de-en  Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 26
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An Luna.
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Schwester von dem ersten Licht, Bild der Zärtlichkeit in Trauer!
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Forschend übersieht dein Blick Eine großgemeßne Weite.
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Hebe mich an deine Seite!
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Frühere Fassung der 3.
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Strophe Dämmrung, wo die Wollust thront, Schwimmt um ihre runden Glieder.
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Trunken sinkt mein Blick hernieder – Was verhüllt man wohl dem Mond!
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Doch was das für Wünsche sind!
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Voll Begierde zu genießen, So da droben hängen müssen – Ei, da schieltest du dich blind!
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An Luna.

Schwester von dem ersten Licht,
Bild der Zärtlichkeit in Trauer!
Nebel schwimmt mit Silberschauer
Um dein reizendes Gesicht;
Deines leisen Fußes Lauf
Weckt aus tagverschloßnen Höhlen
Traurig abgeschiedne Seelen,
Mich und nächtge Vögel auf.

Forschend übersieht dein Blick
Eine großgemeßne Weite.
Hebe mich an deine Seite!
Gib der Schwärmerei dies Glück,
Und in wollustvoller Ruh
Sah der weitverschlagne Ritter
Durch das gläserne Gegitter
Seines Mädchens Nächten zu.

Des Beschauens holdes Glück
Mildert solcher Ferne Qualen,
Und ich sammle deine Strahlen,
Und ich schärfe meinen Blick;
Hell und heller wird es schon
Um die unverhüllten Glieder,
Und nun zieht sie mich hernieder,
Wie dich einst Endymion.

Frühere Fassung der 3. Strophe

Dämmrung, wo die Wollust thront,
Schwimmt um ihre runden Glieder.
Trunken sinkt mein Blick hernieder –
Was verhüllt man wohl dem Mond!
Doch was das für Wünsche sind!
Voll Begierde zu genießen,
So da droben hängen müssen –
Ei, da schieltest du dich blind!