en-de  Jupiter humbled - Emmanuel Macron’s popularity hits a new low Medium
Jupiter gedemütigt - Emmanuel Macrons Beliebtheit erreicht ein neues Tief.

Trotz seiner vielen Erfolge fühlte er sich genötigt, diese Woche bescheiden zu klingen.

The Economist, 14. Juli 2018.

Ein Jahr zuvor berief Emmanuel Macron, als junger, frisch gewählter Präsident, eifrig um Glaubwürdigkeit bemüht, eine gemeinsame Sitzung beider Häuser des Parlamentes im früheren königlichen Schloss von Versailles ein und sprach überheblich von Größe und Schicksal. Am 9. Juli, für seine zweite Rede vor dem Kongress, war er ein bescheidenerer Staatsoberhaupt, der in die Kammer eintrat. "Ich weiß, dass ich nicht alles machen kann", verkündete er, "ich weiß, dass ich nicht in allem erfolgreich sein werde." Die Kulisse war unverändert, aber der Ton war merklich anders. Es scheint, als ob ein geläuterter Präsident versucht, sein Fingerspitzengefühl wiederzufinden.

In einer erdrückend heißen Kammer, während Parlamentarier ihre feuchten Gesichter fächelten, schickte Mr. Macron zwei deutliche Botschaften. Erstens, dass der Präsident, der so oft der Arroganz beschuldigt wird, tatsächlich zuhört. Er sprach vom Zorn und der Angst von Wählern, von denen, die sich "ignoriert, verachtet" fühlen, und kämpfen, um über die Runden zu kommen. Ergebnisse, warnt er, könnten Zeit brauchen, um durchzudringen. Aber er würde es weiter versuchen. Jupiter, in anderen Worten, mag immer noch auf dem republikanischen Thron sitzen, aber er ist weder gegenüber seinen Kritiker, noch den Sorgen des gemeinen Volks taub.

Seine zweite Botschaft hatte weniger mit Stil als mit Philosophie zu tun. Mr. Macrons Kritiker werfen ihm mangelnde Ideologie oder politische Klarheit vor. Er führte weder einen linken noch einen rechten Wahlkampf, und erfand aus dem Nichts eine Zentrumspartei, welche die Nationalversammlung beherrscht. Einige seiner ehemaligen linken Unterstützer betrachten die Entscheidungen, die er in seinem ersten Jahr getroffen hat - Senkungen der Körperschafts- und Vermögenssteuer, ein Hauptaugenmerk auf die Eindämmung des Haushaltsdefizits auf unter 3 %, eine Erhöhung der Sozialabgaben für Pensionen - als Beweis, dass der ehemalige sozialistische Minister zu einem Rechten und "Präsident der Reichen" geworden ist.

Als Antwort, und in Anspielung auf Amartya Sen, John Rawl und die skandinavischen Wohlfahrtsmodelle, wiederholte Mr. Macron seine grundlegenden Überzeugungen. Erstens, dass die Sozialpolitik nicht - wie traditionell in Frankreich - an den bezahlten Beihilfen gemessen werden sollte, sondern an den Investitionen in Individuen, in Erziehung und Ausbildung, um zu helfen, sie aus der Armut zu 'emanzipieren'. Zweitens, dass er nicht darauf aus ist, den Reichen zu helfen, sondern solchen, die Reichtum schaffen. "Wenn wir den Kuchen verteilen wollen", sagte er, "müssen wir sicherstellen, dass es am Ende einen Kuchen zum Verteilen gibt. Herr Macron versprach, im September ein Programm zur Armutsbekämpfung im Rahmen der Neugestaltung des französischen Sozialstaats für das 21. Jahrhundert darzulegen. Es gehe nicht darum, den Armen ein besseres Leben zu ermöglichen, sondern sie aus der Armut zu befreien", betonte er. Mr. Macron braucht Verstärkung. Seine Zustimmungsraten sind auf neue Tiefststände gefallen, auf 41% im Juli gemäß Ifop, einer Umfragegruppe, herunter von 66% nach seiner Wahl im letzten Jahr. Volle 58% der Befragten denken, dass er Frankreichs Interessen auswärts gut vertritt, aber nur 29% denken, dass er den Sorgen der normalen Leute nahe ist. Eine Reihe falsch eingeschätzter Bemerkungen, einige von seinem eigenen Team aufgenommen und veröffentlicht, haben zu dem Eindruck königlicher Selbstgefälligkeit beigetragen. Er beschimpfte öffentlich einen Teenager in der Menge, der Herrn Macron mit dem umgangsprachlichen "Manu" angesprochen hatte, und wies ihn an "Monsieur le Président" zu sagen. Nachrichten, dass der Elysée-Palast ein teures, neues Essgeschirr bestellt hatte und einen Swimmingpool im Sommer Fort des Präsdienten an der Mittelmeerküste baut, waren Geschenke für seine Gegner. Diese Woche startete "La France insoumise" (Unbeugsames Frankreich), eine Partei des äußersten linken Spektrums, deren Abgeordnete die Präsidentenrede im Kongress boykottiert haben, eine Social Media Kampagne gegen ihn mit dem Hashtag #MacronMonarc. Im Ausland war er nicht in der Lage, irgendetwas von Donald Trump wegen des Irans zu erreichen und sehr wenig von der EU wegen der Reform der Euro-Zone.

Es ist keine Überraschung, dass die politischen Gegner von Herrn Macron weiterhin feindlich gesinnt sind. Eine schärfere Kritik kam von drei Ökonomen, die geholfen hatten, das Wahlprogramm zu schreiben, unter ihnen Jean Pisani-Ferry, der den Wahlkampf koordinierte. In einer Note an den Präsidenten, letzten Monat an 'Le Monde' durchgesickert, warnten sie Macron, dass seine Regierung als 'indifferent' gegenüber sozialen Themen rüberkäme und den "Kampf gegen den ungleichen Zugang" vernachlässige, der ein Eckpfeiler seiner Kampagne gewesen sei. Es gab, wie sie betonten, unter seinen Anhängern es die Auffassung, dass sich die Regierung politisch nach rechts bewegte. Dies schien nur durch Mr. Macrons kürzliches Scheitern bestätigt, anzubieten, die Aquarius - ein Migranten-Rettungs-Schiff - in Frankreich anlanden zu lassen. So ein Eindruck ist besonders riskant im Hinblick auf schwierige bevorstehende Entscheidungen über öffentliche Ausgaben, die aufgrund ihrer politischen Sensibilität verzögert wurden.

Der Präsident, sagt ein Insider, "hat solche Hinweise gehört." Deshalb seine Rede in Versailles. Es bleibt abzuwarten, ob Herr Macron wirklich seinen "inneren Monarchen" zähmen kann, besonders dann nicht, weil er glaubt, dass das Amt des französischen Präsidenten "dem höchsten Gott gemäß" sein sollte. Doch das Paradox ist, dass er zu einer Zeit schwächelt, wenn er tatsächlich ein paar eindrucksvolle Erfolge aufzählen kann. Angesichts von Streiks und Protesten hat er eine Reihe Reformen durchgeboxt, vom Arbeitsmarkt bis zu den Eisenbahnen. Er hat Kitas ab drei Jahren verpflichtend gemacht, den Prozess des Universitätszugangs umstrukturiert und die Parlamentsausgaben bereinigt. Arbeitslosigkeit ist auf dem Weg zu 8,8% Ende 2018, herunter von 10,1 % im Jahr 2016. Frankreich hat es sogar ins Finale der Weltmeisterschaft geschafft. Mr. Macrons Fingerspitzengefühl ist nicht mehr das, was es mal war. Aber sein Glück hat ihn vielleicht noch nicht verlassen.

https://www.economist.com/europe/2018/07/14/emmanuel-macrons-popularity-hits-a-new-low
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Despite his many achievements, he felt obliged to sound humble this week.
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The Economist, July 14, 2018.
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A chastened president, it seems, is trying to recover his touch.
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First, that the president, so often accused of arrogance, is in fact listening.
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Results, he warned, could take time to come through.
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But he would keep trying.
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His second message had less to do with style than philosophy.
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Mr Macron’s detractors accuse him of lacking ideology, or political clarity.
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Second, that he is not out to help the rich, but those who create wealth.
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That Mr Macron’s political opponents remain hostile is no surprise.
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The president, says one insider, “has listened” to such messages.
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Hence his speech in Versailles.
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Unemployment is on course to be 8.8% by the end of 2018, down from 10.1% in 2016.
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France has even made it to the World Cup final.
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Mr Macron’s touch is not what it was.
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But his luck may not have run out yet.
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Jupiter humbled - Emmanuel Macron’s popularity hits a new low.

Despite his many achievements, he felt obliged to sound humble this week.

The Economist, July 14, 2018.

A YEAR ago, as a young freshly elected president eager to look the part, Emmanuel Macron summoned a joint sitting of both houses of parliament in the former royal palace at Versailles, and spoke loftily of grandeur and destiny. On July 9th, for his second speech to Congress, it was a more humble head of state who stepped into the chamber. “I know that I can’t do everything,” he declared, “I know that I won’t succeed in everything.” The setting was unchanged, but the tone was markedly different. A chastened president, it seems, is trying to recover his touch.

In a stiflingly hot chamber, as parliamentarians fanned their moist faces, Mr Macron sent two broad messages. First, that the president, so often accused of arrogance, is in fact listening. He spoke of voters’ anger and fear, of those who feel they are “ignored, held in contempt”, and struggle to make ends meet. Results, he warned, could take time to come through. But he would keep trying. Jupiter, in other words, may still be sitting on the republican throne, but he is not deaf to his critics, nor the concerns of ordinary folk.

His second message had less to do with style than philosophy. Mr Macron’s detractors accuse him of lacking ideology, or political clarity. He campaigned as neither on the left nor right, and invented a centrist party, which dominates the National Assembly, from nothing. Some one-time supporters on the left consider that the decisions taken in his first year—cuts to corporate and wealth taxes, a focus on curbing the budget deficit to below 3%, an increase in social charges on pensions—prove that the former Socialist minister has turned into a right-winger and “president of the rich”.

In response, and with an unspoken nod to Amartya Sen, John Rawls and Nordic welfare models, Mr Macron reiterated his core beliefs. First, that social policy should be measured not—as traditionally in France—by the level of benefits paid, but by investment in individuals, in education and training, to help “emancipate” them from poverty. Second, that he is not out to help the rich, but those who create wealth. “If we want to share out the pie,” he said, “we have to make sure that there is a pie” to share. Mr Macron promised to unveil an anti-poverty programme in September, as part of a redesign of France’s welfare state for the 21st century. The point, he stressed, was “not to enable the poor to live better, but for them to climb out of poverty.”

Mr Macron needs a boost. His approval ratings have fallen to new lows, touching 41% in July, according to Ifop, a polling group, down from 66% after his election last year. Fully 58% of voters consider that he defends French interests well abroad, but only 29% think he is close to the preoccupations of ordinary people. A series of misjudged remarks, some recorded and publicised by his own staff, have contributed to an impression of regal self-importance. He publicly scolded a teenager in a crowd, who addressed Mr Macron colloquially as “Manu”, and instructed him to say “Monsieur le Président”. News that the Elysée Palace has ordered a pricey new dinner service, and is building a swimming pool at the presidential summer fort on the Mediterranean coast, were gifts to his opponents. This week, Unsubmissive France, a far-left party whose deputies boycotted the president’s address to Congress, ran a social-media campaign against him under the hashtag #MacronMonarc. Abroad, he has failed to get anything out of Donald Trump over Iran, and very little from the EU on euro-zone reform.

That Mr Macron’s political opponents remain hostile is no surprise. A sharper critique emerged from a trio of economists who helped to write his election manifesto, among them Jean Pisani-Ferry, who co-ordinated the campaign programme. In a note to the president, leaked to Le Monde last month, they warned Mr Macron that his government came across as “indifferent” to social issues, and neglectful of the “struggle against unequal access” that had been a cornerstone of his campaign. There was a perception among his own supporters, they stressed, that the government was drifting to the right. This seemed only to be confirmed by Mr Macron’s failure recently to offer to let the Aquarius, a migrant-rescue ship, dock in France. Such an impression is particularly risky ahead of tough upcoming decisions over public spending, which have been delayed because of their political sensitivity.

The president, says one insider, “has listened” to such messages. Hence his speech in Versailles. It remains to be seen whether Mr Macron really can tame his inner monarch, not least because he believes that the French presidency should be “Jupiterian”. Yet the paradox is that he is faltering at a time when he has, in reality, clocked up some impressive successes. In the face of strikes and protests, he has pushed through a series of reforms, from the labour market to the railways. He has made nursery school compulsory from the age of three, redesigned the university-entrance process and cleaned up parliamentary expenses. Unemployment is on course to be 8.8% by the end of 2018, down from 10.1% in 2016. France has even made it to the World Cup final. Mr Macron’s touch is not what it was. But his luck may not have run out yet.

https://www.economist.com/europe/2018/07/14/emmanuel-macrons-popularity-hits-a-new-low