de-en  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - Erklärung zur Regierungsbildung, Schloss Bellevue, 20. November 2017
Eight weeks after the Bundestag election, the explorations for the formation of a government have so far remained without any result. We are now facing a situation which has not occurred in the history of the Federal Republic of Germany, so, for almost 70 years.
The political parties are challenged now more than previously. Admittedly, the formation of a government is always a difficult process of wrestling and also bickering. But the task of forming a government is also a high, perhaps the highest, task given by the voter to the parties in a democracy. And this task remains.
In the election on September 24, the parties competed for the responsibility for Germany, a responsibility which, according to the idea of the Basic Law, cannot simply be returned to the voters. This responsibility goes far beyond the own interests and, in particular, applies not only to the voters of their own party.
That is the moment, when everybody involved should pause once again and reconsider their attitude. All political parties being elected to the Bundestag (Parliament) are committed to the common good, they serve our country. I expect everybody to be willing to talk in order to make government formation possible in a foreseeable time. Those who apply for political responsibility in elections, must not shirk holding it in the hands.
In the coming days I will have conversations with the chairmen of all the parties already involved in the previous exploratory talks, but also with the chairmen of parties where programmatic intersections do not preclude the formation of a government. I will also interchange with the heads of the other constitutional bodies, such as the President of the Bundestag and the President of the Bundesrat. Also with the President of the Bundesverfassungsgericht conversacions are agreed.
For me it is clear: within, but also outside of our country and especially in our European neighborhood, incomprehension and worry would be great if just in the largest and economically strongest country in Europe the political forces did not fulfill their responsibilities.
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Die politischen Parteien sind nun mehr als zuvor gefordert.
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Die Bildung einer Regierung ist zwar immer ein schwieriger Prozess des Ringens und auch des Haderns.
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Und dieser Auftrag bleibt.
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Die Parteien haben sich in der Wahl am 24.
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Acht Wochen nach der Bundestagswahl sind die Sondierungen zu einer Regierungsbildung bisher ohne Ergebnis geblieben. Wir stehen jetzt vor einer Situation, die es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, also seit immerhin fast 70 Jahren, noch nicht gegeben hat.
Die politischen Parteien sind nun mehr als zuvor gefordert. Die Bildung einer Regierung ist zwar immer ein schwieriger Prozess des Ringens und auch des Haderns. Aber der Auftrag zur Regierungsbildung ist auch ein hoher, vielleicht der höchste Auftrag des Wählers an die Parteien in einer Demokratie. Und dieser Auftrag bleibt.
Die Parteien haben sich in der Wahl am 24. September um die Verantwortung für Deutschland beworben, eine Verantwortung, die man auch nach der Vorstellung des Grundgesetzes nicht einfach an die Wählerinnen und Wähler zurückgeben kann. Diese Verantwortung geht weit über die eigenen Interessen hinaus und gilt insbesondere nicht nur gegenüber den Wählern der jeweils eigenen Partei.
Das ist der Moment, in dem alle Beteiligten noch einmal innehalten und ihre Haltung überdenken sollten. Alle in den Bundestag gewählten politischen Parteien sind dem Gemeinwohl verpflichtet, sie dienen unserem Land. Ich erwarte von allen Gesprächsbereitschaft, um eine Regierungsbildung in absehbarer Zeit möglich zu machen. Wer sich in Wahlen um politische Verantwortung bewirbt, der darf sich nicht drücken, wenn man sie in den Händen hält.
Ich werde in den kommenden Tagen Gespräche mit den Vorsitzenden aller an den bisherigen Sondierungen beteiligten Parteien führen, aber auch Gespräche mit den Vorsitzenden von Parteien, bei denen programmatische Schnittmengen eine Regierungsbildung nicht ausschließen. Auch werde ich mich mit den Spitzen der anderen Verfassungsorgane austauschen, so mit dem Präsidenten des Bundestages und dem Präsidenten des Bundesrates. Mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts sind ebenfalls Gespräche vereinbart.
Für mich steht fest: Innerhalb, aber auch außerhalb unseres Landes und insbesondere in unserer europäischen Nachbarschaft wären Unverständnis und Sorge groß, wenn ausgerechnet im größten und wirtschaftlich stärksten Land Europas die politischen Kräfte ihrer Verantwortung nicht nachkämen.