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Tropischer Messias - Wie Andrés Manuel López Obrador Mexiko erneuern wird.

Mexikanische Wähler haben die Schnauze so voll von ihrer herrschenden Klasse, dass sie einem Populisten eine Chance geben.

The Economist, 23. Juni 2018, Mexiko-Stadt und Villahermosa, Tabasco.

Selbst ein kurzer Spaziergang in Tabasco kann sich unerträglich anfühlen. Als Graham Greene vor 80 Jahren Mexiko besuchte, beschwerte er sich über die "erdrückende Hitze und Luft voll lärmender Moskitos", "denen keiner jemals entkommen konnte". Jetzt können Tabascans die Luftfeuchtigkeit mit Ventilatoren und Klimaanlagen zumindest aushalten. Aber die Hälfte der Bewohner des Landes ist arm und die Strompreise gehören zu den höchsten des Landes. Vor 23 Jahren entschied ein örtlicher Politiker etwas Radikales dagegen zu tun. Andrés Manuel López Obrador (bekannt als AMLO), nachdem er sich gerade für das Amt als Governeur beworben hatte, organisierte eine Kampagne des "zivilen Widerstands" und sagte den Bewohnern von Tabasco, sie sollten ihre Stromrechnungen nicht bezahlen.

Die Kampagne hat über zwei Jahrzehnte gedauert. Etwa 570.000 Tabascan-Haushalte haben Schulden bei der Federal Electricity Commission (CFE) mit durchschnittlich 10.500 Pesos (500 US-Dollar) aufgebaut. Im Jahr 2015 startete die CEF eine neue Runde Nichtzahlern den Zugang zum Stromnetzt zu sperren. Herr López Obrador, der damalige Leiter seiner neugegründeten Partei, der Bewegung für nationale Erneuerung (Morena), berief eine Brigade von Bürgerwehren ein, um sie wieder [mit Elektrizität] zu verbinden. Er warnte auch den Gouverneur des Staates, Arturo Núñez Jiménez, dass seinem prunkvoller Amtssitz der Strom abgestellt werden würde, wenn er versuchen würde, den Menschen wieder den Strom abzustellen.

Diese Ereignisse versinnbildlichen, was viele Mexikaner schon lange an Mr. López Obrador gemocht haben, und was andere fürchten. Seine Sorge um die Armen und der Wunsch, ihr Schicksal zu verbessern, ist ernst gemeint. Allerdings versteht Mr. López Obrador wirtschaftliche Zusammenhänge nicht wirklich - einige Leute zu drängen, dass sie ihre Rechnungen nicht zahlen, führt z.B. im allgemeinen dazu, dass die Preise für alle Anderen steigen. Und er hat wenig Respekt vor Regeln oder Institutionen. Das ist wichtig, weil Mr. López Obrador drauf und dran ist, bei der Wahl am 1. Juli Mexikos Präsident zu werden. Er führt in den Umfragen mit 25 Punkten vor seinem nächsten Herausforderer, Ricardo Anaya von der konservativen National Action Party (PAN). José Antonio Meade, ein parteiloser Kandidat, der von der regierenden Institutional Revolutionary Party (PRI) ausgewählt wurde, ist noch weiter abgeschlagen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass eine Koalition unter der Führung von Morena, die vor vier Jahren gegründet wurde, die Kontrolle im Kongress gewinnen wird.

Die Stimme, die die Mexikaner abgeben werden, ist wahrscheinlich ein Abstrafen, denn der Präsident, Enrique Peña Nieto von der PRI ist der seit Jahrzehnten unbeliebteste Führer. Die Menschen sind auch wütend auf die PAN. Obwohl die PAN im Jahr 2000 der PRI die politische Macht abgenommen hat und sieben Jahrzehnte einer Ein-Parteien Herrschaft beendet hat, war sie außerstande wesentlich besser zu regieren, und die PRI kam unter Mr. Peña 2012 wieder an die Macht.

Mr. López Obrador verspricht drastische Veränderungen. Mexiko wird zum ersten Mal seit dem 19. Jahrhundert einen charismatischen Präsidenten haben, sagt Enrique Krauze, ein Historiker, der ihn als erster einen "tropischen Messias" nannte. Im Wahlkampf sagt er, dass eine "vierte Transformation" Mexikos bevorsteht, nach der Unabhängigkeit im Jahr 1821, einem Bürgerkrieg und liberalen Reformen in den 1850er und 1860er Jahren und einer Revolution, die 1910 begann. Die Veränderung wird so "tiefgreifend" sein wie die Revolution, aber "ohne Gewalt", verspricht er. Er schwört, die "Mafia der Macht" zu stürzen, von der er glaubt, dass sie Mexiko bremst.

Wenn er sagt, dass er das korrupte Regime "mit Stumpf und Stiel ausreißen" wird, spricht er von jedem in der politischen Klasse außer von sich selbst und seinem Kreis. Seine Gegner sagen, er wolle die marktfreundliche Politik, der die PRI und die PAN seit den 1980er Jahren verhaftet waren, zunichtemachen. Manche fürchten, dass in einem Land, in dem die Demokratie kaum alt genug ist, um sich einen Tequila zu bestellen, ein charismatischer Populist sie ernsthaft untergraben könnte.

Aller guten Dinge sind drei.

Die Mexikaner haben die Schnauze voll. Während 30 Jahren wachsender Demokratie und wirtschaftlicher Liberalisierung, wurde ihnen erzählt, dass Mexiko ein reiches Land werden würde. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich über den gesamten Zeitraum um 40% erhöht. Aber das Wachstum war nicht gleichmäßig. Die Teile des Landes nahe den Vereinigten Staaten blühten auf, während die Bauern im Süden immer noch draußen in der Sonne schuften. Die Wirtschaft wurde in den letzten Jahren träge, zum Teil dank eines niedrigen Ölpreises. Inzwischen sind die Mexikaner wütend über die Korruption und verängstigt durch die Bandengewalt.

Mr. López Obrador regierte Mexiko-Stadt zwischen 2000 und 2005, vor der erfolglosen Teilnahme an den Präsidentenwahlen mit der Mitte-Links-Partei der Demokratischen Revolution (PRD) 2006 und 2012. Wenn er sich zum dritten Mal für die Präsidentschaft zur Wahl stellt, ist die Frage, ob er etwas von dem korrigieren wird, was mit Mexiko nicht stimmt, oder seine (zugegebenermaßen unvollkommenen) Institutionen durch einen persönlicheren und messianischen Regierungsstil ersetzen wird.

Das Akronym der Partei von Herrn López Obrador ist eine Anspielung auf La Virgen Morena de Guadalupe, die Schutzpatronin Mexikos. Es wird auch als Terminus gebraucht, um dunkelhäutigere Mexikaner zu beschreiben, die häufig im armen Süden leben. Die Kluft zwischen Mexikos reichsten und ärmsten Regionen ist doppelt so groß wie die der nächstgrößten in der OECD, in Chile. Das liegt zum Teil daran, dass das Nordamerikanische Freihandelsabkommen weitgehend Nord-Mexiko zugute kam, wo amerikanische Firmen Fabriken bauten und Millionen von Arbeitsplätzen schufen. Mr. Núñez sagt, Tabasco ist von der Zentralregierung "vergessen", ein Gefühl, das viele aus dem Süden teilen.

Mr. López Obrador, der in einem halben Jahrhundert der erste Präsident war, der südlich von Mexiko-Stadt geboren worden war, will dieses Ungleichgewicht beseitigen. Er hat Pläne für eine neue Infrastruktur im Süden, schwört, jede Straße in Oaxaca zu befestigen, einem bergigen Staat mit einer Armutsrate von 70%. Er verspricht auch eine Eisenbahn von Quintana Roo nach Chiapas und eine Straße und Eisenbahnverbindung über die Landenge von Tehuantepec in Oaxaca und Veracruz, bezahlt mit Krediten aus China. Er würde auch zwei Öl-Raffinerien bauen in Campeche und Tabasco. Eine phantasievolle Regelung für "Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln" würde Preisgarantien für von südländischen Landwirten produzierte Ernten beinhalten.

Im Süden Stimmen zu gewinnen war nie schwer für Mr. López Obrador. Was dieses Mal den Unterschied ausmacht, ist, dass Einwohner im Norden von Mexiko, die sich Sorgen zu machen pflegten, dass er die Wirtschaft kaputtmachen würde, sich für ihn erwärmen. Unglaublicherweise ist er jetzt bei dem reichsten Drittel der Wähler beliebter als unter den Ärmsten. "Er ist reif geworden", insistiert Rafael De Dávila, ein ehemaliger, für die PAN stimmender Elektroingenieur in Escobedo, einem Vorort von Monterrey, der Hauptstadt des schnell wachsenden (Teilstaats) Nuevo León.

Das mag wahr sein. Mr. López Obrador hat Wähler umworben, die sich mahnend an seine Machenschaften im Jahr 2006 erinnern, als seine protestierenden Unterstützer Mexiko-Stadt für Monate verließen, nachdem er die Präsidentschaftswahl nur knapp an Felipe Calderón verloren hatte. Er macht dieses Mal weniger Fehler während des Wahlkampfs. Berater haben ihn zum Beispiel dazu überredet, strittige Pläne für ein Referendum fallen zu lassen, um die Energiereformen aufzuheben, die 2014 zum ersten Mal seit 1938 ausländische Ölfirmen in Mexiko erlaubten.

Sein Wahlkampf produziert fröhliche Videos, zuletzt eine Serie über Mittelklasse-Mexikaner, die Freuden und Familie bekennen, dass sie "AMLOvers" sind. Entscheidend ist, dass er entspannter ist. Als Gerüchte aufkamen, dass Russland in der Wahl zu seinen Gunsten mitgemischt hätte, antwortete er mit einem Video in den sozialen Medien. Am Hafen stehend, stellte er sich selbst mit einem Lächeln als "Andrés Manuelovich” vor und sagte, er würde auf die Ankunft eines Unterseebootes mit einer Lieferung russischen Goldes warten.

Sein Argument, dass das politische System erledigt ist, wurde durch die heiße Amtszeit von Mr. Peña unterstützt, der das Amt auf einer Welle des Optimismus antrat. Mr. Peña hat eine Koalition der wichtigsten mexikanischen Parteien gebildet, um umfassende Reformen zu verabschieden, und strebte bis zum Ende seiner Amtszeit ein Wachstum von 6% an. Aber die wichtigsten Veränderungen - in Energie und Bildung - werden Jahre brauchen, um fühlbar zu werden. Der Zusammenbruch der Ölpreise 2014 schadete der Wirtschaft. Unter Mr. Peña ist die Wirtschaft nur 2,5% pro Jahr gewachsen.

Mr. Peña ist vor allem deshalb unbeliebt, weil seine Regierung in den beiden Themen, die für die Mexikaner am wichtigsten sind, Korruption und Sicherheit, passiv und unverantwortlich ist. Mr. Peña schwor, die Todesrate zu halbieren, die hochgeschossen war, nachdem sein Vorgänger, Mr. Calderón, die Armee geschickt hatte, um die Drogen-Kartelle zu bekämpfen. Aber nachdem er mehrere Drogen-Könige gestoppt hatte, reagierte seine Verwaltung nicht, als ihre Möchtegern-Erben anfingen, sich gegenseitig zu bekämpfen und sich über den Drogenschmuggel hinaus auszuweiten. Mexiko steuert in diesem Jahr auf 32.000 Morde zu, ein Rekordhoch und die Zahl der Opfer ist doppelt so hoch wie 2014.

Das bekannteste Gewaltverbrechen während Mr. Peñas Amtszeit, war das Verschwinden von 43 Lehramtsstudenten im Jahr 2014, die aus Bussen geholt und ziemlich sicher ermordet wurden. Eine frühe Untersuchung wurde verpfuscht. Spätere zeigten, dass örtliche Beamte und Drogen-Banden schockierend verflochten waren. Die Rivalen von Mr. López Obrador sprechen von einer "intelligenteren" Herangehensweise an die Kriminalität. Er bietet eine unbestimmte "Amnestie" für kleinere Drogenhändler an. Viele Mexikaner, hungrig nach Frieden, denken, dass er nicht schlimmer sein kann als die heutige Regierung.

Eine weitere schwere Aufgabe.

Dann gibt es die Korruption. Unter Mr. Peña ist sie krasser geworden oder zumindest wirksamer enthüllt worden. Zwei Ministerien, geführt von Rosario Robles, jetzt Minister für landwirtschaftliche Entwicklung, sahen 1,3 Milliarden Pesos aus ihren Kassen verschwinden. Mehrere Gouverneure der PRI werden angeklagt, Staatsfonds als persönliche Sparschweine behandelt zu haben. Die Regierung wird beschuldigt, eine Schmiergeld-Untersuchung gegen Emilio Lozoya, ein Mitglied von Mr. Peñas Wahlkampfmannschaft, der später die staatliche Ölfirma Pemex leitete, zu den Akten gelegt zu haben. Während Mr. Peñas Amtszeit ist Mexiko im Korruptions-Index von Transparency International um 30 Plätze gefallen. Es ist jetzt Platz 135, gleichauf mit Russland.

Jedes öffentliche Vertrauen, dass Mr. Peña die Bestechung eindämmen würde, schmolz 2014 dahin, als ein Journalist enthüllt hatte, dass das Sieben-Millionen-Dollar-Haus seiner Frau einem Geschäftsmann gehört hatte, der unter seiner Präsidentschaft mehrere Aufträge erlangen konnte. Unter früheren Regierungen hätten korrupte Bonzen typischerweise eine Straße gebaut und dabei ihren Schnitt gemacht, erklärt Armando Santacruz von Mexico United Against Crime (Mexiko vereint gegen das Verbrechen), einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation). Jetzt, sagt er, rechnen sie die Straße ab, leiten das Geld durch Scheinfirmen, bauen nichts und rennen mit der ganzen Beute davon.

Die Korruption ist sichtbarer geworden, nicht weil der Staat es geschickt untersucht, sondern wegen einer im Entstehen begriffenen Zivilgesellschaft und sozialer Medien. Als David Korenfeld, der Chef der staatlichen Wasserbehörde, 2015 einen Hubschrauber der Regierung nahm, um mit seiner Familie Ferien zu machen, schoss ein Nachbar einige Fotos von ihnen und ihren Koffern. Mr. Korenfeld, ein alter Freund von Mr. Peña, trat zurück, nachdem die Bilder sich wie ein Lauffeuer verbreiteten.

Mr. Peñas Regierung hat den Kampf gegen die Korruption behindert. Führende Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft und Journalisten berichten, dass sie den Ministern Korruption melden, aber nichts passiert. Institutionen, die Bestechungen aufspüren und verfolgen, bleiben nachgiebig und vernachlässigt. Kritiker verweisen auf einen Bestechungsskandal, in den die brasilianische Baufirma Odebrecht verwickelt ist, der dazu geführt hat, dass gegen Personen in fast allen lateinamerikanischen Ländern Anklage erhoben wird. Die Ausnahme sind das despotische Venezuela --- und Mexiko.

Mr. López Obrador verspricht, die Korruption durch eine Haltung der Null-Toleranz und das leuchtende Beispiel seiner eigenen Unbestechlichkeit 'auszurotten, nicht zu verringern'. Schon 2003, als er der Bürgermeister von Mexiko-Stadt war, wurde René Bejarano, ein enger politischer Verbündeter, bei der Entgegennahme von 45.000 Dollar in bar von einem Geschäftsmann erwischt und auf einem Video festgehalten. Als Bürgermeister weigerte er sich Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs durchzusetzen, darunter auch, eine Abfüllanlage zu räumen, die von streikenden Arbeitern übernommen worden war. Er wäre in diesem Fall der überlegene Schiedsrichter, erklärte er, weil es dem Gericht an "sozialer Sensibilität" mangelte. Er scheint nicht daran interessiert zu sein, unabhängige Institutionen zu schaffen, die benötigt werden, um Schiebung effektiv zu entlarven und strafrechtlich zu verfolgen. "Er glaubt, es gibt einen Riesensack voll Bestechungsgeld, das er finden kann und für die Armen ausgeben", schnaubt ein Berater eines Gegenkandidaten wütend.

Mexikanische Pattsituation.

Mr. López Obrador verachtet offen die Zivilgesellschaft und den Obersten Gerichtshof, von denen sich keiner seinem Willen als Präsident beugen wird. Er verspricht Referenden, um politische Fragen zu lösen, einschließlich einer Wiederberufungs-Abstimmung alle zwei Jahre während seiner Amtszeit. Für einige sieht das nach Verantwortung aus. Für andere ist es eine störender Bruch mit der repräsentativen Demokratie und dem Prinzip der einmaligen Präsidentschaft, die durch die Revolution verankert wurde.

In seinen Standard-Reden wirbt Mr. López Obrador für eine Art genügsamen Populismus. Es kann keine "reiche Regierung mit einer armen Bevölkerung" geben, sagt er. Er schwört, das Gehalt des Präsidenten und der höheren Beamten zu halbieren, darauf zu verzichten, öffentliche Gelder für Kleidung auszugeben, das Präsidentenflugzeug zu verkaufen und den Amtssitz an einen bescheideneren Platz zu verlegen. Er verspottet einen für Mexiko-Stadt geplanten 13-Milliarden-Dollar-Flughafen und sagt, dass sein Bau unnötig sei und gespickt mit Korruption. Die Ministerien der Regierung in der Hauptstadt sollen über das ganze Land verteilt werden. Er ist auch sozial konservativ und lehnt sowohl legale Abtreibung als auch Schwulenrechte ab.

Seltsamerweise fehlt diesem populistischen Gebräu der Antiamerikanismus, trotz der Unbeliebtheit des amerikanischen Präsidenten. Mr. López Obrador besteht darauf, dass er Donald Trump nicht rücksichtslos provozieren wird. "Wir müssen genug Geduld haben, um Präsident Donald Trump in den Griff zu bekommen, um die Beziehung aufrechtzuerhalten", sagte er am 10. Juni.

Um Ängste zu beschwichtigen, er würde finanziell verantwortungslos sein, soll er angeblich Guillermo Ortiz, einen früheren Chef der Zentralbank, und Santiago Levy von der Inter-American Development Bank (Interamerikanischen Entwicklungsbank) in seine Mannschaft aufnehmen. Ihre Aufgabe wird es sein, das Geld aufzutreiben, mit dem die Politik ihrer Chefs bezahlt werden kann. Zu den teuersten gehören eine allgemeine Pension für Ältere und Behinderte, Stipendien für arme Studenten und eine Instandsetzung der Wasser-Infrastruktur. Diese Versprechen allein würden jedes Jahr 1,7% des Brutto-Inlands-Produktes kosten, in einer Zeit, da das Haushaltsdefizit 2,9% des Brutto-Inlands-Produktes beträgt.

Im Gegensatz zu Mr. Trump, der die politischen Details verabscheut, steigert sich Mr. López Obrador in sie hinein. Ein Berater berichtet von seinen Grübelein über das 461-seitige Wahlprogramm der Partei.

Im Gegensatz zu Mr. Trump, der die politischen Details verabscheut, steigert sich Mr. López Obrador in sie hinein. Ein Berater berichtet von seinen Grübelein über das 461-seitige Wahlprogramm der Partei und das Streichen von Maßnahmen, die er für unerschwinglich hielt. Als Bürgermeister von Mexiko-Stadt arbeitete er mit der Privat-Wirtschaft zusammen, um das Stadtzentrum zu sanieren. Er hatte keine großen Schulden und verließ das Amt mit einer Zustimmungsrate von 85%. All dies deutet auf einen pragmatischen Zug hin. Optimisten hoffen, dass er Extraausgaben mit Kürzungen anderswo ausgleichen wird.

Pessimisten stellen fest, dass Hugo Chávez anfangs auch als Gemäßigter posierte. Herr López Obrador wird Mexiko sicher nicht in Tyrannei und Elend stürzen wie Chávez in Venezuela. Aber viele stellen seine Aufrichtigkeit in Frage. Wenn er sich wirklich darum kümmert, die Korruption einzudämmen, warum hat er Napoleón Gómez Urrutia, einen Bergarbeitergewerkschaftsführer, der der Unterschlagung von Millionen Dollars angeklagt ist, als Senatskandidaten für seine Partei engagiert? Wenn die PRI Teil der Mafia der Macht ist, warum ermutigt er dann ihre hohen Beamten, sich ihm anzuschließen? Und wenn er sich wirklich für die Armen interessiert, warum schwört er, Reformen zurückzusetzen, die ihre Schulen verbessern würden, durch Einstellung von Lehrer auf der Basis von Verdiensten?

Die wahrscheinlichste Antwort auf diese Fragen ist eine zynische. Seine junge Partei braucht Fußsoldaten, um an Türen zu klopfen und um die Abstimmung zu erreichen. Letztes Jahr hatte es nur 320.000 Mitglieder, so das das Nationale Wahlinstitut. Die PRI hatte das Doppelte allein im Bundesstaat Puebla. Indem López Obrador den Bildungsreformen entgegentritt, erhält er die Unterstützung einer 100.000-köpfigen Lehrergewerkschaft. Seine Annäherungen an Herrn Urrutia, dessen Gewerkschaft 120.000 Mitglieder hat, werden mehr Rekruten bringen und andere Gewerkschaftsbosse anlocken. Das Rinnsal der PRI-Beamten, die nach Morena übergelaufen sind, könnte zu einer Flut werden, wenn die PRI am Wahltag verprügelt wird.

AMLO zielt hoch.

Einige vermuten, dass López Obradors Plan nicht nur darin besteht, die PRI zu verdrängen, sondern ihr Beispiel als Volkspartei zu übernehmen. Er sieht die Bilder der sozialen Spaltung und Gewalt während der Revolution, die nachließen, als die PRI die Macht zentralisierte und alle einlud, sich ihr anzuschließen. Je stärker MORENA wird, so mag er denken, desto regierbarer und harmonischer wird Mexiko werden.

Eins erscheint sicher. Egal in welche Richtung er Mexiko regiert, der Widerstand wird schwach sein. Erstmalig wird einzelne Partei die Präsidentschaft, die Hauptstadt und den Kongress gleichzeitig beherrschen. Die Präsidenten im 20. Jahrhundert waren der PRI hörig. López Obrador hat eine Partei geschaffen, die ihm Rechenschaft ablegt. Jede andere Partei steht bei der Wahl vor der Zerstörung, nur eine geteilte PAN ist in der Lage sich gegen ihn zu stellen.

Herr Nuñez, der López Obrador seit den 1980er Jahren kennt, kritisiert seine Doktrin des "zivilen Widerstandes". Der hat in Tabasco eine Kultur des Nichtzahlens geschaffen, nicht nur für Stromrechnungen, sondern auch für Grundsteuern und Wasserrechnungen. Er erinnert sich, López Obrador 1996 die Bedeutung von Wahlreformen zur Formalisierung der Demokratie mitgeteilt zu haben. "Er sagte mir: 'Sie sind nicht wichtig Dieses Land wird durch die Mobilisierung der Bevölkerung vorankommen, nicht durch Gesetzesänderungen'." Die Zeit ist gekommen, diese Theorie auszuprobieren.

https://www.economist.com/briefing/2018/06/23/how-andres-manuel-lopez-obrador-will-remake-mexico
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Tropical messiah - How Andrés Manuel López Obrador will remake Mexico.
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Mexican voters are so fed up with their ruling class that they are taking a chance on a populist.
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The Economist, June 23, 2018, Mexico City and Villahermosa, Tabasco.
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EVEN a short walk in Tabasco can feel unbearable.
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Now Tabascans can at least endure the humidity with fans and air-conditioning.
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Twenty-three years ago a local politician decided to do something radical.
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The campaign has lasted for over two decades.
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In 2015 the CFE began another bout of cutting off non-payers.
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His concern for the poor and wish to improve their lot is sincere.
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And he has little respect for rules or institutions.
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People are also angry at the PAN.
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Mr López Obrador promises drastic change.
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The change will be “as profound” as the revolution, but “without violence”, he promises.
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He vows to overthrow the “mafia of power”, that he believes holds back Mexico.
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Third time lucky.
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Mexicans are fed up.
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Income per head has risen by 40% over the same period.
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But growth has been uneven.
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The economy has been sluggish in recent years, partly thanks to a low oil price.
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Meanwhile, Mexicans are furious about corruption and terrified of gang violence.
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It is also a term used to describe darker-skinned Mexicans, who often live in the poor south.
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Mr Núñez says Tabasco is “forgotten” by central government, a feeling many southerners share.
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He would also build two oil refineries, in Campeche and Tabasco.
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Winning votes in the south was never hard for Mr López Obrador.
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Incredibly, he is now more popular among the richest third of voters than among the poorest.
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That may be true.
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He is making fewer mistakes on the campaign trail this time.
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Crucially, he is more relaxed.
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But the most important changes—to energy and education—will take years to be felt.
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The collapse of oil prices in 2014 hurt the economy.
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Under Mr Peña the economy has grown by only 2.5% a year.
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Mexico is on course for 32,000 murders this year, a record high and double the toll in 2014.
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An early investigation was botched.
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Later ones showed that local officials and drug gangs were shockingly entwined.
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Mr López Obrador’s rivals talk about a “smarter” approach to crime.
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He offers a vague “amnesty” to low-level drug dealers.
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Many Mexicans, hungry for peace, think he cannot do worse than today’s government.
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Another hard job.
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Then there is corruption.
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Under Mr Peña, it has grown more blatant, or at least been exposed more effectively.
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Several governors from the PRI face charges of treating state funds as personal piggy banks.
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It is now 135th, tied with Russia.
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Mr Korenfeld, an old friend of Mr Peña, resigned after the images went viral.
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Mr Peña’s government has hampered the fight against corruption.
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Civil-society leaders and journalists say they report corruption to ministers, but nothing happens.
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Institutions to catch and prosecute graft remain pliable and neglected.
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The exceptions are despotic Venezuela—and Mexico.
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Mexican stand-off.
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To some that looks like accountability.
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In stump speeches Mr López Obrador touts a brand of austere populism.
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There can be “no rich government with a poor populace,” he says.
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Government ministries in the capital are to be scattered around the country.
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He is also socially conservative, opposing both legal abortion and gay rights.
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Mr López Obrador insists he will not recklessly provoke Donald Trump.
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Their task will be to find the money to pay for their boss’s policies.
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Unlike Mr Trump, who abhors policy details, Mr López Obrador obsesses over them.
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One adviser recounts his poring over the party’s 461-page election.
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Unlike Mr Trump, who abhors policy details, Mr López Obrador obsesses over them.
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As mayor of Mexico City he worked with the private sector to refurbish the city centre.
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He did not run up huge debts and left office with an approval rating of 85%.
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All this points to a pragmatic streak.
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Optimists hope that he will offset extra spending with cuts elsewhere.
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Pessimists note that Hugo Chávez initially posed as a moderate, too.
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But many question his sincerity.
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If the PRI is part of the mafia of power, why is he encouraging its senior officials to join him?
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The most likely answer to these questions is a cynical one.
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His young party needs foot-soldiers to knock on doors and get out the vote.
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Last year it had just 320,000 members, according to the National Electoral Institute.
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The PRI had double that in the state of Puebla alone.
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AMLO aims high.
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The stronger Morena grows, he may think, the more governable and harmonious Mexico will become.
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One thing looks certain.
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In whichever direction he takes Mexico, resistance will be weak.
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Presidents in the 20th century were subservient to the PRI.
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Mr López Obrador has created a party which answers to him.
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“He told me: ‘They are not important.
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Tropical messiah - How Andrés Manuel López Obrador will remake Mexico.

Mexican voters are so fed up with their ruling class that they are taking a chance on a populist.

The Economist, June 23, 2018, Mexico City and Villahermosa, Tabasco.

EVEN a short walk in Tabasco can feel unbearable. When Graham Greene visited Mexico 80 years ago, he lamented the tropical southern state’s “blinding heat and the mosquito-noisy air” that left “no escape for anyone at all”. Now Tabascans can at least endure the humidity with fans and air-conditioning. But half of the state’s residents are poor and electricity prices are among the highest in the country. Twenty-three years ago a local politician decided to do something radical. Andrés Manuel López Obrador (known as AMLO), fresh from an unsuccessful run for governor, organised a campaign of “civil resistance”, instructing Tabascans not to pay their electricity bills.

The campaign has lasted for over two decades. Some 570,000 Tabascan households have racked up debts with the Federal Electricity Commission (CFE) averaging 10,500 pesos ($500) each. In 2015 the CFE began another bout of cutting off non-payers. Mr López Obrador, by then head of his newly created party, the Movement for National Regeneration (Morena), summoned a brigade of vigilante electricians to reconnect them. He also warned the state’s governor, Arturo Núñez Jiménez, that his palatial office would suffer power cuts were he to try disconnecting people again.

These events sum up what many Mexicans have long liked about Mr López Obrador, and what others fear. His concern for the poor and wish to improve their lot is sincere. However, Mr López Obrador has a shaky grasp of economics—urging some people not to pay their bills tends to drive up prices for everyone else, for example. And he has little respect for rules or institutions. This matters because Mr López Obrador is set to become Mexico’s president in an election on July 1st. He has a poll lead of 25 points over his nearest challenger, Ricardo Anaya of the conservative National Action Party (PAN). José Antonio Meade, a non-party candidate picked by the ruling Institutional Revolutionary Party (PRI), is further adrift. There is also a chance that a coalition led by Morena, founded four years ago, will win control of congress.

Mexicans are likely to deliver a voto de castigo (punishment vote) because the president, Enrique Peña Nieto of the PRI, is the least popular leader for decades. People are also angry at the PAN. Though the PAN turfed the PRI from power in 2000, ending seven decades of one-party rule, it failed to govern much better and the PRI returned under Mr Peña in 2012.

Mr López Obrador promises drastic change. Mexico will have a charismatic president for the first time since the 19th century, says Enrique Krauze, a historian who first called him a “tropical messiah”. On the campaign trail he says that a “fourth transformation” of Mexico is coming, after independence in 1821, a civil war and liberal reforms in the 1850s and 1860s, and a revolution that began in 1910. The change will be “as profound” as the revolution, but “without violence”, he promises. He vows to overthrow the “mafia of power”, that he believes holds back Mexico.

When he says he will “uproot the corrupt regime”, he is talking about everyone in the political class except himself and his circle. His opponents say he wants to unravel the market-friendly policies that the PRI and PAN have cleaved to since the 1980s. Some fear that in a country where democracy is barely old enough to order a tequila, a charismatic populist might seriously undermine it.

Third time lucky.

Mexicans are fed up. During 30 years of growing democracy and economic liberalisation, they were told that Mexico would become a rich country. Income per head has risen by 40% over the same period. But growth has been uneven. The parts of the country near the United States have prospered while peasants in the south still toil outdoors in the sun. The economy has been sluggish in recent years, partly thanks to a low oil price. Meanwhile, Mexicans are furious about corruption and terrified of gang violence.

Mr López Obrador governed Mexico City between 2000 and 2005, before unsuccessful presidential runs with the centre-left Party of the Democratic Revolution (PRD) in 2006 and 2012. The question as he seeks the presidency for a third time is whether he will fix some of what is wrong with Mexico, or replace its (admittedly imperfect) institutions with a more personal and messianic style of government.

The acronym of Mr López Obrador’s party is an allusion to La Virgen Morena of Guadalupe, Mexico’s patron saint. It is also a term used to describe darker-skinned Mexicans, who often live in the poor south. The gap between Mexico’s richest and poorest regions is twice as wide as the next-biggest one in the OECD, in Chile. That is partly because the North American Free-Trade Agreement largely benefited northern Mexico, where American firms built factories and created millions of jobs. Mr Núñez says Tabasco is “forgotten” by central government, a feeling many southerners share.

Mr López Obrador, who would become the first president born south of Mexico City in half a century, wants to redress the imbalance. He has plans for new infrastructure in the south, vowing to pave every road in Oaxaca, a mountainous state with a poverty rate of 70%. He also promises a railway from Quintana Roo to Chiapas, and a road and rail corridor across the Isthmus of Tehuantepec, in Oaxaca and Veracruz, paid for with loans from China. He would also build two oil refineries, in Campeche and Tabasco. A fanciful scheme for “food self-sufficiency” would include price guarantees for crops produced by southern farmers.

Winning votes in the south was never hard for Mr López Obrador. What is different this time is that northerners, who used to worry that he would wreck the economy, are warming to him. Incredibly, he is now more popular among the richest third of voters than among the poorest. “He has matured,” insists Rafael De Dávila, a previously PAN-voting electrical engineer in Escobedo, a suburb of Monterrey, the state capital of fast-growing Nuevo León.

That may be true. Mr López Obrador has courted voters who wearily recall his antics in 2006, when his protesting supporters shut down Mexico City for months after he lost the presidential election narrowly to Felipe Calderón. He is making fewer mistakes on the campaign trail this time. Advisers have, for example, persuaded him to drop contentious plans for a referendum to repeal energy reforms, which in 2014 allowed foreign oil firms into Mexico for the first time since 1938.

His campaign produces lighthearted videos, most recently a series featuring middle-class Mexicans confessing to friends and family that they are “AMLOvers”. Crucially, he is more relaxed. When rumours spread that Russia was meddling in the election to favour him, he responded with a video on social media. Standing by a harbour, he introduced himself with a smile as “Andrés Manuelovich” and said he was waiting for a submarine to arrive with a delivery of Russian gold.

His argument that the political system is broken has been assisted by the torrid tenure of Mr Peña, who entered office on a wave of optimism. Mr Peña forged a coalition of Mexico’s main parties to pass sweeping reforms and aimed for growth of 6% by the end of his term. But the most important changes—to energy and education—will take years to be felt. The collapse of oil prices in 2014 hurt the economy. Under Mr Peña the economy has grown by only 2.5% a year.

Mr Peña is unpopular mainly because his government has been passive and unaccountable on the two issues that matter most to Mexicans, corruption and security. Mr Peña vowed to halve a murder rate that had rocketed after his predecessor, Mr Calderón, sent the army to fight drug cartels. But after locking up several drug kingpins, his administration did not respond when their would-be heirs began to fight each other and diversify beyond drug smuggling. Mexico is on course for 32,000 murders this year, a record high and double the toll in 2014.

The best-known violent crime during Mr Peña’s tenure was the disappearance in 2014 of 43 student teachers, who were pulled off buses and almost certainly murdered. An early investigation was botched. Later ones showed that local officials and drug gangs were shockingly entwined. Mr López Obrador’s rivals talk about a “smarter” approach to crime. He offers a vague “amnesty” to low-level drug dealers. Many Mexicans, hungry for peace, think he cannot do worse than today’s government.

Another hard job.

Then there is corruption. Under Mr Peña, it has grown more blatant, or at least been exposed more effectively. Two ministries run by Rosario Robles, now secretary of agrarian development, saw 1.3bn pesos vanish from their coffers. Several governors from the PRI face charges of treating state funds as personal piggy banks. The government is accused of shelving a bribery investigation into Emilio Lozoya, a member of Mr Peña’s campaign team who went on to run Pemex, the state oil firm. During Mr Peña’s tenure Mexico has fallen 30 places in Transparency International’s corruption index. It is now 135th, tied with Russia.

Any public faith that Mr Peña would curb graft melted away in 2014 when a journalist revealed that his wife’s $7m house had belonged to a businessman who had won several contracts under his presidency. Under previous governments, crooked bigwigs would typically build, say, a road and take a cut, explains Armando Santacruz of Mexico United Against Crime, an NGO. Now, he says, they invoice for the road, funnel the money through phantom companies, build nothing and run off with all the loot.

Corruption has grown more visible not because the state is adept at investigating it but because of a nascent civil society and social media. In 2015 when David Korenfeld, boss of the state water authority, took a government helicopter to go on holiday with his family, a neighbour snapped some photos of them and their suitcases. Mr Korenfeld, an old friend of Mr Peña, resigned after the images went viral.

Mr Peña’s government has hampered the fight against corruption. Civil-society leaders and journalists say they report corruption to ministers, but nothing happens. Institutions to catch and prosecute graft remain pliable and neglected. Critics point to a bribery scandal involving Odebrecht, a Brazilian construction firm, which has led to people being charged in nearly every Latin American country. The exceptions are despotic Venezuela—and Mexico.

Mr López Obrador promises to “eliminate, not reduce” corruption through an attitude of zero tolerance and the shining example of his own incorruptibility. Yet in 2003 while he was mayor of Mexico City René Bejarano, a close political associate, was caught on video accepting $45,000 in cash from a businessman. As mayor he refused to enforce rulings from the supreme court, including one to clear a bottling factory taken over by striking workers. He was the superior arbiter in this case, he explained, because the court lacked “social sensitivity”. He seems uninterested in creating the independent institutions needed to expose and prosecute graft effectively. “He thinks there will be a big bag of corruption money he can find and spend on the poor,” huffs an aide to a rival candidate.

Mexican stand-off.

Mr López Obrador openly scorns civil society and the supreme court, neither of which will bend to his will as president. He pledges referendums to solve policy questions, including a recall vote every two years during his presidential term. To some that looks like accountability. To others it is a troubling break with representative democracy and the principle of single-term presidencies enshrined by the revolution.

In stump speeches Mr López Obrador touts a brand of austere populism. There can be “no rich government with a poor populace,” he says. He vows to halve the president’s salary and those of senior bureaucrats, refrain from spending public money on clothes, sell the presidential plane and move the official residence to somewhere more humble. He derides a $13bn airport proposed for Mexico City, saying that its construction was unnecessary and riddled with corruption. Government ministries in the capital are to be scattered around the country. He is also socially conservative, opposing both legal abortion and gay rights.

Strangely absent from this populist brew is anti-Americanism, despite the unpopularity of America’s president. Mr López Obrador insists he will not recklessly provoke Donald Trump. “We have to have enough patience to get to grips with President Donald Trump, to maintain the relationship,” he said on June 10th.

To soothe fears that he would be fiscally irresponsible, he is rumoured to be adding to his team Guillermo Ortiz, a former chief of the central bank, and Santiago Levy of the Inter-American Development Bank. Their task will be to find the money to pay for their boss’s policies. The most expensive include a universal pension for the elderly and disabled, scholarships for poor students and an overhaul of water infrastructure. Those promises alone would cost 1.7% of GDP each year at a time when the budget deficit is 2.9% of GDP.

Unlike Mr Trump, who abhors policy details, Mr López Obrador obsesses over them. One adviser recounts his poring over the party’s 461-page election.

Unlike Mr Trump, who abhors policy details, Mr López Obrador obsesses over them. One adviser recounts his poring over the party’s 461-page election manifesto and crossing out policies he deemed unaffordable. As mayor of Mexico City he worked with the private sector to refurbish the city centre. He did not run up huge debts and left office with an approval rating of 85%. All this points to a pragmatic streak. Optimists hope that he will offset extra spending with cuts elsewhere.

Pessimists note that Hugo Chávez initially posed as a moderate, too. Mr López Obrador will surely not plunge Mexico into tyranny and destitution the way Chávez did Venezuela. But many question his sincerity. If he really cares about curbing corruption, why did he enlist Napoleón Gómez Urrutia, a mining-union leader accused of embezzling millions of dollars, as a senate candidate for his party? If the PRI is part of the mafia of power, why is he encouraging its senior officials to join him? And if he truly cares about the poor, why does he vow to roll back reforms that would make their schools better by hiring teachers on the basis of merit?

The most likely answer to these questions is a cynical one. His young party needs foot-soldiers to knock on doors and get out the vote. Last year it had just 320,000 members, according to the National Electoral Institute. The PRI had double that in the state of Puebla alone. By opposing education reforms, Mr López Obrador wins the support of a 100,000-strong teachers’ union. His overtures to Mr Urrutia, whose union boasts 120,000 members, will bring more recruits and lure other union bosses. The trickle of PRI officials defecting to Morena may become a flood if the PRI is thrashed on election day.

AMLO aims high.

Some suspect that Mr López Obrador’s plan is not only to dislodge the PRI but to adopt its model as a big-tent party. He sees echoes of the social division and violence during the revolution, which subsided when the PRI centralised power and invited everyone to join it. The stronger Morena grows, he may think, the more governable and harmonious Mexico will become.

One thing looks certain. In whichever direction he takes Mexico, resistance will be weak. For the first time a single party is set to control the presidency, capital and congress all at once. Presidents in the 20th century were subservient to the PRI. Mr López Obrador has created a party which answers to him. Every other party faces destruction at the polls with only a divided PAN in a position to oppose him.

Mr Nuñez, who has known Mr López Obrador since the 1980s, criticises his doctrine of “civil resistance”. It has created a culture of non-payment in Tabasco not just for electricity bills, but also for land taxes and water bills. He recalls telling Mr López Obrador in 1996 about the importance of electoral reforms to formalise democracy. “He told me: ‘They are not important. This country is going to advance with popular mobilisations, not with legal reforms.’” The time to test that theory has arrived.

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