de-en  Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 18
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Der Goldschmiedsgesell.
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Es ist doch meine Nachbarin Ein allerliebstes Mädchen!
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Wie früh ich in der Werkstatt bin, Blick ich nach ihrem Lädchen.
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Zu Ring und Kette poch ich dann Die feinen goldnen Drähtchen.
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Ach, denk ich, wann, und wieder, wann Ist solch ein Ring für Käthchen?
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Ich feile; wohl zerfeil ich dann Auch manches goldne Drähtchen.
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Der Meister brummt, der harte Mann!
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Er merkt, es war das Lädchen.
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Und flugs, wie nur der Handel still, Gleich greift: sie nach dem Rädchen.
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Ich weiß wohl, was sie spinnen will: Es hofft das liebe Mädchen.
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Und nach den Lippen führt der Schatz Das allerfeinste Fädchen.
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O war ich doch an seinem Platz, Wie küßt ich mir das Mädchen!
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Der Goldschmiedsgesell.

Es ist doch meine Nachbarin
Ein allerliebstes Mädchen!
Wie früh ich in der Werkstatt bin,
Blick ich nach ihrem Lädchen.

Zu Ring und Kette poch ich dann
Die feinen goldnen Drähtchen.
Ach, denk ich, wann, und wieder, wann
Ist solch ein Ring für Käthchen?

Und tut sie erst die Schaltern auf,
Da kommt das ganze Städtchen
Und feilscht und wirbt mit hellem Hauf
Ums Allerlei im Lädchen.

Ich feile; wohl zerfeil ich dann
Auch manches goldne Drähtchen.
Der Meister brummt, der harte Mann!
Er merkt, es war das Lädchen.

Und flugs, wie nur der Handel still,
Gleich greift: sie nach dem Rädchen.
Ich weiß wohl, was sie spinnen will:
Es hofft das liebe Mädchen.

Das kleine Füßchen tritt und tritt;
Da denk ich mir das Wädchen,
Das Strumpfband denk ich auch wohl mit,
Ich schenkts dem lieben Mädchen.

Und nach den Lippen führt der Schatz
Das allerfeinste Fädchen.
O war ich doch an seinem Platz,
Wie küßt ich mir das Mädchen!