de-en  Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 9
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Christel.
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Hab oft einen dumpfen düstern Sinn, | Ein gar so schweres Blut!
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Wenn ich bei meiner Christel bin, | Ist alles wieder gut.
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Ist eine, die so lieben Mund, | Liebrunde Wänglein hat?
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Ach, und es ist noch etwas rund, | Da sieht kein Aug sich satt!
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Ich bin so schwach, ich bin so stark, | Mir ist so wohl, so weh!
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anitafunny • 6239  translated  unit 1  5 months, 2 weeks ago

Christel.

Hab oft einen dumpfen düstern Sinn, |
Ein gar so schweres Blut!
Wenn ich bei meiner Christel bin, |
Ist alles wieder gut.
Ich seh sie dort, ich seh sie hier |
Und weiß nicht auf der Welt, |
Und wie und wo und wann sie mir, |
Warum sie mir gefällt.

Das schwarze Schelmenaug dadrein, |
Die schwarze Braue drauf, |
Seh ich ein einzigmal hinein, |
Die Seele geht mir auf.
Ist eine, die so lieben Mund, |
Liebrunde Wänglein hat?
Ach, und es ist noch etwas rund, |
Da sieht kein Aug sich satt!

Und wenn ich sie denn fassen darf |
Im luftgen deutschen Tanz, |
Das geht herum, das geht so scharf, |
Da fühl ich mich so ganz!
Und wenns ihr taumlig wird und warm, |
Da wieg ich sie sogleich |
An meiner Brust, in meinem Arm; |
's ist mir ein Königreich!

Und wenn sie liebend nach mir blickt |
Und alles rund vergißt, |
Und dann an meine Brust gedrückt |
Und weidlich eins geküßt, |
Das läuft mir durch das Rückenmark |
Bis in die große Zeh!
Ich bin so schwach, ich bin so stark, |
Mir ist so wohl, so weh!

Da möcht ich mehr und immer mehr, |
Der Tag wird mir nicht lang; |
Wenn ich die Nacht auch bei ihr wär, |
Davor wär mir nicht bang.
Ich denk, ich halte sie einmal |
Und büße meine Lust; |
Und endigt sich nicht meine Qual, |
Sterb ich an ihrer Brust!