de-en  Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 10
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Die Spröde.
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le ralla!
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Thyrsis bot ihr für ein Mäulchen | Zwei, drei Schäfchen gleich am Ort.
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Schalkhaft blickte sie ein Weilchen, | Doch sie sang und lachte fort, | So la la!
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le ralla!
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»Käthchen!« O schönes Käthchen!
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Du bist gut.
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Die Spröde.

An dem reinsten Frühlingsmorgen |
Ging die Schäferin und sang, |
Jung und schön und ohne Sorgen, |
Daß es durch die Felder klang, |
So la la! le ralla!

Thyrsis bot ihr für ein Mäulchen |
Zwei, drei Schäfchen gleich am Ort.
Schalkhaft blickte sie ein Weilchen, |
Doch sie sang und lachte fort, |
So la la! le ralla!

Auf einmal hört ich was, das rief – |
Ich wandte just dahin den Rücken – |
Es war ein Stimmchen zum Entzücken: |
»Nimm dich in acht! der Fluß ist tief.«

Da lief mir was durchs ganze Blut, |
Ich seh, so ists ein liebes Mädchen; |
Ich frage sie: Wie heißt du? »Käthchen!«
O schönes Käthchen! Du bist gut.

Du hältst vom Tode mich zurück, |
Auf immer dank ich dir mein Leben; |
Allein das heißt mir wenig geben, |
Nun sei auch meines Lebens Glück!

Und dann klagt ich ihr meine Not, |
Sie schlug die Augen lieblich nieder; |
Ich küßte sie und sie mich wieder, |
Und – vor der Hand nichts mehr von Tod.