en-de  The cost of changing an entire Country’s alphabet Medium
Die Kosten, das Alphabet eines ganzen Landes zu ändern.

Die zentralasiatische Nation Kasachstan wechselt ihr Alphabet von der kyrillischen Schrift zur der auf Latein basierten Art, die vom Westen bevorzugt wird. Was sind die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Wechsels?

Von Dene-Hern Chen, BBC News, 25. April 2018.

Die an einem stürmischen Dienstagmorgen Mitte Februar bekanntgegebene Umstellung war klein aber bedeutungsvoll - und löste eine große Reaktion aus.

"Dieses hier ist schöner!" ruft Asset Kaipiyev verwundert aus. Dem Mitgründer eines kleinen Restaurants in Kasachstans Hauptstadt Astana, Kaipiyev, war gerade die letzte Version des neuen Alphabets gezeigt worden, das früher am Tag von Präsident Nursultan Nazarbayev genehmigt worden war.

Die Regierung genehmigte im Oktober ein neues Alphabet, das auf lateinischer Schrift begründet ist, anstatt von Kasachstans augenblicklicher Verwendung von Kyrillisch. Aber ihm stand eine lautstarke Kritik der Bevölkerung gegenüber - ein seltenes Ereignis in diesem dem Namen nach demokratischen Land, das fast drei Jahrzehnte lang von Nasarbajews eiserner Faust regiert wurde.

In dieser ersten Version des neuen Alphabets wurden Apostrophe benutzt, um Laute, die für die kasachische Sprache typisch sind, wiederzugeben, was Kritiker veranlasste, es "häßlich" zu nennen.

Die zweite Veränderung, die Kaipiyev bevorzugte, verwendet den Akzent Akut (diakritisches Zeichen) über den Sonderbuchstaben. So ist zum Beispiel die Republik von Kasachstan, die in der ersten Version Qazaqstan Respy’bli’kasy war, nun durch die Entfernung der Apostrophe Qazaqstan Respýblıkasy.

"Es ist schöner, als die vorherige Variante", sagt Kaipiyev. "Ich mag die alte nicht, weil sie wie eine Kaulquappe aussieht." Dann wurde es ihm klar. Sein Restaurant, das im Dezember eröffnete, heißt Sa’biz - mit der ersten Version des Alphabets buchstabiert. Seine gesamten Werbematerialien, die Kennzeichnung auf Serviettenhaltern und Speisekarten und sogar das gewaltige Schild außerhalb des Gebäudes müssen ersetzt werden.

In seinem Versuch, durch die Einführung des neuen Alphabetes vorwärts zu kommen, hatte Kaipiyev nicht vorhergesehen, dass die Regierung es überarbeiten würde. Er glaubt, dass es ungefähr 3000 Dollar kosten wird, die Schreibweise des Namens auf allem auf die neue Version Sábiz umzustellen.

Was Kaipiyev und andere Kleinunternehmer durchmachen, wird in größerem Ausmaß stattfinden, da die Regierung die vollständige Umstellung auf die lateinische Schrift bis 2025 anstrebt. Es ist ein ehrgeiziges Ziel in einer Nation, in der die Mehrheit der Bevölkerung im Russischen sprachgewandter ist, als im Kasachischen.

Muttersprache
Laut der Volkszählung 2016 machen die ethnischen Kasachen rund zwei Drittel der Bevölkerung aus, während die ethnischen Russen etwa 20% ausmachen. Aber Jahre unter sowjetischer Herrschaft bedeuten, dass beinahe jeder im Land Russisch spricht - schätzungsweise 94% der mehr als 18 Millionen Bürger sprechen es fließend. Die fließende Beherrschung der kasachischen Sprache steht mit 74% an zweiter Stelle.

Die Häufigkeit der Verwendung hängt von der Umgebung ab. In den russisch-beeinflussten nördlichen Provinzen und Stadtzentren wie Almaty und der Hauptstadt Astana wird Russisch sowohl auf der Straße als auch in Staatsbehörden benutzt. Aber im Süden und Westen wird das Kasachische häufiger verwendet.

Dass die kasachische Sprache gegenwärtig in Kyrillisch geschrieben wird - und die anhaltende Verwendung von Russisch in elitären Zirkeln - ist ein Erbe der Herrschaft der Sowjetunion, eines, das einige der Nachbarländer sofort nach dem Zusammenbruch der Union im Jahr 1991 versucht haben, abzulegen. Aserbaidschan zum Beispiel begann damit, im darauffolgenden Jahr Lehrbücher in lateinischer Schrift einzuführen, während Turkmenistan 1993 dem Beispiel folgte. Kasachstan vollzieht den Übergang fast drei Jahrzehnte später in einem anderen wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Kosten schwer vorhersehbar sind.

Die Kosten des Wandels.

Bisher haben die staatlichen Medien berichtet, dass das Gesamtbudget der Regierung für die siebenjährige Übergangsphase - die in drei Phasen unterteilt worden ist - sich auf etwa 218 Milliarden Tenge (664 Millionen Dollar) beläuft. Ungefähr 90 % dieser Summe gehen in Bildungsprogramme, in die Veröffentlichung von Lehrbüchern für Bildungsprogramme in der neuen lateinischen Schrift, einschließlich für Literaturklassen.

Gemäß staatlicher Nachrichtenmedien, hat die Regierung ungefähr 300 Millionen Tenge (922.000 Dollar) jeweils für 2018 und 2019 verteilt. Dieses Geld geht in die Bildung an Grund- und weiterführenden Schulen, meint Eldar Madumarov, ein Volkswirt und Professor an der KIMEP Universität in Almaty.

Laut staatlicher Medien wird inzwischen die Übersetzung der Unterrichtsmaterialien und Lehrbücher in diesem Jahr beginnen, während die Lehrer 2020 anfangen werden, Vorschulkindern und Erstklässlern das neue Alphabet beizubringen, und dann jedes Jahr eine weitere Klasse hinzufügen werden bis 2015, wenn alle Stufen von der Vorschule bis zur letzten Klasse vollständig überführt worden sind.

Es gibt auch im dritten Quartal 2018 ein Budget (annähernd 166.000 Dollar) zur Entwicklung eines Computerprogrammes zur Sprachumwandlung, um die kyrillische Schrift in die lateinische zu übertragen, für die Verbesserung der Fähigkeiten von Lehrern weiterführender Schulen (33,2 Millionen Dollar) und für das Engagement von einflussnehmenden Bloggern für eine Kampagne zur Erhöhung des Bekannheitsgrades in der letzten Phase der Überleitung voran zu treiben, die 2024 beginnen wird (1,4 Millionen Dollar).

Doch ohne eine von der Regierung gelieferten klare Aufschlüsselung, fällt es einigen Wirtschaftswissenschaftlern schwer, die direkten Kosten dieses gewaltigen Vorhabens richtig einzuschätzen. (Die Ministerien für Auswärtige Angelegenheiten, Bildung und Kultur reagierten nicht auf die Aufforderungen zur Stellungnahme und Klarstellung).

Verborgene Kosten.

Die bruchstückhafte Berichterstattung darüber, wie der Übergang vor sich gehen wird, macht einen Wirtschaftswissenschaftler besorgt über die unerwarteten Kosten.

"Wenn diese Reform nicht sachgerecht umgesetzt wird, sind die Risiken hoch, dass hochqualifizierte Menschen der russischsprachigen Mehrheit, zu der auch ethnische Kasachen gehören, vielleicht eine Auswanderung erwägen ", sagt Madumarov. "Die Risiken können sein, dass einige ihrer Möglichkeiten beschnitten würden." "Ende Februar wurde das Ausmaß des Problems dargestellt, als Nazarbayev - der problemlos zweisprachig ist - verfügte, dass alle Kabinettssitzungen auf Kasachisch stattfinden sollten. Weil Russisch lange die Lingua franca bei Staatsgeschäften war, haben von Russen befehligte Regierungsbeamte ihr Kasachisch oft hinter sich gelassen. Ein Treffen wurde über das Fernsehen ausgestrahlt und zeigte Beamte, die Mühe hatten, sich auszudrücken. Einige entschieden sich sogar dafür, Übersetzungskopfhörer zu tragen.

Bürokratische Charaktere.

Es gibt auch Kosten für die Änderung der Sprache in staatlichen Angelegenheiten. Ausweise, Pässe, gedruckte Gesetze und Verordnungen - all die Schriftstücke, die eine Regierung benötigt, um zu funktionieren, müssen übersetzt werden. Obwohl dies angeblich Teil der zweiten und letzten Stufe der Überleitung war, gab es keinen Betrag für diese Kosten auf der Liste, sagte Kassymkhan Kapparoc, Direktor des in Almaty ansässigen Büros für die wirtschaftliche Entwicklung Kasachstans.

Für Dinge wie Pässe und Ausweise, gibt es schon eine feste Gebühr für das Austauschen, "so ist die einzige Sache, die sich ändern würde, dass die Buchstaben einzig in der Software geändert würden", sagt Kapparov und fügt hinzu, ein neuer Pass kostet ungefähr 60 Dollar, ein Ausweis dagegen in etwa 1,50 Dollar. "Die Regierung ließ es offen. Ich denke, die Logik dahinter ist, dass es nichts kosten würde." Aber er ist besonders neugierig auf die dritte Phase, die Berichten zufolge 2024 beginnt und die Übersetzung interner Wirtschaftsdokumente für die zentralen und lokalen Staatsgremien beinhaltet, während die Staatsmedien ebenfalls das neue Alphabet einführen müssten.

"Damit die staatseigenen Medien das neue Alphabet benutzen können, müsste man als erstes die Leute unterrichten, dann müsste man die ganze IT-Infrastruktur abändern, um die Schrift einzubetten. Und dann müsste man alle Schilder (Firmenschilder), die Briefköpfe, Stempel und Kennzeichen ändern", sagt er. "Dafür haben sie keine Kostenschätzung abgegeben ... basierend auf meiner Kostenschätzung, wird es irgendwo zwischen 15 und 30 Millionen [Dollar] liegen." Diese Zahl gilt jedoch nur für den öffentlichen Sektor. "Natürlich müssten sie es für die Privatwirtschaft selbst tun. Es könnte sich verdoppeln, es könnte das Zehnfache sein", sagt Kapparov. Es hängt davon ab, wie unnachgiebig die Regierung damit umgeht, wenn sie beispielsweise verlangen würden, dass es sich in einem einzigen Jahr ändert. Es ist möglich. Bei unserer Regierung weiß man nie." Kapparov macht sich ebenfalls Sorgen, dass speziell die ältere Generation sich mit dem Lesen und Schrieben der lateinischen Schrift quälen wird, so dass der Informationsaustausch mit dem öffentlichen Sektor in mehreren Sprachen gleichzeitig erfolgen müsste.

"Sie können es die Bürde der Sprache nennen, denn wenn Sie einen Brief innerhalb des öffentlichen Bereiches schreiben, dann müssen Sie ihn in Russisch, in Kasachisch und in Kasachisch mit der neuen Schrift schreiben ... und dafür werden Sie Übersetzer einstellen müssen", sagt er. "Dies erzeugt zusätzliche Kosten, zusätzliche Unwirtschaftlichkeit und natürlich zeigt die Regierung es nicht in ihrem Budget auf. Aber es wird zusätzliche Lasten für die Regierung erzeugen." Was die direkten Kosten anbetrifft, ist Kapparov zuversichtlich, dass seine Schätzungen - die er 2007 erstellte, als die erste Machbarkeitsstudie erschien und erneut im Januar dieses Jahres, als Informationen über das Budget über die Staatsmedien durchsickerten - eine Milliarde Dollar für die komplette Umstellung nicht überschreiten würden.

Aber der Direktor des kasachischen Zentrums für makroökonomische Forschung, Olzhas Khudaibergenov, glaubt, dass der gesamte Wechsel weit weniger kosten wird als Kapparov schätzt. Er denkt, alle Kosten für papierene Dokumente werden einfach in das übliche Regierungsbudget passen. "Echte Ausgaben wird es nur für Informations- und Erklärungsprogramme geben, die den Wechsel unterstützen.

"Ich schätze, dass das jährliche Budget zwei bis drei Milliarden Tenge (6,1 - 9,2 Millionen Dollar) zwischen 2018 und 2025 nicht überschreiten wird." Wirtschaftlicher Nutzen?

Kapparov sagt, dieser Alphabetwechsel ist für die Regierung "schwierig zu verkaufen" und es wird keine sofortige Anlagerendite geben.

Vielmehr "sollte es eher als soziales und kulturelles Entwicklungsprogramm der Regierung gesehen werden", sagt er.

Khudaibergenov stimmt zu. "Es ist mehr eine Frage der nationalen Identität, die wir versuchen zu finden und für die wir bereit sind zu zahlen." Professor Madumarov von der KIMEP-Universität glaubt, die Wirtschaft könnte durch die politischen Auswirkungen der Sprachumstellung gebremst werden. Während einige gemutmaßt haben, Nazarbayevs Entscheidung sie zu ändern, würde sich abkühlende Verbindungen zu Russland signalisieren, könnte der allmähliche Wechsel zu lateinischen Schrift auch die Handelsbeziehungen mit den ehemaligen Sowjetstaaten schwächen.

Derzeit können 10% der aktuellen Handelsströme zwischen Russland, Kasachstan und der Ukraine mit der Annehmlichkeit einer gemeinsamen Sprache erklärt werden, die auf gewisse Weise auch zu einer gemeinsamen Kultur und Mentalität führt, sagt Madumarov. Das bedeutet auch, dass sich russischsprechende Kasachen, bezogen auf ihre ökonomischen Ziele, freier zwischen den Ländern bewegen können. Unterdessen haben Aserbaidschan und Georgien, Nationen, die nicht so fließend Russisch sprechen, schwächere Handelsbeziehungen.
Umgekehrt, sagt er, der Nutzen, ein Alphabet in lateinischer Schrift zu haben, liegt darin, sich besser bei dem größten Teil der westlichen Welt einbinden zu können. So hat es zum Beispiel die Türkei, die 1928 von ihrer früheren arabischen Schrift zu einem lateinbasierten Alphabet wechselte, fertiggebracht, Bündnisse mit der Europäischen Union zu schließen und war bis vor Kurzem - als die Regierung eine mehr autokratische Richtung einschlug - in Verhandlungen um Mitglied zu werden.

Die Türkei ist seit langem ein Beispiel dafür, wie Modernisierung der Sprache und des Rechtssystems zu ihrer heutigen Stellung als Wirtschaftsmacht geführt hat, sagt Barbara Kellner-Heinkele, eine in Berlin ansässige Expertin für türkische Sprache und die türkische Geschichte. Aber sie sagt, dieser Fortschritt ist mehr auf die wachsende Alphabetisierung und den Gründer Atatürk zurückzuführen, der jeden Aspekt der Gesellschaft fest im Griff hatte.

Der Wechsel der Türkei 1929 zur lateinischen Schrift war "im Nu" erledigt, aber damals konnten nur wenige Türken lesen und schreiben: Ataturk brauchte aber gebildete Menschen für sein Land, um auf das gleiche Niveau wie in Europa und den USA zu kommen, "und Anstoß für die Bildung war das neue Aplphabet", sagt sie.

Eine unabhängige Nation

Kasachstans Wechsel dient eher dazu, sich von der sowjetischen Vergangenheit abzugrenzen, als um die Alphabetisierung oder die Wirtschaft, sagt Kellner-Heinkele. "Es ist ein politisches Argument zu zeigen, dass sie unabhängig, dass sie modern und dass sie eine Nation sind." Fazylzhanova Muratkyzy, ein Linguist, der mit der Regierung zusammen gearbeitet hat, um das neue Alphabet zu erschaffen, wiederholt diese Einschätzung und sagt, viele Kasachen bringen die auf dem kyrillischen Alphabet basierende Schrift in Verbindung mit sowjetischer Kontrolle.

Insbesondere junge Leute heißen die Änderung willkommen.

Auf der Grundlage von Untersuchungen, die sein linguistisches Institut im letzten Jahrzehnt durchgeführt hat, sagt Muratkyzy, dass 2007 47% der jüngeren Generation - im Alter zwischen 18 und 25 - einen Wechsel zu einer auf der lateinischen basierenden Schrift unterstützten und dass die Zahl 2016 auf 80% sprang.

"Es ist die Wahl der Menschen, der Nation. Und mit diesem neuen Alphabet sind unsere Träume und unsere Zukunft verbunden", sagt sie. "Es zeigt, dass unsere unabhängige Geschichte endlich beginnt." Munalbayeva Daurenbekovna, Leiterin der Nationalen Akademischen Bibliothek, hat für Bibliothekare und andere interessierte Gruppen offene Klassen eingeführt, um ihnen zu helfen, die lateinische Schrift anzuwenden. Sie ist optimistisch, dass im Besonderen junge Menschen kein Problem damit haben werden, die neue Schrift zu erlernen.

Lehrer müssten jeden Tag lernen, einen Monat lang. Kinder benötigen nur 10 Stunden, weil Kinder schneller lernen als Erwachsene." Kaipiyev, der Besitzer des Sa'biz, unterstützt die Abkehr von der Kyrillischen Schrift - egal wie lästig es für ihn als kleinen Geschäftsmann ist - voll und ganz. "Wir möchten mit Europa, Amerika und anderen ausländischen Staaten in Verbindung treten. Dies wird uns helfen, die erste Seite eines neuen Kapitals aufzuschlagen", sagt er.

Und wie steht es mit der Änderung der Materialien im Restaurant, um die letzte Fassung des Alphabets wiederzugeben?

"Ich denke, ich werde es für den Moment so lassen, wie es ist", sagt Kaipiyev nach kurzem Nachdenken. "Wir werden es ändern, wenn die Leute es tatsächlich lesen können." Ergänzende Berichte von Makhabbat Kozhabergenova. Ergänzende Recherchen von Miriam Quick.

http://www.bbc.com/capital/story/20180424-the-cost-of-changing-an-entire-countrys-alphabet?ocid=ww.social.link.email
unit 1
The cost of changing an entire Country’s alphabet.
4 Translations, 7 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 3
What are the economics of such a change?
2 Translations, 4 Upvotes, Last Activity 7 months, 3 weeks ago
unit 4
By Dene-Hern Chen, BBC News, 25 April 2018.
1 Translations, 4 Upvotes, Last Activity 7 months, 3 weeks ago
unit 6
“This one is more beautiful!” Asset Kaipiyev exclaims in surprise.
3 Translations, 4 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 11
unit 13
“It is more beautiful than the former variant,” says Kaipiyev.
1 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 14
“I don’t like the old one because it looks like a tadpole.” Then it hit him.
1 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 21
Mother tongue.
2 Translations, 6 Upvotes, Last Activity 5 months, 1 week ago
unit 24
Kazakh fluency is at second place, at 74%.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 25
Frequency of usage depends on the environment.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 27
But in the south and west, Kazakh is more regularly used.
1 Translations, 4 Upvotes, Last Activity 5 months, 1 week ago
unit 31
The cost of change.
1 Translations, 3 Upvotes, Last Activity 5 months, 1 week ago
unit 39
Hidden costs.
1 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 7 months, 3 weeks ago
unit 44
One meeting was broadcast over TV, and it showed officials struggling to express themselves.
1 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 45
Some even opted to wear translation headsets.
2 Translations, 3 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 46
Bureaucratic characters.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 47
There’s also the cost of changing the language of government affairs.
3 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 51
“The government left it blank.
1 Translations, 2 Upvotes, Last Activity 5 months, 1 week ago
unit 56
“For the private sector, of course they would have to do it themselves.
2 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 57
It could be double, it could be ten times,” Kapparov says.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 59
It’s possible.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 65
He thinks all paper documents costs will just be folded into the government’s usual budget.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months, 2 weeks ago
unit 66
unit 70
Khudaibergenov agrees.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 81
An independent nation.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 84
Young people, especially, are welcoming the change.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 86
“It is the choice of the people, of the nation.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 87
unit 90
“Teachers would have to learn every day for one month.
2 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 92
“We want to connect with Europe and America, and with other foreign countries.
3 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 93
This will help us turn the page to the next chapter,” he says.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
unit 94
unit 97
Additional research by Miriam Quick.
1 Translations, 1 Upvotes, Last Activity 7 months ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 66  7 months, 2 weeks ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 65  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 58  7 months, 2 weeks ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 50  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 36  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 10  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 37  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 41  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 42  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 44  7 months, 2 weeks ago
Omega-I • 6028  commented on  unit 45  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 43  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 28  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 25  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 24  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 23  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 22  7 months, 2 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 21  7 months, 2 weeks ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 48  7 months, 3 weeks ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 27  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 6  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 10  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 11  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 38  7 months, 3 weeks ago
lollo1a • 9516  commented on  unit 39  7 months, 3 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 38  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 3  7 months, 3 weeks ago
Siri • 7198  commented on  unit 18  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 22  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 20  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 9  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 1  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 2  7 months, 3 weeks ago
bf2010 • 10873  commented on  unit 4  7 months, 3 weeks ago

The cost of changing an entire Country’s alphabet.

The Central Asian nation of Kazakhstan is changing its alphabet from Cyrillic script to the Latin-based style favoured by the West. What are the economics of such a change?

By Dene-Hern Chen, BBC News, 25 April 2018.

The change, announced on a blustery Tuesday morning in mid-February, was small but significant – and it elicited a big response.

“This one is more beautiful!” Asset Kaipiyev exclaims in surprise. The co-founder of a small restaurant in Kazakhstan’s capital Astana, Kaipiyev had just been shown the latest version of the new alphabet, approved by President Nursultan Nazarbayev earlier in the day.

The government signed off on a new alphabet, based on a Latin script instead of Kazakhstan’s current use of Cyrillic, in October. But it has faced vocal criticism from the population – a rare occurrence in this nominally democratic country ruled by Nazarbayev’s iron fist for almost three decades.

In this first version of the new alphabet, apostrophes were used to depict sounds specific to the Kazakh tongue, prompting critics to call it “ugly”.

The second variation, which Kaipiyev liked better, makes use of acute accents above the extra letters. So, for example, the Republic of Kazakhstan, which would in the first version have been Qazaqstan Respy’bli’kasy, is now Qazaqstan Respýblıkasy, removing the apostrophes.

“It is more beautiful than the former variant,” says Kaipiyev. “I don’t like the old one because it looks like a tadpole.”
Then it hit him. His restaurant, which opened in December, is called Sa’biz –spelt using the first version of the alphabet. All his marketing materials, the labelling on napkin holders and menus, and even the massive sign outside the building will have to be replaced.

In his attempt to get ahead by launching in the new alphabet, Kaipiyev had not predicted that the government would revise it. He thinks it will cost about $3,000 to change the spelling of the name on everything to the new version, Sábiz.

What Kaipiyev and other small business owners are going through will be happening at a larger scale as the government aims to transition fully to the Latin-based script by 2025. It’s an ambitious goal in a nation where the majority of the population are more fluent in Russian than in Kazakh.

Mother tongue.
According to the 2016 census, ethnic Kazakhs make up about two-thirds of the population, while ethnic Russians are about 20%. But years under Soviet rule mean Russian is spoken by nearly everyone in country – roughly 94% of the more than 18 million citizens are fluent in it. Kazakh fluency is at second place, at 74%.

Frequency of usage depends on the environment. In the Russian-influenced northern provinces and city centres, like Almaty and the capital Astana, Russian is used both on the street and in state offices. But in the south and west, Kazakh is more regularly used.

That the Kazakh language is currently written in Cyrillic – and the persistent use of Russian in elite circles – is a legacy of the Soviet Union’s rule, one that some of its neighbouring countries sought to shed right after the union’s collapse in 1991. Azerbaijan, for example, started introducing textbooks in Latin script the next year, while Turkmenistan followed suit in 1993. Kazakhstan is making the transition almost three decades on, in a different economic environment that makes the costs hard to predict.

The cost of change.

So far, state media has reported that the government’s total budget for the seven-year transition – which has been divided into three stages – will amount to roughly 218 billion tenge ($664m). About 90% of that amount is going to education programmes the publication of textbooks for education programmes in the new Latin script, including for literature classes.

According to state news media, the government has allocated roughly 300 million tenge each ($922,000) for 2018 and 2019; this money will go towards education in primary and secondary schools, says Eldar Madumarov, an economist and professor at KIMEP University in Almaty.

Meanwhile, the translation of teaching kits and textbooks will begin this year, according to state media, while teachers nationwide will start teaching pre-school and first grade students the new alphabet in 2020, adding a grade each year until 2025, when all levels from pre-school to the final grade will have fully transitioned.

There is also budget for developing a language converter IT program to recode Cyrillic script into Latin in the third quarter of 2018 (approximately $166,000), improving the qualifications of secondary school teachers ($33.2m), and hiring influential bloggers to push forward an awareness campaign for the final stage of the transition, beginning in 2024 ($1.4 million).

But without a clear breakdown provided by the government, some economists have found it difficult to properly assess the direct costs of this massive undertaking. (The ministries of foreign affairs, education, and culture did not respond to requests for comment and clarification).

Hidden costs.

The piecemeal reporting of how the transition will happen makes one economist worried about the unexpected costs.

“If this reform is not properly implemented, the risks are high that highly qualified people from the Russian-speaking majority, which includes also ethnic Kazakhs, may want to consider emigration,” says Madumarov. “The risks may be that some of their opportunities would be cut.”

In late February, the extent of the issue was on display when Nazarbayev – who is comfortably bilingual – ordered that all cabinet meetings be held in Kazakh. Since Russian has long been the lingua franca of state affairs, government officials’ command of Russian often surpasses their Kazakh. One meeting was broadcast over TV, and it showed officials struggling to express themselves. Some even opted to wear translation headsets.

Bureaucratic characters.

There’s also the cost of changing the language of government affairs. IDs, passports, printed laws and regulations – all the paperwork that governments need in order to function will have to be translated. While this has been reportedly part of the second and final stage of the transition, there has been no listed amount for this expense, says Kassymkhan Kapparov, director of the Almaty-based Bureau for Economic Research of Kazakhstan.

For things like passports and IDs, there is already a fixed fee to renew, “so the only thing that would change is that the letters would just change in the software,” Kapparov says, adding that a new passport costs roughly $60 while an ID card is about $1.50. “The government left it blank. I think the logic is that it would not cost anything.”

But he remains most curious about the third stage, which reportedly begins in 2024 and includes the translation of internal business documents within the central and local state bodies, while state media would also need to implement the new alphabet.

“For the state’s own media to use the new alphabet, you have to train people first of all, then you have to change all the IT infrastructure to embed this script. And then you have to change all the planks [signboards] and the letterheads and stamps and signs,” he says. “For that, they didn’t provide the estimate… based on my estimates, it would be somewhere between 15 to 30 million [dollars].”

That number is only for the public sector, though. “For the private sector, of course they would have to do it themselves. It could be double, it could be ten times,” Kapparov says. “It depends on how hard the government goes about it, like would they require it to change in a single year? It’s possible. With our government, you never know.”

Kapparov also worries that people, especially the older generation, would struggle to read and write in the new Latin script, so communications within the public sector may have to be in several languages at once.

“You can call it the language burden, because when you write a letter inside the public sector, you would have to write it in Russian, in Kazakh, and in Kazakh in the new script… and for that you would need to employ translators,” he says. “This creates additional costs and additional inefficiencies and of course the government doesn’t show it in their budget. But it will create an additional burden on the government.”

When it comes to direct costs, Kapparov is confident that his estimates – which he did in 2007 after the first feasibility study came out and again in January of this year when budgetary information started trickling out via state media – would not be more than $1bn for the entire transition.

But the director of Kazakhstan’s Centre for Macroeconomic Research, Olzhas Khudaibergenov, believes the whole transition will cost far less than Kapparov’s estimate. He thinks all paper documents costs will just be folded into the government’s usual budget. “Real expenses will be only for informational and explanatory programmes to support the transition.

“I estimate that the annual budget will not exceed two to three billion tenge [$6.1m-$9.2m] within 2018 to 2025.”

Economic benefits?

Kapparov says this alphabet transition is “hard to sell” for the government, and there won’t be a direct return on investment.

Rather, it “should be seen as more of a social and cultural development programme of the government,” he says.

Khudaibergenov agrees. “It is more a question of national identity which we are trying to find and are ready to pay for that.”

KIMEP University professor Madumarov believes the economy could be slowed by political ramifications of the language change. While some have speculated that Nazarbayev’s decision to switch might signal cooling ties with Russia, the gradual shift to a Latin-script language could also weaken trade relations with post-Soviet countries.

Currently, up to 10% of the current trade flow between Russia, Kazakhstan and Ukraine can be explained by the convenience of a shared language, which in some ways translates to a shared culture and mentality, says Madumarov. This also means that Russian-speaking Kazakhs have more economic mobility between countries. Meanwhile, Azerbaijan and Georgia, nations that are not as fluent in Russian, have weaker trade links.
Inversely, he says that the benefits to having a Latin-script alphabet means being better integrated with most of the Western world. As an example, Turkey, which switched to a Latin-based alphabet from its former Arabic script in 1928, has managed to form alliances with the European Union and was in negotiations – up until recently, when the government moved towards a more autocratic direction – to be a member.

Turkey has long been used as an example of how modernisation of the language and legal systems led to its position today as an economic power, says Barbara Kellner-Heinkele, a Berlin-based expert in Turkic languages and Turkic history. But she says this progress is due more to growing literacy and republic founder Ataturk’s firm grip over every aspect of society.

Turkey’s 1928 switch to a Latin script “was done in no time”, but back then, few Turks could read and write: Ataturk needed educated people for his country to be on the same level as Europe and the US, “and part of the education drive was the new alphabet”, she says.

An independent nation.

Kazakhstan’s transition is more about setting itself apart from its Soviet past than literacy or economics, Kellner-Heinkele says. “It is a political argument to show that they are an independent state and they are modern and they are a nation.”

Fazylzhanova Muratkyzy, a linguist who worked with the government to create the new alphabet, echoes this assessment, and says many Kazakhs associate the Cyrillic-based script to Soviet control.

Young people, especially, are welcoming the change.

Based on surveys that her linguistic institute have conducted over the last decade, Muratkyzy says that 47% of the younger generation – aged 18 to 25 – supported a switch to a Latin-based script in 2007; that number jumped to 80% in 2016.

“It is the choice of the people, of the nation. And with this new alphabet, it is connected to our dreams and our future,” she says. “It shows that our independent history is finally beginning.”

Munalbayeva Daurenbekovna, head of the National Academic Library, has been holding open classes for librarians and other interested parties to help them get used to the Latin script. She is optimistic the that young people especially will have no trouble learning the new script.

“Teachers would have to learn every day for one month. For children, it would only take 10 lessons, because children learn faster than adults.”

For Kaipiyev, the owner of Sa’biz, moving away from the Cyrillic script – no matter how tedious it is for him as a small business owner – is something he fully supports. “We want to connect with Europe and America, and with other foreign countries. This will help us turn the page to the next chapter,” he says.

As for changing his restaurant material to reflect the latest version of the alphabet?

“I think I will leave it the same for now,” Kaipiyev says, after a moment’s consideration. “We will change it when the people can actually read it.”

Additional reporting by Makhabbat Kozhabergenova. Additional research by Miriam Quick.

http://www.bbc.com/capital/story/20180424-the-cost-of-changing-an-entire-countrys-alphabet?ocid=ww.social.link.email