de-en  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - Berlin, 15. Dezember 2017 - Auftakt "70 Jahre Staatsgründung Israel"
I am glad, to celebrate Chanukka with you today. In the Jewish tradition it is always a particularly joyful, warm, familiar celebration. Thank you, dear Mr. Ambassador for being with you!
But, dear friends, without further ado I will turn to that, what's on my mind. In the same week, in which our Jewish fellow citizens lighted the candles of their chanukka, Israeli flags have burnt on German places. This is scaring and ashaming me. Anti-Semitism is not overcome, not even in our country, and it shows its evil face in a variety of garments: In extreme actions such as the burning of the Israeli flag and dumb slogans of hatred and violence.
But also in the less loud cultivation and spreading of prejudices against "the Jewish".
It shows up, when völkisch ideology gets back in political speeches.
We must not accept any of of that, no loud anti-semitism and no quiet, no old and no new - anti-semitism must not have a place in this federal republic.
Yesterday i had a phone call with my friend Reuven Rivlin and my message to him was: that this one-sided acceptation of Jerusalem contributes to a more peaceful Middle East may be doubted by good reasons. The position of Germany thereto is known and so is mine. But that does not justify any hate against Israel and vilification of our Jewish citizens in the streets and squares of Germany.
Yes, we live in a time full of unrest - in the Middle East, but also in Europe - and in a time of change.
But there are just things, which don't change. There are fixed factors. There are certain issues, which belong to Germany. Und dazu gehört die Verantwortung vor unserer Geschichte: die Lehren zweier Weltkriege, die Lehren aus dem Holocaust, die Verantwortung für die Sicherheit Israels, die Absage an jede Form von Rassismus und Antisemitismus.
Diese Verantwortung kennt keine Schlussstriche für Nachgeborene und keine Ausnahmen für Zuwanderer. It isn't negotiable-for all people, who live in Germany and who want to live here!
Wer also auf deutschen Plätzen die israelische Fahne in Brand setzt, der zeigt nicht nur einen unerträglichen Hass auf Israel, sondern der versteht nicht oder respektiert nicht, was es heißt, deutsch zu sein. Und dann ist der deutsche Staat auch besonders gefordert, mit der gebotenen Klarheit und Konsequenz einzuschreiten!
Nur wenn Juden in Deutschland vollkommen zu Hause sind, ist diese Bundesrepublik vollkommen bei sich.
Gerade deshalb ist es mir wichtig, an das Licht zu erinnern, das hier an diesem Leuchter brennt und das ein Symbol von in wunderbarer Weise erfüllten Hoffnungen ist. Die Überlieferung sagt, dass nur noch ein Krug geweihtes Öl vorhanden war, um das ewige Feuer der Menora im Tempel am Brennen zu halten. Actually, this oil would only last for one day. But the light burned for eight days - until new oil was at hand.
Das ist das Wunder von Hanukkah – und erreicht haben es die, die mit größtem Eifer das neue Öl herbeigeschafft haben – allen Zweiflern und aller Kleingläubigkeit zum Trotz. Am Ende wurden die Hoffnung und die Zuversicht belohnt, dass auch das scheinbar Unmögliche möglich werden kann.
Ähnlich muss es den Frauen und Männern ergangen sein, die sich nach dem Abgrund der Schoah daran gemacht haben, die Vision einer jüdischen Heimstatt im Staate Israel zu vollenden. The next year you will celebrate 70 years of the independence and we are going to celebrate with you.
Und nichts weniger als ein Wunder war es auch, als mutige Frauen und Männer, auf beiden Seiten, in Israel und in Deutschland, sich auf den unendlich schweren, unendlich schmerzhaften Weg der Annäherung gemacht haben. Across the abyss of history Israelis and Germans reached out their hands.
The youngest history of our world isn't really rich of miracles. More urgently we must retain those, which had been. "Nes Gadol Haja Scham. Nes Gadol Haja Po." - " A big miracle happened there. A big miracle happened here."
Let's maintain this, our miracle.
Thank you very much.
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Ich freue mich, heute mit Ihnen das Hanukkah-Fest zu feiern.
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Danke, lieber Herr Botschafter, dass ich bei Ihnen sein darf!
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Aber auch im weniger lauten Pflegen und Verbreiten von Vorurteilen gegenüber "dem Jüdischen".
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Er zeigt sich, wenn völkisches Gedankengut wieder Einzug hält in politische Reden.
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Die Position Deutschlands dazu ist bekannt und meine auch.
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Aber es gibt eben Dinge, die sich nicht verändern.
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Es gibt feste Größen.
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Es gibt Dinge, die gehören zu Deutschland.
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Sie ist nicht verhandelbar – für alle, die in Deutschland leben und hier leben wollen!
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Eigentlich reichte dieses Öl nur noch für einen einzigen Tag.
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Doch das Licht brannte acht Tage lang – bis neues Öl zur Stelle war.
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Nächstes Jahr feiern Sie 70 Jahre Unabhängigkeit und wir feiern mit Ihnen!
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Über den Abgrund der Geschichte haben sich Israelis und Deutsche die Hand gereicht.
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Die jüngste Geschichte unserer Welt ist wahrlich nicht reich an Wundern.
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Umso dringender müssen wir die bewahren, die es gab.
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"Nes Gadol Haja Scham.
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Nes Gadol Haja Po."
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– "Ein großes Wunder geschah dort.
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Ein großes Wunder geschah hier."
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Bewahren wir dieses, unser Wunder.
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Vielen Dank.
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Ich freue mich, heute mit Ihnen das Hanukkah-Fest zu feiern. Es ist in der jüdischen Tradition schon immer ein besonders fröhliches, herzliches, familiäres Fest. Danke, lieber Herr Botschafter, dass ich bei Ihnen sein darf!
Aber, liebe Freunde, ich will ohne Umschweife auf das zu sprechen kommen, was mir auf der Seele liegt. In derselben Woche, in der unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger die Kerzen ihrer Hanukkia entzünden, haben auf deutschen Plätzen israelische Fahnen gebrannt. Das erschreckt mich und beschämt mich.
Der Antisemitismus ist nicht überwunden, auch nicht in unserem Land, und er zeigt sein böses Gesicht in vielfältigem Gewand:
In extremen Handlungen wie dem Verbrennen der israelischen Fahne und tumben Parolen von Hass und Gewalt.
Aber auch im weniger lauten Pflegen und Verbreiten von Vorurteilen gegenüber "dem Jüdischen".
Er zeigt sich, wenn völkisches Gedankengut wieder Einzug hält in politische Reden.
Nichts davon, keinen lauten Antisemitismus und keinen leisen, keinen alten und keinen neuen, dürfen wir in Deutschland hinnehmen – Antisemitismus darf keinen Platz haben in dieser Bundesrepublik!
Gestern habe ich mit meinem Freund Reuven Rivlin telefoniert und meine Botschaft an ihn war: Dass die einseitige Anerkennung Jerusalems einen Beitrag zu einem friedlicheren Nahen Osten leistet, kann man mit guten Gründen bezweifeln. Die Position Deutschlands dazu ist bekannt und meine auch. Aber das rechtfertigt keinen Hass gegen Israel und keine Herabwürdigung unserer jüdischen Bürgerinnen und Bürger auf Deutschlands Straßen und Plätzen.
Ja, wir leben in einer Zeit voller Unruhe – im Nahen Osten, aber auch in Europa – und in einer Zeit der Veränderung.
Aber es gibt eben Dinge, die sich nicht verändern. Es gibt feste Größen. Es gibt Dinge, die gehören zu Deutschland. Und dazu gehört die Verantwortung vor unserer Geschichte: die Lehren zweier Weltkriege, die Lehren aus dem Holocaust, die Verantwortung für die Sicherheit Israels, die Absage an jede Form von Rassismus und Antisemitismus.
Diese Verantwortung kennt keine Schlussstriche für Nachgeborene und keine Ausnahmen für Zuwanderer. Sie ist nicht verhandelbar – für alle, die in Deutschland leben und hier leben wollen!
Wer also auf deutschen Plätzen die israelische Fahne in Brand setzt, der zeigt nicht nur einen unerträglichen Hass auf Israel, sondern der versteht nicht oder respektiert nicht, was es heißt, deutsch zu sein. Und dann ist der deutsche Staat auch besonders gefordert, mit der gebotenen Klarheit und Konsequenz einzuschreiten!
Nur wenn Juden in Deutschland vollkommen zu Hause sind, ist diese Bundesrepublik vollkommen bei sich.
Gerade deshalb ist es mir wichtig, an das Licht zu erinnern, das hier an diesem Leuchter brennt und das ein Symbol von in wunderbarer Weise erfüllten Hoffnungen ist. Die Überlieferung sagt, dass nur noch ein Krug geweihtes Öl vorhanden war, um das ewige Feuer der Menora im Tempel am Brennen zu halten. Eigentlich reichte dieses Öl nur noch für einen einzigen Tag. Doch das Licht brannte acht Tage lang – bis neues Öl zur Stelle war.
Das ist das Wunder von Hanukkah – und erreicht haben es die, die mit größtem Eifer das neue Öl herbeigeschafft haben – allen Zweiflern und aller Kleingläubigkeit zum Trotz. Am Ende wurden die Hoffnung und die Zuversicht belohnt, dass auch das scheinbar Unmögliche möglich werden kann.
Ähnlich muss es den Frauen und Männern ergangen sein, die sich nach dem Abgrund der Schoah daran gemacht haben, die Vision einer jüdischen Heimstatt im Staate Israel zu vollenden. Nächstes Jahr feiern Sie 70 Jahre Unabhängigkeit und wir feiern mit Ihnen!
Und nichts weniger als ein Wunder war es auch, als mutige Frauen und Männer, auf beiden Seiten, in Israel und in Deutschland, sich auf den unendlich schweren, unendlich schmerzhaften Weg der Annäherung gemacht haben. Über den Abgrund der Geschichte haben sich Israelis und Deutsche die Hand gereicht.
Die jüngste Geschichte unserer Welt ist wahrlich nicht reich an Wundern. Umso dringender müssen wir die bewahren, die es gab. "Nes Gadol Haja Scham. Nes Gadol Haja Po." – "Ein großes Wunder geschah dort. Ein großes Wunder geschah hier."
Bewahren wir dieses, unser Wunder.
Vielen Dank.