Die Bierbrauer-Geschichte: Eine Reise durch die Welt des Bieres). "Ein Grund war, dass die deutsche Mystikerin und Äbtissin des 12. Jahrhunderts, Hildegard, erklärt hatte, dass Hopfen nicht sehr gut für Sie wäre, weil er 'das Gemüt eines Mannes traurig stimmt und die inneren Organe belastet.' Wenn man also ein protestantischer Bierbrauer war und sich mit dem Katholizimus anlegen wollte, benutzte man Hopfen anstatt Kräuter."...

Sogar vor der Reformation hatten deutsche Fürsten einen Schritt hin zu Hopfen gemacht - 1516 hatte zum Beispiel ein bayrisches Gesetz verfügt, dass Bier nur mit Hopfen, Wasser und Gerste hergestellt werden konnte. Aber Luthers Revolte kurbelte die Verwendung des Unkrauts deutlich an. ... Die Tatsache, dass Hopfen steuerfrei war, machte nur einen Teil des Reizes aus. Hopfen hatte andere Qualitäten, die die neue Bewegung ansprachen, vor allem seine hervorragenden konservierenden Eigenschaften. "Alle Kräuter und Gewürze haben konservierende Eigenschaften, aber mit Hopfen konnte Bier gut transportiert werden, so wurde es zu einem Bestandteil des internationalen Handels, der die expandierende Business-Klasse symbolisierte, die Berührungspunkte mit protestantischer Arbeitsethik und Kapitalismus hatte", sagt Bostwick.

Ein weiterer Vorteil zugunsten des Hopfens waren seine beruhigenden Eigenschaften. Die Mystikerin Hildegard sagte mit Recht, Hopfen belaste die Eingeweide. "Ich schlafe sechs oder sieben Stunden durch und danach noch zwei oder drei Stunden. Ich bin sicher, es ist dem Bier zu verdanken", schrieb Luther an seine Frau Katharina aus der für das Bier bekannten Stadt Torgau. Die entspannende, mildernde Wirkung von Hopfen mag als Nachteil erscheinen, aber tatsächlich bot er eine willkommene Alternative zu den vielen von der Kirche verwendeten Gewürzen und Kräutern, die halluzinogene und aphrodisierende Eigenschaften hatten. "Mit diesen wirksamen Mixturen angereichert, konnten die kirchlichen Biere so heftig sein, wie germanische Zechgelage, denen Kirchenälteste einst frönten", schreibt Bostwick. "Und um sich überdies noch mehr von päpstlichen Ausschweifungen zu distanzieren, zogen es Protestanten vor, gehopftes Bier zu trinken. ...

Falls die katholische Kirche durch die Erfindung der Druckerpresse die Kontrolle über das gedruckte Wort verlor - die technische Waffe, die Luthers Erfolg gewährleistete - sie verlor mit der Zunahme des Hopfens auch die Kontrolle über das Bier. "Das mönchische Bier wurde schal", sagt Bostwick. " Förderte der Protestantismus ausdrücklich Hopfen? Ich denke nicht. Aber unterstützte er die Verwendung von Hopfen? Ich würde sagen, ja, wahrscheinlich."

Luther würde seine Rolle bei der Unterstützung des Hopfens genossen haben. Wenn jemand gutes Bier liebte und schätzte, war es dieser dicke, lustvolle und gesellige Mönch. Seine Briefe erwähnten oft Bier, sei es das köstliche Torgau-Bier, das er als feiner als Wein rühmte, oder das "scheußliche" Dessauer Bier, das ihn sich nach Katharinas Hausbrauerei sehnen ließ. "Ich denke immer daran, dass ich sowohl guten Wein und gutes Bier zu Hause habe, als auch schöne Frau", schrieb er. "Du würdest mir etwas Gutes tun, wenn du mir meinen ganzen Weinkeller und eine Flasche deines Biers schicken würdest." ... Tage bevor er starb, im Februar 1546, pries er in einem seiner letzen Briefe an seine Frau Naumburger Bier wegen seiner abführenden Eigenschaften. ... Luther litt entsetzliche Qualen wegen Verstopfung, und deshalb verkündete er an diesem Morgen mit enormer Genugtuung seinen "dreimaligen Stuhlgang".

In einem Zeitalter, in dem das Wasser gefährlich war, wurde Bier von jedem getrunken und war der Ernährungs- und Sozialtreibstoff Deutschlands. "Es war ein wirklich natürlicher und weit verbreiteter Teil in der Speisekammer jeden Haushalts", sagt Bostwick. "Ich vergleiche es mit einer Kanne Kaffee, die heutzutage immer auf deiner Arbeitsplatte köchelt. Damals war es ein Kessel Bier. Bier wurde weniger für den puren Genuss, als aus medizinischen Gründen (es wurden Kräuter und Gewürze hinzugefügt) und als reines Nahrungmittel gebraut. Damals waren die Biere gehaltvoller und kräftiger als heutzutage. Sie waren Kalorienquellen für die unteren Klassen, die nicht den Zugang zu reichhaltiger Nahrung hatten."

Nicht überraschend, dass Bier in entscheidenden Momenten in Luthers Leben auftauchte. Vor allem nachdem er es mit der enormen Macht der katholischen Kirche aufnahm, erklärte ein unerschütterter Luther bekanntlich, dass Gott und das Wort alles getan hatten, "während ich Bier mit meinen [Freunden] Philipp und Amsdorf trank." Luthers Lehren wurden als "Sauerbier" verspottet und einer seiner Kritiker setzte ihn herab als Ketzer aus der schmutzigen Marktstadt Wittenberg, bevölkert von "einem barbarischen Volk, das seinen Lebensunterhalt durch Brauereien und Wirtschaften verdiente". Aber als er berühmt und ein Volksheld wurde, wurde eine ganze Reihe lutherischer Artikel auf den Markt geworfen, einschließlich Bierkrügen, die den Papst als Antichrist darstellten.

Als der exkommunizierte Luther die entlaufene Nonne Katharina von Bora heiratete, schenkte der Stadtrat dem Paar ein Fass des hervorragenden Einbecker Bier. Es war ein geeignetes Geschenk. Bier sollte bald eine noch zentralere Rolle in Luthers Leben spielen, dank seiner Frau. Die intelligente, talentierte und außergewöhnlich kompetente Katharina gebar nicht nur sechs Kinder und führte Luthers riesigen Haushalt mit seinem endlosen Gästestrom, sondern pflanzte auch einen Gemüsegarten und Obstbäume, zog Kühe und Schweine auf, hatte einen Fischteich, lenkte ein Fuhrwerk und - zum unsterblichen Vergnügen ihres Ehemanns - eröffnete sie eine Brauerei, die jedes Jahr tausende Mass Bier produzierte.... Ihre anfangs unsicheren Versuche produzierten ein dünnes, schwaches Gebräu, aber bald hatte sie den Dreh raus und lernte genau, wieviel Malz sie hinzuzufügen hatte, um den Geschmack ihres Mannes zu treffen. Luther war entzückt - "mein Herr Käthe", wie er sie liebevoll nannte, hatte ihm eine kontinuierliche Versorgung gesichert, sogar als die Wittenberger Brauereien versiegten.

Luthers Lieblingsplatz zum Schwingen von Reden über Theologie, Philosophie und das Leben im Allgemeinen war nicht das Wirtshaus sondern der Tisch. Der lange Refektorientisch in dem höhlenartigen Zuhause Luthers hatte Sitzplätze für bis zu 50 Leute. "Das war Luthers spezieller Bereich", schreibt Andrew Pettegree in seiner stilvollen Biografie 'Die Marke Luther: Wie ein unangekündigter Mönch die Geschichte änderte. "Wenn der Arbeitstag vorbei ist, sitzt er bei seinen Freunden und redet." Angeheizt durch das exzellente Bier seiner Frau wurde das Gespräch allgemein, weitschweifig und manchmal gelöst."

Gelöst ist untertrieben. Redselig, voller Energie und bierseelig ging Luthers Gespräch hin und her, zwischen Erhabenem und Unflätigem, zum Erstaunen seiner Schüler, die an seinen Lippen hingen. Die Kirche wurde Bordell genannt und der Papst Antichrist. Ehemalige Päpste "furzten wie der Teufel" und waren Homosexuelle und Transvestiten. Seine Schüler sammelten diese "Juwelen" in einem Buch ( mit dem Titel) Tischreden. Als es veröffentlicht wurde, vebreitete es sich wie ein Virus.

Aber obwohl er seinen Bierkrug ohne Zweifel liebte, gibt es keinen Hinweis darauf, dass Luther ein Trinker war. Tatsächlich konnte er ein ziemlicher Polterer sein, wenn es um betrunkenes Verhalten ging. Er beklagte die deutsche Biersucht und sagte: " Solch ein ewiger Durst, fürchte ich, wird als Seuche Deutschlands bis zum Tag des Jüngsten Gerichts bleiben." Und einmal erklärte er: "Ich wünsche, das Brauen wäre nie erfunden worden, da ein großer Anteil des Getreides verbraucht wird, um es herzustellen und nichts Gutes wird gebraut."

Dies war ohne Zweifel ein bisschen Effekthascherei. Trotz all seiner Beteuerungen, Luthers Bierkrug war immer voll.... Er liebte das einheimische Bier, war stolz auf die Braukunst seiner Frau und rief eine Bewegung ins Leben, die dazu diente, den Hopfen zu fördern.. Macht ihn das zu einem Schutzpatron der Brauereizunft?

"Luther könnte als guter Protestant ein bisschen erbleichen, wenn er als Heiliger bezeichnet wird", betont Bostwick,"und es gibt schon einen Heiligen der Brauerei namens St. Arnold, der seine Gemeinde vor der Pest gerettet hat, indem er sie Bier trinken ließ. Im Interesse des Protestantismus würde ich ihn nicht als einen Heiligen bezeichnen, aber er war sicherlich ein Bierliebhaber, und manche Bierkneipen und Brauereien haben heute ein Bild von Martin Luther an der Wand. "Also sagen wir, dass wir zwar nicht vor ihm niederknien, aber er ist bekannt und geschätzt."

Hopfige Fünfhundert-Jahr-Feier, Martin Luther!
Nina Martyris ist eine Journalistin mit Sitz in Knoxville, Tenn.
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The Other Reformation: How Martin Luther Changed Our Beer, Too.
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Therein foams a bitter pint of history.
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Hops, however, were not taxed.
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But Luther's revolt gave the weed a significant boost.
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The fact that hops were tax-free constituted only part of the draw.
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Another virtue in hops' favor was their sedative properties.
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The mystic Hildegard was right in saying hops weighed down one's innards.
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"I sleep six or seven hours running, and afterwards two or three.
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"The head went flat on monastic beer," says Bostwick.
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"Did Protestantism explicitly promote hops?
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But did it encourage the use of hops?
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I would say, yes, probably."
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Luther would have relished his role in promoting hops.
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If anyone loved and appreciated good beer, it was this stout, sensual and gregarious monk.
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"I keep thinking what good wine and beer I have at home, as well as a beautiful wife," he wrote.
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"You would do well to send me over my whole cellar of wine and a bottle of thy beer."
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"It was a really natural and very common part of every household pantry," says Bostwick.
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"I compare it these days to a pot of coffee always simmering on your countertop.
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Back then it was a kettle of beer.
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Beers then were richer and heartier than today.
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They were a source of calories for the lower classes who did not have access to rich foods."
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Not surprisingly, beer pops up at pivotal moments in Luther's life.
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It was a fitting gift.
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Beer was soon to assume an even more central role in Luther's life, thanks to his wife.
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The long refectory table in the cavernous Luther home seated up to 50 people.
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"The day's labors past, he would sit with his friends and talk.
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Unbuttoned is an understatement.
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The church was called a brothel and the pope the Antichrist.
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Former popes "farted like the devil" and were sodomites and transvestites.
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His students collected these jewels into a book called Table Talk.
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When it was published, it went viral.
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But though he clearly loved his tankard, there is no record of Luther being a lush.
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In fact, he could be quite a scold when it came to drunken behavior.
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This was no doubt a spot of grandstanding.
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For all his protestations, Luther's beer stein was always full.
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Does that make him a patron saint of the craft brewery?
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So let's say that while we certainly don't genuflect to him, he's known and appreciated."
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Hoppy Quincentennial, Martin Luther!
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The Other Reformation: How Martin Luther Changed Our Beer, Too.

Nina Martyris, NPR, The Salt, Food History & Culture, October 31, 2017.

http://www.npr.org/sections/thesalt/2017/10/31/561117731/the-other-reformation-how-martin-luther-changed-our-beer-too.

On this day 500 years ago, an obscure Saxon monk launched a protest movement against the Catholic Church that would transform Europe. Martin Luther's Protestant Reformation changed not just the way Europeans lived, fought, worshipped, worked and created art but also how they ate and drank. For among the things it impacted was a drink beloved throughout the world and especially in Luther's native Germany: beer.

The change in beer production was wrought by the pale green conical flower of a wildly prolific plant — hops.

Every hip craft brewery today peddling expensive hoppy beers owes a debt of gratitude to Luther and his followers for promoting the use of hops as an act of rebellion against the Catholic Church. But why did Protestants decide to embrace this pretty flower, and what did it have to do with religious rebellion?

Therein foams a bitter pint of history.

In the 16th century, the Catholic Church had a stranglehold on beer production, since it held the monopoly on gruit — the mixture of herbs and botanicals (sweet gale, mug wort, yarrow, ground ivy, heather, rosemary, juniper berries, ginger, cinnamon) used to flavor and preserve beer. Hops, however, were not taxed. Considered undesirable weeds, they grew plentifully and vigorously — their invasive nature captured by their melodic Latin name, Humulus lupulus (which the music-loving Luther would have loved), which means "climbing wolf."

"The church didn't like hops," says William Bostwick, the beer critic for The Wall Street Journal and author of The Brewer's Tale: A History of the World According to Beer. "One reason was that the 12th century German mystic and abbess Hildegard had pronounced that hops were not very good for you, because they 'make the soul of a man sad and weigh down his inner organs.' So, if you were a Protestant brewer and wanted to thumb your nose at Catholicism, you used hops instead of herbs."

Even before the Reformation, German princes had been moving toward hops — in 1516, for instance, a Bavarian law mandated that beer could be made only with hops, water and barley. But Luther's revolt gave the weed a significant boost. The fact that hops were tax-free constituted only part of the draw. Hops had other qualities that appealed to the new movement; chiefly, their excellent preservative qualities. "All herbs and spices have preservative qualities, but with hops, beer could travel really well, so it became a unit of international trade that symbolized the growing business class, which was tangentially connected with the Protestant work ethic and capitalism," says Bostwick.

Another virtue in hops' favor was their sedative properties. The mystic Hildegard was right in saying hops weighed down one's innards. "I sleep six or seven hours running, and afterwards two or three. I am sure it is owing to the beer," wrote Luther to his wife, Katharina, from the town of Torgau, renowned for its beer. The soporific, mellowing effect of hops might seem like a drawback, but in fact it offered a welcome alternative to many of the spices and herbs used by the church that had hallucinogenic and aphrodisiacal properties. "Fueled by these potent concoctions, church ales could be as boisterous as the Germanic drinking bouts church elders once frowned on," writes Bostwick. "And so, to distance themselves further from papal excesses, when Protestants drank beer they preferred it hopped."

If the Catholic Church lost control over the printed word with the invention of the printing press — the technological weapon that ensured Luther's success — it lost control over beer with the rise of hops. "The head went flat on monastic beer," says Bostwick. "Did Protestantism explicitly promote hops? I don't think so. But did it encourage the use of hops? I would say, yes, probably."

Luther would have relished his role in promoting hops. If anyone loved and appreciated good beer, it was this stout, sensual and gregarious monk. His letters often mentioned beer, whether it was the delicious Torgau beer that he extolled as finer than wine or the "nasty" Dessau beer that made him long for Katharina's homebrew. "I keep thinking what good wine and beer I have at home, as well as a beautiful wife," he wrote. "You would do well to send me over my whole cellar of wine and a bottle of thy beer." Days before he died, in February 1546, in one of his last letters to his wife, he praised Naumburg beer for its laxative properties. Luther suffered excruciating agonies from constipation, and it was therefore with immense satisfaction that he announced his "three bowel movements" that morning.

In an age where the water was unsafe, beer was drunk by everyone and was the nutritional and social fuel of Germany. "It was a really natural and very common part of every household pantry," says Bostwick. "I compare it these days to a pot of coffee always simmering on your countertop. Back then it was a kettle of beer. Beer was brewed less for pure enjoyment than for medicinal reasons (it incorporated herbs and spices) and for pure sustenance. Beers then were richer and heartier than today. They were a source of calories for the lower classes who did not have access to rich foods."

Not surprisingly, beer pops up at pivotal moments in Luther's life. Most notably, after taking on the formidable might of the Catholic Church, an unruffled Luther famously declared that God and the Word did everything, "while I drank beer with my [friends] Philipp and Amsdorf." Luther's teachings were mocked as "sour beer," and one of his critics disparaged him as a heretic from the filthy market town of Wittenberg, populated by "a barbarous people who make their living from breweries and saloons." But as he gained fame and became a popular hero, a range of Lutheran merchandise was launched, including beer mugs featuring the pope as the Antichrist.

When the excommunicated Luther married the runaway nun Katharina von Bora, the town council gave the couple a barrel of excellent Einbeck beer. It was a fitting gift. Beer was soon to assume an even more central role in Luther's life, thanks to his wife. The intelligent, talented and exceptionally competent Katharina not only bore six children and managed the Luthers' large household with its endless stream of guests but also planted a vegetable garden and fruit trees, raised cows and pigs, had a fish pond, drove a wagon, and — to her husband's undying delight — opened a brewery that produced thousands of pints of beer each year. Her initial shaky attempts produced a thin, weak brew, but she soon got the hang of it and learned exactly how much malt to add to suit her husband's taste. Luther was ecstatic — Lord Katie, as he affectionately called her, had assured him a steady supply even when Wittenberg's breweries ran dry.

Luther's favorite spot to hold forth on theology, philosophy and life in general was not the tavern but the table. The long refectory table in the cavernous Luther home seated up to 50 people. "This was Luther's especial domain," writes Andrew Pettegree in his elegant biography Brand Luther: How an Unheralded Monk Turned History. "The day's labors past, he would sit with his friends and talk. Fueled by his wife's excellent beer, conversation would become general, discursive, and sometimes unbuttoned."

Unbuttoned is an understatement. Voluble, energetic and beery, Luther's conversation zigged and zagged between the sublime and the scatological, to the amazement of his students, who hung on his every word. The church was called a brothel and the pope the Antichrist. Former popes "farted like the devil" and were sodomites and transvestites. His students collected these jewels into a book called Table Talk. When it was published, it went viral.

But though he clearly loved his tankard, there is no record of Luther being a lush. In fact, he could be quite a scold when it came to drunken behavior. He lamented the German addiction to beer, saying, "such an eternal thirst, I am afraid, will remain as Germany's plague until the Last Day." And he once declared, "I wish brewing had never been invented, for a great deal of grain is consumed to make it, and nothing good is brewed."

This was no doubt a spot of grandstanding. For all his protestations, Luther's beer stein was always full. He loved local beer, boasted of his wife's brewing skills, and launched a movement that helped promote hops. Does that make him a patron saint of the craft brewery?

"Luther might blanch a bit as a good Protestant at being called a saint," points out Bostwick, "and there's already a brewery saint called St. Arnold, who saved his congregation from the plague by making them drink beer. In the interests of Protestantism, I wouldn't call him a saint, but he was certainly a beer enthusiast, and many a beer bar and brewery today has a picture of Martin Luther on their wall. So let's say that while we certainly don't genuflect to him, he's known and appreciated."

Hoppy Quincentennial, Martin Luther!
Nina Martyris is a journalist based in Knoxville, Tenn.